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10.04.2019, 3977 Zeichen

Bewegung unterm Teppich. Es tut sich was. Im Untergrund rumort es. Es könnte sich etwas ändern. „Ändern“ kann auch gut sein. Europa denkt über seine Kapitalmarktregularien nach.

Mittlerweile pfeifen es nicht mehr die Spatzen allein vom Dach: bei Solvency II wackeln die Steine. Zur Erinnerung, Solvency II ist jenes Regelkorsett, das den europäischen Versicherungen umgebunden wurde um einerseits deren Prämienverwaltung besser zu kontrollieren und andrerseits auch deren Rolle im gemeinsamen volkswirtschaftlichen Ziel nur ja nie wieder so eine böse Finanzkrise wie von noch immer nicht so genau erkannten Bösewichten verursacht entstehen zu lassen. Das Ergebnis sind die mitunter gravierendsten Eingriffe in das Veranlagungsmangement von Versicherungen seit dem letzten Weltkrieg. Die Entmündigung der vormals besten und wichtigsten Veranlagungsgrößen und die Knebelung der Vielseitigkeit im Kapitalmarkt-Veranlagungstopf samt Reduktion auf dortige reine Anleihekäufer. Bevorzugt natürlich Staatsanleihen. Weil sicherer ist immer besserer. Und wer kann sich beschweren, dass Staatsanaleihen nicht sicher wären? Das Ergebnis dieser Regulatorik kann sich sehen lassen. Die Aktienquoten von vormals rund 15% im Schnitt von Kontinentaleuropas Assekuranzen sind auf 3,5% (inklusive auch aller investierten Fonds und ohne Berücksichtigung von Absicherungen) gesunken. Die Bond-Quoten auf 95% gestiegen. Der reale Return aus diesen Portfolios nähert sich immer mehr der Nulllinie an. Die stillen Reserven werden immer öfter herangezogen, das Geschäft am Leben zu erhalten. Doch nun scheint’s als geht ein Licht auf.

Der sensible Paragraph im Solvency II, der für jede investierte Aktie eine Hinterlegung von 39% dieser Summe als Risikopuffer verlangt, soll verändert werden. Im Gespräch sind Formulierungen, die die Assetklasse „Aktien“ besser in Risikogruppen aufteilt und eine Reduktion der Hinterlegungsquote von 39% auf 22% für jene Versicherungen, die keine eigenen speziellen Formeln punkto Solvency II verwenden. Das hat schon etwas. Ist noch immer nicht das Ziel aller Kapitalmarktliberalen aber 22% ist schon fast die Hälfte weniger schlimm als zuvor. Der potentielle Impact solcher Veränderungen auf die Versicherungslandschaft und vor allem auf die Aktienmärkte ist mit Sicherheit erheblich. Allein in Europa liegen mittlerweile rund 7.000 Mrd. Euro direkt veranlagt bei Versicherungen. 3.000 haben Versicherer in Fonds veranlagt. Rund 360 Mrd. davon in Aktien. Diese Quote sollte in Folge deutlich ansteigen. Kein Wunder, denn die Suche nach Rendite gibt schon längst bei Anleihen auf. Dagegen spielt es sich bei Dividendenrendite noch immer so richtig gut ab. Ein Fest für langfristige Kapitalmarktprofis entwickelt sich.

Und wer es noch immer nicht glauben kann, dass sich etwas an der starren Kapitalmarkthaltung unserer Regulierer tut, dem sei zugerufen, dass sogar bei MiFID II, dem wohl kurzfristig unsäglichsten Schuss ins Knie der letzten Jahre, Bewegung in die Möglichkeit von Änderungen kommt. Eine eigene externe Kommission wurde ins Leben gerufen um Fakten und Vorschläge zu sammeln, um die wohl nicht so ganz erwarteten negativen Effekte wie Kostenanstieg, Transparenzverlust, Unterdrückung von Small- und Mid-Caps, Isolierung statt Öffnung bei Investmentfonds, einseitige Kundenansprache, Umgehung von Belastungsverboten, etc … zu adressieren, zu hinterfragen und ggf. Änderungsvorschläge zu unterbreiten. Die EU-Kommission will sich danach diesen Punkten widmen um Ergebnisse zeitnah zu präsentieren. Bamm! Paukenschlag ahead. Wer hätte das gedacht.

Nun, den Tag nicht vor dem Abend loben und nur ja nie auf die historischen Erfahrungen punkto Änderungsbereitschaft von Staatsfinanzierungstöpfen vergessen, aber ein wenig Fantasie hilft uns Allen. Warum nicht auch den Regulierern.
Uniqa ( Akt. Indikation:  9,08 /9,12, -0,60%)
VIG ( Akt. Indikation:  23,80 /23,92, 0,05%)

(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 10.04.)



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    Europa denkt (endlich) über seine Kapitalmarktregularien nach (Wolfgang Matejka)


    10.04.2019, 3977 Zeichen

    Bewegung unterm Teppich. Es tut sich was. Im Untergrund rumort es. Es könnte sich etwas ändern. „Ändern“ kann auch gut sein. Europa denkt über seine Kapitalmarktregularien nach.

    Mittlerweile pfeifen es nicht mehr die Spatzen allein vom Dach: bei Solvency II wackeln die Steine. Zur Erinnerung, Solvency II ist jenes Regelkorsett, das den europäischen Versicherungen umgebunden wurde um einerseits deren Prämienverwaltung besser zu kontrollieren und andrerseits auch deren Rolle im gemeinsamen volkswirtschaftlichen Ziel nur ja nie wieder so eine böse Finanzkrise wie von noch immer nicht so genau erkannten Bösewichten verursacht entstehen zu lassen. Das Ergebnis sind die mitunter gravierendsten Eingriffe in das Veranlagungsmangement von Versicherungen seit dem letzten Weltkrieg. Die Entmündigung der vormals besten und wichtigsten Veranlagungsgrößen und die Knebelung der Vielseitigkeit im Kapitalmarkt-Veranlagungstopf samt Reduktion auf dortige reine Anleihekäufer. Bevorzugt natürlich Staatsanleihen. Weil sicherer ist immer besserer. Und wer kann sich beschweren, dass Staatsanaleihen nicht sicher wären? Das Ergebnis dieser Regulatorik kann sich sehen lassen. Die Aktienquoten von vormals rund 15% im Schnitt von Kontinentaleuropas Assekuranzen sind auf 3,5% (inklusive auch aller investierten Fonds und ohne Berücksichtigung von Absicherungen) gesunken. Die Bond-Quoten auf 95% gestiegen. Der reale Return aus diesen Portfolios nähert sich immer mehr der Nulllinie an. Die stillen Reserven werden immer öfter herangezogen, das Geschäft am Leben zu erhalten. Doch nun scheint’s als geht ein Licht auf.

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