17.11.2015, 4218 Zeichen
Die Talfahrt des Goldpreises geht ins mittlerweile fünfte Jahr: Am 6. September 2011 erreichte die Feinunze ihr Rekordhoch bei 1.921,18 Dollar. Seitdem ging es um mehr als 44 Prozent nach unten. Am 12. November fiel der Goldpreis zeitweise auf 1.074 Dollar je Feinunze – der tiefste Stand seit Februar 2010. Dabei fielen die jüngst veröffentlichten Daten vom World Gold Council (WGC) durchaus ermutigend aus: Die globale Goldnachfrage stieg im dritten Quartal um acht Prozent auf 1.121 Tonnen – der höchste Wert seit dem zweiten Jahresviertel 2013.
Gründe hierfür waren laut WGC vor allem die niedrigen Preise, die zu einem verstärkten Interesse an Münzen, Barren und Schmuck führten. So legte die Nachfrage nach Münzen und Barren um 33 Prozent auf 296 Tonnen zu, während die Schmucknachfrage um sechs Prozent auf 632 Tonnen stieg. Dem standen eine etwas niedrigere Nachfrage seitens der Zentralbanken (175 Tonnen) und ETF-Abflüsse von 66 Tonnen entgegen. Für das Gesamtjahr 2015 erwartet der WGC ein Nachfrageplus von bis zu zwei Prozent auf 4.200 bis 4.300 Tonnen.
Angesichts dessen könnte Gold eigentlich viel heller glänzen. Doch schwebt die drohende US-Zinswende wie ein Damoklesschwert über dem Edelmetall. „Es ist durchaus möglich, dass die anhaltenden Spekulationen um die US-Leitzinsanhebung und die jüngste Andeutung der Fed diese schon im Dezember durchzuführen eine psychologische Wirkung auf die Märkte hatte und zu dem Kursrückgang führte“, sagt Martin Siegel, Geschäftsführer bei Stabilitas – eine Investmentboutique, die sich auf die Beratung von Edelmetallinvestments spezialisiert hat.
Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht drückte den Goldpreis zusätzlich. Im Oktober wurden 271.000 neue Stellen geschaffen und die Arbeitslosenquote ist auf 5,0 Prozent gefallen. Zudem kam es zu einem recht kräftigen Anstieg der Stundenlöhne. „Die US-Wirtschaft scheint mit dem globalen Gegenwind gut zurechtzukommen, wobei die Stärke der Binnenwirtschaft offenbar die Probleme des verarbeitenden Gewerbes ausgleicht. Damit steht die Tür für eine erste Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember weit offen“, sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg.
Dennoch sollte ein Blick auf das Edelmetall lohnen. „Langfristig ist Gold nach wie vor unterbewertet. Nach den Tiefstständen im Juli und August sehen wir aktuell eine Art Bodenbildung, wobei der endgültige Ausbruch nach oben noch auf sich warten lässt“, sagt Siegel. Für Anleger mit Geduld könnte es jetzt durchaus Sinn machen, erste Positionen einzugehen oder bestehende Bestände aufzustocken – zumal der Markt stark psychologisch geprägt ist. Es würde daher nicht überraschen, wenn Gold genau dann nach oben dreht, wenn die Fed die Zinserhöhung tatsächlich umsetzt.
Da Gold in Dollar notiert, müssen Anleger bei Investments in das Edelmetall das Wechselkursrisiko beachten. Bei währungsgesicherten Zertifikaten (Quanto) werden Veränderungen des Euro zum Dollar zwar eliminiert. Doch der Schutz ist nicht kostenlos: Für die Quanto-Absicherung verlangen die Zertifikateanbieter derzeit Gebühren von bis zu 4,5 Prozent. Abhilfe schafft nun die BNP Paribas mit dem neuen Gold EUR-Hedged-Zertifikat (ISIN DE000PS7XAU5). Hier liegen die Gebühren nur bei 0,4 Prozent pro Jahr. Wer es spekulativer mag, greift zu dem Gold StayHigh-Optionsschein von Société Générale (ISIN DE000SG9WJQ3). Hier sind 29,5 Prozent drin, wenn Gold bis zum 11. März 2016 stets oberhalb von 1.000 Dollar notiert.
Fazit: Die neuen Gold EUR-Hedged-Zertifikate von BNP Paribas bedienen sich einer im Markt für institutionelle Investoren beliebten Währungsabsicherungsstrategie. Dadurch wird ein effektiver Währungsschutz ermöglicht. Die Kosten der Währungsabsicherung werden dabei im Vergleich zu Quanto-Zertifikaten deutlich reduziert. Wir halten das Zertifikat als Basisinvestment für Anleger geeignet, die währungsgesichert in Gold investieren wollen.
Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.
Bildquelle: Pressefoto Deutsche Bundesbank
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