02.11.2015, 4771 Zeichen
Westinghouse Electric Company hat einen Vertrag mit Barsebäck Kraft AB abgeschlossen. Das Unternehmen wird im Rahmen des Vertrags die erste Demontage eines kommerziellen Kernkraftwerks in Schweden unterstützen, indem es die Reaktordruckbehälter-Einbauten im Doppelblock-Kernkraftwerk Barsebäck zerlegt.
Barsebäck ist ein von ABB gebauter Siedewasserreaktor, der sich 30 Kilometer von Malmö entfernt im Süden Schwedens befindet. Der erste Reaktor, Barsebäck 1, wurde am 30. November 1999, und der zweite, Barsebäck 2, am 31. Mai 2005 abgeschaltet.
„Dieser Auftrag ist strategisch wichtig für Westinghouse. Wir freuen uns über die Möglichkeit, unseren Kunden in der letzten Lebenszyklus-Phase des Kernkraftwerks zu unterstützen“, so Aziz Dag, Vice President und Managing Director, Nordeuropa, von Westinghouse.
Die Arbeit von Westinghouse bei Demontage, Zerlegung und Verpackung der Reaktordruckbehälter-Einbauten – die dem Reaktorkern am nächsten liegenden Komponenten - für die Endlagerung werden die in der Anlage verbleibende Radioaktivitätsmenge seit der Stilllegung erheblich senken und eine sichere Demontage der restlichen Anlagenteile ermöglichen. Westinghouse wird für den Rückbau seine bewährten, ferngesteuerten mechanischen Unterwasser-Schneidetechniken sowie speziell entwickelte Ausrüstung verwenden, die das Unternehmen in seinen Anlagen in Västerås, Schweden, herstellen und testen wird.
Das Projekt wird sofort beginnen und voraussichtlich vier Jahre dauern. Die mechanische Zerlegung beginnt 2016.
Westinghouse verfügt über mehr als 30 Jahre Projekterfahrung bei der Zerlegung und Verpackung von Reaktordruckbehälter-Einbauten von Druckwasserreaktoren und Siedewasserreaktoren. Ein von Westinghouse geführtes Konsortium hat kürzlich einen Auftrag für Philippsburg 1 von der EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) erhalten. Westinghouse hat zudem Aufträge für Demontagearbeiten für das Kernkraftwerk Chooz der Gesellschaft Électricité de France in Frankreich, das Kernkraftwerk José Cabrera Nuclear (auch Zorita genannt) von der spanischen Organisation für die Behandlung radioaktiver Abfälle und die Stilllegung von Kernkraftwerken (Empresa Nacional de Residuos Radiactivos) in Spanien und für Neckarwestheim 1 von der EnKK, das auch von der EnKK betrieben wird, erhalten.
Yves Brachet, Westinghouse President für Europa, den Nahen Osten und Afrika, kommentierte die kürzlich erteilten Aufträge mit den Worten: „Westinghouse setzt sich für die kontinuierliche Verbesserung, Optimierung und Entwicklung von Werkzeugen, Prozessen und Mitarbeitern ein und nutzt dazu seine weltweite Technologie und Erfahrung, um Kunden auf der ganzen Welt zu bedienen. Wir freuen uns, dass unser Engagement von unseren Kunden durch die Erteilung dieser Aufträge anerkannt wird.“
Westinghouse leistet umfassende, integrierte Dienste für den globalen Stilllegungs-, Dekontaminierungs- und Entsorgungsmarkt für Kernkraftanlagen, darunter hochmoderne Lösungen für die Handhabung abgebrannter Brennelemente und die Behandlung, Handhabung und Lagerung von schwach, mittelstark und stark radioaktivem Atommüll. Die weltweite Westinghouse-Belegschaft von gut ausgebildeten Technikern und Handwerkern konzentriert sich auf Sicherheit und Qualität, um vorhersehbar erfolgreiche Ergebnisse sicherzustellen.
Westinghouse Electric Company, eine Konzerngesellschaft der Toshiba Corporation (TKY:6502), ist ein weltweit zukunftsweisendes Kernenergie-Unternehmen und führender Anbieter von Produkten und Technologien im Bereich Kernenergie für Versorgungsunternehmen in der ganzen Welt. 1957 lieferte Westinghouse den weltweit ersten kommerziellen Druckwasserreaktor in Shippingport, Pennsylvania (USA). Heute bildet die Westinghouse-Technologie die Grundlage für etwa die Hälfte aller weltweit in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke, davon mehr als 50 Prozent in Europa.
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