30.06.2015, 3335 Zeichen
Die Gold-Notierungen pendeln weiterhin um die Marke von 1.200 US-Dollar je Feinunze. In der vergangenen Woche hat der Goldpreis rund zwei Prozent im Wochenvergleich verloren, womit die Vorwochengewinne von knapp 1,6 Prozent wieder zunichte gemacht wurden. Sein letztwöchiges Tief erreichte das Edelmetall am Freitag, den 26. Juni 2015, bei 1.168,95 US-Dollar pro Feinunze.
Im Fokus für den Goldmarkt standen weiterhin das griechische Schuldendrama, das Gold als "sicherem Hafen" Unterstützung brachte, sowie die US-Wirtschaftsdaten. Letztere sind zuletzt überwiegend positiv ausgefallen und haben dem US-Dollar in die Hände gespielt. Im Umkehrschluss haben diese den Goldpreis belastet, da sie die Erwartung untermauern, dass die Federal Reserve Bank (Fed) schon bald US-Leitzinsen anhebt. Steigende US-Zinsen gelten als negativ für Investitionen in das zinslose Edelmetall.
Überraschend stark gestiegen sind unter anderem die US-Bestandsimmobilien, die im Mai um deutliche 5,1 Prozent im Monatsvergleich auf 5,35 Millionen (annualisiert) geklettert sind - der stärkste Anstieg seit November 2009. Der private Verbrauch in den USA hat sich im Mai ebenfalls sehr positiv entwickelt. Die Konsumausgaben stiegen im vergangenen Monat mit 0,9 Prozent im Monatsvergleich ebenfalls so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das von der Universität Michigan ermittelte US-Verbrauchervertrauen hat sich im Juni mit einem Anstieg auf 96,1 Punkte stärker aufgehellt als zunächst gemeldet. In der vorläufigen Veröffentlichung war lediglich ein Wert von 94,6 Zählern gemeldet worden, nach 90,7 Punkten im Mai.
Die Situation um Griechenland hat sich zuletzt noch einmal zugespitzt. Nach Einschätzung von Ökonomen ist der Austritt Griechenlands aus der Eurozone kaum noch zu verhindern. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte am Samstag die Verhandlungen mit den Gläubigern abgebrochen und für den 5. Juli ein Referendum angekündigt, bei dem das griechische Volk über das geforderte Reformprogramm abstimmen soll. Das laufende Rettungsprogramm läuft am 30. Juni aus. Gleichzeitig wird ein Milliardenkredit an den Internationalen Währungsfonds (IWF) fällig. Banken und Athener Börse bleiben von Montag an bis auf weiteres geschlossen. Zudem kündigte Tsipras Kapitalverkehrskontrollen an.
Während ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent die Woche im Umfeld eines weiterhin deutlichen Überangebots mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 63,08 US-Dollar beschloss, gab die US-Sorte WTI um 0,2 Prozent auf 59,58 US-Dollar je Fass nach. Die US-Benzinbestände sind in der Woche bis zum 19. Juni um 680.000 Barrel auf 218,49 Millionen Barrel gestiegen, obwohl die Benzinnachfrage in der Berichtswoche so hoch war wie seit 1991 nicht mehr. Die US-Ölvorräte sind hingegen wie erwartet gesunken. Laut EIA lag der Rückgang bei 4,9 Millionen Barrel. Die gesamten Lagerbestände betragen damit 462,99 Millionen Barrel. Erwartet worden war im Konsens ein Rückgang um 2,1 Millionen Barrel.
Zudem ist die Entwicklung im Iran wieder in den Fokus gerückt. Am 30. Juni läuft die Verhandlungsfrist für ein endgültiges Atomabkommen des Westens mit dem Iran aus. Sollte es zu einer Einigung kommen und der Westen seine Sanktionen aufgeheben, dürfte der Iran seine Ölexporte umgehend deutlich erhöhen. Das weltweite Überangebot an Öl würde dann noch weiter zunehmen.
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