27.07.2013, 2359 Zeichen
Unsere lieben Banken überfluteten die Immobilienmärkte mit Giftpapieren. Hierbei spielten sie nicht mit offenen Karten. Kunden gingen an dem Gift blitzschnell zugrunde. Die Bankoberen haben sich ungeniert Millionengehälter in die eigene Tasche gesteckt. Sie witzelten über die Idioten, die die Papiere (CDOs) gekauft hatten. Anschließend begannen die Finanzmärkte, zu beben. Unsere Banker manipulierten den Libor-Zinssatz. Und sie spielten auf anderen Märkten mit gezinkten Karten: Insiderhandel, Geldwäsche, Steuerbetrug usw.
Sie gelobten Besserung. Sie wollen transparenter, ehrlicher, fairer werden. Jawohl, die Moral muss zurück an die Märkte. Das Vertrauen der Öffentlichkeit möchten sie zurückgewinnen.
Die „New York Times“ enthüllte jetzt auf Seite 1 in der Sonntagausgabe, dass Goldman Sachs in riesigen Lagerhallen in Detroit Aluminium hortet und so jede Cola- und Bier-Dose „künstlich“ verteuert. Es muss sich um ein gigantisches Ausmaß handeln, das es in diesem Umfang nie zuvor gegeben hat.
Ob Öl oder Getreide, ob Baumwolle oder Kaffee, ob Kohle oder Kupfer - das ist ein neues Milliardengeschäft geworden. Goldman Sachs, JP Morgan Chase, Morgan Stanley, Deutsche Bank und andere machen hier still und heimlich ihren Reibach. Es ist nicht illegal. Es stellt sich aber die Frage nach der moralischen Verantwortung gegenüber den Menschen.
In Washington beginnt eine Diskussion, ob es fair ist, wenn Banken mit Lebensmitteln und Rohstoffen zocken. Die Medien greifen das Thema überall auf. Die Bürger sind verärgert. Innerhalb weniger Tage schrieben die Leser auf dem Portal der "Times" mehr als 1000 Kommentare. Die Leute sind sauer.
Eigentlich ist es ja nicht das Brot- und Buttergeschäft der Banken. Schon seltsam.
Wenn sie könnten, würden die Investmentbanker den Sauerstoff auf dem Planeten wegsaugen, um ihn uns anschließend teuer in Tüten verkaufen zu können? Nach dem Motto: Kauf oder stirb!
Trotz dieser Diskussion halte ich Bankaktien aus Value-Gesichtspunkten nach der Finanzkrise für günstig. Goldman ist ein unglaublich aufregendes Traditionshaus, das mit dem Rohstoffhandel in der Hafenstadt New York vor über 100 Jahren groß wurde. Ich gebe zu, dieser heutige Blog ist mit einem Schuss Ironie geschrieben.
Wenn Banken in der heutigen Zeit mit Lebensmitteln und Rohstoffen zocken, wissen sie natürlich, dass ihr Image darunter leiden kann.
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1.
Coca-Cola Becher, Marsa Alam, Ägypten
, (© Martina Draper) >> Öffnen auf photaq.com
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