05.06.2015, 2873 Zeichen
Jedes Jahr im Mai gibt es die "Laufmeisterschaft der Wiener und Niederösterreichischen Geldinstitute", kurz Bankenlauf. Man sollte meinen, eigentlich ein Wettkampf wie viele andere - es geht auf welliger, also nicht besonders schneller, Strecke durch den Donaupark, die Distanz ist nicht AIMS vermessen bzw. durch die "krummen" 5,45 km ohnehin nicht vergleichbar, und extrem hochklassiges Rennen ist es auch nicht. Trotzdem bedeutet mir der Lauf wegen der "Meisterschaftsehren" und weil man hier Jahr für Jahre gegen die gleichen alten Bekannten läuft Einiges. Besonders dieses Jahr, war es doch nach über zweimonatiger Laufpause mein erster Wettkampf seit Langem. Ich freute mich richtig, war auch aufgeregt, wie es mir wohl gehen würde - ein schon lange nicht mehr verspürtes Gefühl.
Als es soweit war, achtete ich schon gar nicht mehr auf die Wetterprognosen - zu oft hatten sie geirrt und einen Kälteeinbruch vorhergesagt, der dann ja doch nicht kam. Als ich am besagten Mittwoch jedoch das Büro verließ, war das Schlechtwetter da, Regen und Wind pfiffen durch die Gegend, meine Motivation und Vorfreude waren schlagartig dahin, ich wollte nur mehr im Warmen und Trockenen bleiben. Für ein solches Wetter hatte ich bekleidungsmäßig nicht vorgesorgt. Kneifen nur wegen des Wetters gilt aber natürlich nicht, und so machte ich mich auf den Weg. Beim Aufwärmen war es entsprechend kalt und unfreundlich, aber beim Wettkampf würde mir schon warm werden. Bis der Startschuss fiel, blieb ich genau unter dem Start-Ziel-Bogen stehen, der einzige regengeschütze Fleck. Dann aber wurde mir warm, und wie! Der letzte schnelle Lauf lag über drei Monate zurück, ich war also bald am Limit und kämpfte. Gegen den stürmischen Wind, gegen den Kreislauf und gegen das Ausrutschen auf der nass-schmierigen Strecke. Mein Ziel, die Richtmarke "Viererschnitt" zu unterbieten erreichte ich knapp nicht - es wurde eine Punktlandung bei 4:00 / km. Die Schwindelanfälle hinter der Ziellinie zeigten mir, dass ich jedenfalls nicht gebummelt hatte. :-) Plazierungsmäßig kam auch das raus, womit zu rechnen war - ein zweiter Platz hinter der sehr stark laufenden Elisabeth Pöltner-Holkovic sowie, und das freute mich besonders, mit meinen Kollegen ein 3. Platz in der Teamwertung (die jeweils schnellste Frau und drei schnellsten Männer eines Unternehmens). Da die stärksten Männer urlaubs- oder dienstreise-bedingt abwesend waren, musste die "Zweitbesetzung" alles geben, und das taten sie auch. Hut ab meine Herren, das habt ihr toll gemacht!
Ein für mich wirklich erfreulicher Wiedereinstieg ins Wettkampfgeschenen: Schöner Wettkampf, gute Stimmung, nette Kollegen und eine akzeptable Leistung meinerseits - mehr kann ich mir nicht wünschen. Gut, dass mein Stimmungstief nur von kurzer Dauer war ...
Anm.: Die Beiträge von Carola Bendl-Tschiedel werden auch auf http://www.runplugged.com geroutet.
Börsepeople im Podcast S25/04: Jana Tiffner
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