Gastbeitrag, Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
08.08.2019, 4374 Zeichen
Der Markt der Videospiele gilt als riskant und schnelllebig. Viele Firmen kamen und gingen bereits, wandelten sich vom Liebling der Börse zur Angstaktie der Anleger: Sega Games schien Anfang der 1990er Jahre zum nächsten Marktführer zu avancieren, verschwand dann aber schnell von der Bildfläche und stellt heute nur noch Spiele-Software für andere Plattformen her. Ähnlich erging es einige Jahre früher dem Hersteller Atari. Doch für das japanische Unternehmen Nintendo geht es auch an der Wiener Börse aktuell nur in eine Richtung: Bergauf. Nun hat der Konzern die sogenannte Switch Lite angekündigt, das neue Modell seiner Erfolgskonsole Switch. Kann die neue Konsole die Kurse des Unternehmens noch weiter steigern? Eine Analyse.
Quelle: IG
Lange zeigte die Verkaufskurve von Nintendos Heimkonsolen nur nach unten. Mit der Massenmarkt-kompatiblen Heimkonsole Wii drehten sich die Vorzeichen, insgesamt konnten 101,63 Millionen Einheiten abgesetzt werden. Dann folgte das Desaster der Wii U (13,4 Millionen Verkäufe in über vier Jahren). Man schrieb Verluste, an den Börsen galt Nintendo als potenzieller Insolvenzfall. Doch die Hybrid-Konsole Nintendo Switch bescherte den Japanern erneut große Gewinne: 30,5 Millionen Einheiten konnte man seit März 2017 verkaufen, die Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr geht von über 18 Millionen Verkäufen aus. Zudem verleiht Nintendo seine bekannten Marken wie Mario und Pokémon an andere Firmen. So entstand zum Beispiel das Hit-Spiel Pokémon Go, das in drei Jahren 2,65 Milliarden US-Dollar generieren konnte sowie der Kinofilm Meisterdetektiv Pikachu (400 Millionen Dollar Umsatz). Die Folge: Seit zwei Jahren steigen die Kurse regelmäßig, Nintendo ist zum Liebling auch an der Wiener Börse geworden.
Die Frage, die sich den Anlegern seither stellt: Sollten Trader langfristig in das japanische Unternehmen investieren und auf die Dividende schielen? Oder lohnt sich der Erwerb von Differenzkontrakten? Die Frage CFD vs Aktien ist eine grundsätzliche Entscheidung. Die Vorteile des CFD-Tradings liegen darin, short oder long mit Hebel handeln zu können und gute Hedging-Möglichkeiten zu haben. Gut informierte Trader könnten die Vorteile von CFDs im Sektor Videospiele ausnutzen, da Kurssteigerungen oft mit der Ankündigung neuer Hardware oder Software stattfinden. Da der Großteil des Umsatzes von Nintendo aus Übersee stammt, wirken sich die Währungskurse zudem stark auf die Einnahmen der Firma aus. Nintendo sah im letzten Quartal 2017 eine Steigerung der Nettogewinnerwartung von 400,8 Millionen Euro auf 721,4 Millionen Euro – aufgrund des schwachen Yen. Um von Wechselkurswirkungen und den schnellen Kursveränderungen maximal profitieren zu können, müssen CFD-Trader aber jenen Moment abpassen, in welchem beispielsweise der Verkaufsstart einer neuen Hardware die Märkte aufmischt.
Und genau dieser Moment scheint jetzt gekommen zu sein: Kürzlich hat Nintendo die Switch Lite angekündigt, eine portable und kostengünstigere Variante der Switch-Konsole. Die Switch Lite wird lediglich 199 Dollar kosten. Zum Vergleich: Das bisherige Modell schlägt seit Verkaufsstart mit 300 bis 330 Euro zu Buche. Das ist eine gute Nachricht für Anleger. Denn während die Nintendo Switch in Europa und den USA bereits spektakuläre Verkaufszahlen aufweisen kann, hinkt man in Japan den Verkäufen der hauseigenen Handheldkonsolen Nintendo DS (insgesamt 32,99 Millionen abgesetzte Einheiten in Japan) und Nintendo 3DS (bislang 25,18 Millionen Einheiten) hinterher. Nintendos Heimatland ist das Mekka für tragbare Spielekonsolen. Besonders hier, aber auch bei der Nintendo-typischen jüngeren Käuferschicht in den westlichen Märkten, sollte die Switch Lite ein Verkaufshit werden. Die Märkte reagierten bereits: Nachdem die Nachricht des neuen Modells die Börsen erreicht hatte, schoss Nintendos Aktienkurs auf ein 9-Monatshoch.
Quelle: IG
Das japanische Traditionsunternehmen Nintendo hatte in der Vergangenheit einige holprige Börsenjahre. Inzwischen ist die Firma jedoch zum Liebling der Anleger geworden. Sowohl die Investition in Aktien, als auch der Erwerb von Differenzkontrakten können sich für Trader an der Wiener Börse lohnen. Die Ankündigung der Switch Lite sowie die kulturelle Signifikanz der Videospiele sollten für weitere langfristige Steigerungen der Unternehmenswerte sorgen.
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