12.09.2019, 2470 Zeichen
Was Unternehmen, die untereinander kooperieren, rechtlich berücksichtigen sollten, darüber haben Florian Hutzl und Gernot Wilfling von Müller Partner Rechtsanwälte bei einem Jour Fixe in ihrer Kanzlei referiert. Neben der Abklärung von Rechtsform, Haftungen und Gewährleistungsthemen, den jeweiligen Beiträgen der Partner, Vertaulichkeiten, Nachschusspflichten, Vertretungen, etwaigen Vorkaufsrechten etc. sei im Falle einer Kooperation oder eines Joint Ventures auch der Umgang mit unterschiedlichen Unternehmenskulturen nicht zu vernachlässigen. "Da kann es durchaus zu einem Clash of cultures kommen. Vor allem, wenn ein Großkonzern mit einem Startup kooperiert", weiß Wilfling aus der Praxis zu berichten.
Kommt es zu einem Kapitalbedarf bzw. wird das Finanzierungsthema akut, dann gibt es bekanntlich viele Möglichkeiten. Ihre jeweiligen Angebote für eine Kapitalaufnahme haben Rockets Group-Gründer Wolfgang Deutschmann und Silvia Wendecker, Issuers & Market Data Sales bei der Wiener Börse, vorgestellt.
Über die Rockets Group und ihre drei Plattformen (Green Rocket, Home Rocket und Lion Rocket) kann man demnach Kapital über Nachrangdarlehen, Anleihen und seit kurzem auch über Eigenemissionen von Wertpapieren einholen - je nach dem, wie hoch der Kapitalbedarf ist und welchen Anforderungen sich die Unternehmen hinsichtlich Prospekt etc. stellen wollen. Bei der noch jungen Möglichkeit der Aktien-Emission ist es laut Deutschmann sinnvoll, ein Volumen von mindestens 1,5 Mio. Euro platzieren zu wollen. In diesem Falle muss seitens der bestehenden Aktionäre auch die Bereitschaft zu einer Verwässerung der Anteile gegeben sein. Wichtig ist Deutschmann vor allem die Qualität der Unternehmen, die sich über seine Plattformen Kapital holen, deshalb werden die jeweiligen Projekte gründlich gescreent. "Oberste Priorität für uns hat, gute Investoren mit guten Projekten zusammenzubringen".
Hat ein Unternehmen bereits ein gewisses Wachstum und eine solide Investorenbasis, dann kann es Sinn machen, sich über ein Listing an der Börse Gedanken zu machen. Das in diesem Jahr gestartete direct market-Segment der Wiener Börse kann hier quasi als Einstiegs-Segment für KMU in Betracht gezogen werden. Die Anforderungen hinsichtlich Veröffentlichungen, z.B. von Jahresabschlüssen, sind in diesem Segment weniger umfassend. Ein Listing kann hier einfach, rasch und kostengünstig umgesetzt werden. Die Vorbereitungszeit dafür liegen laut Wendecker bei sechs bis zwölf Monaten.
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