12.12.2014, 3632 Zeichen
Nachdem die Ölpreis-Bullen von dem Ausgang der jüngsten OPEC-Sitzung enttäuscht wurden, müssen sie sich nun neue Hoffnungsträger für eine Preisstabilisierung suchen. Doch angesichts der nicht gerade boomenden Weltkonjunktur dürften diese rar gesät sein.
Am 27. November war es so weit. Mit großer Spannung hatten die Marktteilnehmer nach Wien geblickt. Dort traf sich die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), um über mögliche Maßnahmen gegen die weltweit fallenden Ölpreise zu beraten. Allerdings konnte man sich nicht darauf einigen, die Produktion von derzeit 30 Millionen Barrel pro Tag zu senken, um auf diese Weise das Angebot zu verknappen und für einen Preisanstieg zu sorgen. Als Reaktion darauf stürzten die Notierungen noch weiter ab. Vielmehr haben sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Ölsorte WTI inzwischen neue Fünfjahrestiefs ausgebildet.
Allerdings könnte eine Preisstabilisierung in Kürze anstehen. In einem „Wall Street Journal“-Bericht vom 4. Dezember heißt es, dass man in Saudi-Arabien, dem größten OPEC-Mitglied, damit rechnen würde, dass sich die Preise bei etwa 60 US-Dollar stabilisieren sollten. Zudem würden insbesondere die Produzenten am Persischen Golf mit einem solchen Preisniveau leben können. Gerade dies würde jedoch bedeuten, dass die Golfstaaten noch eine ganze Weile auf eine Angebotsverknappung verzichten dürften. Dabei ist es in den vergangenen Jahren sowieso fragwürdiger geworden, inwieweit die OPEC angesichts ihres insgesamt kleiner gewordenen Einflusses auf den Weltmarkt dazu in der Lage ist, die Preise nach Belieben zu manipulieren. Wegen des Schieferölbooms sind die USA auf dem Weg zur Unabhängigkeit von Ölimporten, während auch andere Produzenten ihre Produktion massiv ausgeweitet haben. Daher müssen sich die Erdölförderer am Golf weiterhin um die wachsende Konkurrenz kümmern, um nicht Marktanteile einzubüßen. Zudem ist es paradoxerweise so, dass selbst die Produktion in Konfliktgebieten wie dem Irak oder Libyen weitergeht.
Während es auf der Angebotsseite derzeit also nicht nach einer Knappheit aussieht, scheinen die Ölpreis-Bullen derzeit auch in Sachen höhere Nachfrage wenig Glück zu haben. Schließlich haben sich die Aussichten für die Weltwirtschaft zuletzt eingetrübt. Laut Angaben des Statistikamtes Eurostat vom 5. Dezember wuchs das BIP in der Eurozone im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal lediglich um 0,2 Prozent. Auch in China scheint sich weiterhin eine abnehmende Wachstumsdynamik abzuzeichnen. Dies zeigt sich zum Beispiel bei einem Blick auf die Exportdaten der chinesischen Zollverwaltung vom 8. Dezember für November. Dabei sorgten die langsamer wachsenden Exporte für einen Rekord beim Handelsüberschuss. Schließlich bestätigte die Regierung in Tokio am gleichen Tag, dass Japan im dritten Quartal in die Rezession rutschte.
Auf der anderen Seite darf aber auch zumindest auf eine Bodenbildung bei den Preisen gehofft werden. Schließlich dürften gerade die Golfstaaten darauf hoffen, dass eine ganze Reihe von Bohrvorhaben in Nordamerika angesichts des gesunkenen Preisniveaus unrentabel wird und sich auf diese Weise eine Angebotsverknappung einstellt.
Spekulative Anleger, die steigende Notierungen bei der Ölsorte Brent erwarten, könnten mit einem Faktor-Long-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN DT4BRT) mit dem Hebel (Faktor) von 4 auf ein solches Szenario setzen. Wer aber als spekulativer Anleger eher Short orientiert ist und auf fallende Ölpreise bei der Sorte Brent setzen möchte, erhält mit einem Faktor-Short-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN DT4BST) mit dem Hebel (Faktor) 4 die Gelegenheit dazu.
Stand: 09.12.2014
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