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09.09.2013, 2529 Zeichen

 Sehr geehrte Privatanleger,

immer wieder höre ich, dass „Kaufen und Liegenlassen“ nicht funktioniert. Das ist absoluter Quatsch. Es funktioniert heute genauso gut wie eh und je. Ja, die Welt hat sich beschleunigt. Die Geschäftsmodelle verändern sich schneller. Das heißt, dass man gute Unternehmen nicht mehr 50 Jahre liegenlassen kann. Aber 10 Jahre? Locker! 

Letzte Woche war ich bei einem alten Studienfreund aus Kölner Tagen, der jetzt Professor in den USA ist. In den Jahren 2008 und 2009 hatte ich ihn beraten und einige Tipps gegeben. Er hat die Aktien gekauft und seitdem keinerlei Transaktionen durchgeführt. Das Ergebnis: aus umgerechnet 35.000 Euro wurden 90.000 Euro – und da sind die Dividenden noch gar nicht eingerechnet. 

Titel wie Fuchs Petrolub (WKN: 579043) und United Internet (WKN: 508903) schafften Zuwächse von nahezu 400 Prozent. Auch Coca-Cola (WKN: 850663), Nestlé (WKN: A0Q4DC), Allianz (WKN: 840400) und andere sind gut im Plus. Lediglich bei RWE (WKN: 703712) ist ein Minus zu verbuchen. Mein Freund hat gekauft und stur die Empfehlungen liegengelassen. Und ist dafür belohnt worden. So einfach kann das gehen.  

Natürlich gibt es einen Haken: Sie dürfen nicht zu teuer einkaufen. Wer Coca Cola im Jahr 1996 gekauft hätte, wäre bezogen auf den Kurs heute noch im Minus. Mit Dividenden wäre zumindest der nominale Werterhalt gelungen.

Und genau hier liegt das Problem. Privatanleger machen immer wieder den Fehler, zu teuer einzukaufen. Nämlich dann, wenn eine Aktie „in Mode“ ist. Wie zum Beispiel Apple (WKN: 865985) in den letzten Jahren. Bei Apple war zwar das KGV nie zu hoch, aber nach Jahren phänomenaler Gewinnsteigerungen müssen nach dem Gesetz des Marktes irgendwann auch einmal Gewinnrückgänge kommen, zumal in einer schnellebigen Branche wie dem Technologiesektor.

Apropos Technologie: Microsoft (WKN: 870747) scheint uns jetzt dauernd zu beschäftigen. Kurz nachdem Steve Ballmer seinen Rücktritt bekanntgeben hatte, kündigte das Unternehmen an, die Handysparte von Nokia zu übernehmen. Ich hatte diesen Punkt im Sommer 2012 auf dem Value Investing Seminar in Italien (www.valueinvestingseminar.it) intensiv mit Fondsmanager Whitney Tilson diskutiert, der es als unwahrscheinlich ansah. Ich sah es als Möglichkeit. Gestern konzedierte er mit einem Augenzwinkern: „Max, you are THE MAN.“

Ich bin mir allerdings gar nicht so sicher, ob diese Übernahme Microsoft wirklich nutzen wird. Zumindest ist Bewegung in der Sache drin. 

Auf gute Investments,

Ihr

Prof. Dr. Max Otte

 



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Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, Mayr-Melnhof, Bajaj Mobility AG, Zumtobel, Amag, Agrana, Porr, Semperit, Polytec Group, Kapsch TrafficCom, Verbund, DO&CO, FACC, Frauenthal, Frequentis, Reploid Group AG, CPI Europe AG, Linz Textil Holding, RBI, Uniqa, VIG, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Telekom Austria.


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    Über Apple, Microsoft, Coca-Cola, Fuchs Petrolub, Allianz, Nestlé (Max Otte)


    09.09.2013, 2529 Zeichen

     Sehr geehrte Privatanleger,

    immer wieder höre ich, dass „Kaufen und Liegenlassen“ nicht funktioniert. Das ist absoluter Quatsch. Es funktioniert heute genauso gut wie eh und je. Ja, die Welt hat sich beschleunigt. Die Geschäftsmodelle verändern sich schneller. Das heißt, dass man gute Unternehmen nicht mehr 50 Jahre liegenlassen kann. Aber 10 Jahre? Locker! 

    Letzte Woche war ich bei einem alten Studienfreund aus Kölner Tagen, der jetzt Professor in den USA ist. In den Jahren 2008 und 2009 hatte ich ihn beraten und einige Tipps gegeben. Er hat die Aktien gekauft und seitdem keinerlei Transaktionen durchgeführt. Das Ergebnis: aus umgerechnet 35.000 Euro wurden 90.000 Euro – und da sind die Dividenden noch gar nicht eingerechnet. 

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    Und genau hier liegt das Problem. Privatanleger machen immer wieder den Fehler, zu teuer einzukaufen. Nämlich dann, wenn eine Aktie „in Mode“ ist. Wie zum Beispiel Apple (WKN: 865985) in den letzten Jahren. Bei Apple war zwar das KGV nie zu hoch, aber nach Jahren phänomenaler Gewinnsteigerungen müssen nach dem Gesetz des Marktes irgendwann auch einmal Gewinnrückgänge kommen, zumal in einer schnellebigen Branche wie dem Technologiesektor.

    Apropos Technologie: Microsoft (WKN: 870747) scheint uns jetzt dauernd zu beschäftigen. Kurz nachdem Steve Ballmer seinen Rücktritt bekanntgeben hatte, kündigte das Unternehmen an, die Handysparte von Nokia zu übernehmen. Ich hatte diesen Punkt im Sommer 2012 auf dem Value Investing Seminar in Italien (www.valueinvestingseminar.it) intensiv mit Fondsmanager Whitney Tilson diskutiert, der es als unwahrscheinlich ansah. Ich sah es als Möglichkeit. Gestern konzedierte er mit einem Augenzwinkern: „Max, you are THE MAN.“

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