29.01.2016, 3799 Zeichen
Unter dem Titel „CALL4Europe“ organisiert Respekt.net im Jahr 2015 einen Themenschwerpunkt zur Zukunft Europas und lädt alle Projekte, die aktuelle und zukünftige Herausforderungen Europas bearbeiten, zum Crowdfunding auf die Plattform www.respekt.net ein.
Als zusätzlichen Anreiz startet Respekt.net einen Projektbewerb und stellt dafür 100.000 Euro in Form von „Verdopplungsspenden“ zur Verfügung. Die besten Projekte werden von einer hochkarätigen Jury ausgewählt und mit einer „Verdopplungsspende“ in Höhe von 50% des jeweiligen Zielbudgets prämiert. Die Projekt-InitiatorInnen müssen sich selbst im Rahmen von Crowdfunding um die restlichen 50% bemühen, um ihre Projekte auszufinanzieren. Wird dies nicht erreicht, dann wird die Verdopplungsspende neu vergeben.
Nichtprämierte Projekte können das erforderliche Zielbudget mithilfe des üblichen Crowdfundings auf www.respekt.net generieren und nehmen so weiterhin am „CALL4Europe“ teil und erhalten eine besondere Sichtbarkeit mit den anderen Projekten des Themenschwerpunkts Europa.
Europa ist an einer Weggabelung in Hinblick auf die Zukunft des Wohlfahrtsstaats und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit angelangt. Große Mitgliedsländer der Europäischen Union sind nicht in der Lage die Beschäftigung junger Menschen in einer zufrieden stellenden Form zu organisieren. Arbeitslosenraten unter Jugendlichen bis 25 Jahren erreichen in manchen Ländern bereits 30 bis 50%. Es kündigt sich eine verlorene Generation junger Menschen an, wenn nicht wirksame Schritte für Jugendbeschäftigung gesetzt werden. Auf der einen Seite wird Europa als der „kranke Patient“ beschrieben und auf der anderen Seite wollen hunderttausende Menschen in die Europäische Union migrieren. Europa bietet seit vielen Jahrzehnten ein friedliches Entwicklungsmodell, das sehr attraktiv ist. Aber Europa findet zu keiner gemeinsamen Strategie die neue Realität als Einwanderungskontinent konstruktiv zu nutzen. Die Sozialsysteme können ohne Zuwanderung nicht aufrechterhalten werden. Europa altert vor sich hin. Junge Leute wandern aus den zahlreichen Konfliktherden der Welt ein. Wie soll Europa mit den nicht-demokratischen Staaten politisch und wirtschaftlich umgehen?
Europa leidet unter einer zu geringen politischen und wirtschaftlichen Koordination. Nur 1% der Wirtschaftsleistung wird über das EU-Budget verteilt und davon wiederum ein großer Block ausschließlich für die Landwirtschaft. Die Nationalstaaten dominieren auch nach 50 Jahren europäischer Integration die Europäische Union. Ein Wiedererstarken nationalistischer Strömungen und Parteien bedroht Wachstum und Entwicklung in Europa, weil wichtige Gemeinschaftsleistungen der EU verhindert werden. Warum führen die US in den Schlüsselsektoren IT und Internet-Technologie? Apple, Google, Facebook und viele weitere US-Firmen dominieren die Innovationsindustrien. Ein „zweites Maschinenzeitalter“ wird in Aussicht gestellt. Ist Europa in der Lage die Innovationskraft parallel zu den Annehmlichkeiten des Wohlfahrtsstaates zu erhöhen, wenn nationalistische Strömungen die europaweite Zusammenarbeit be- oder gar verhindern? Viele Fragen, die Antworten suchen.
Junge Menschen und Erwachsene, lose Gruppen als auch Vereine und Organisationen sind eingeladen, Ideen einzubringen wie Europa die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen meistern soll. Der „CALL4Europe“ soll das Thema der europäischen Herausforderungen einem breiteren Publikum in Österreich und in den Nachbarländern näher bringen.
Senden Sie ein Mail an call4europe(at)respekt.net und wir melden uns so rasch wie möglich bei Ihnen.
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