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08.11.2019, 3453 Zeichen

Das Linzertörtchen. Bei Brokervergleichen vergisst man gerne darauf: Da gibt es noch eine kleine, schüchterne Onlinebank, die Bankdirekt. Eigentlich zum Raiffeisen-Reich gehörend, sind sie dort, so hört man, genauso beliebt wie Brokerjet es bei der Erste war und die Easybank es bei der Bawag ist. Klartext: Sie unterbieten die Spesen der Filialbanken. Deshalb tritt die Bankdirekt auch nicht in strahlendem Gelb auf, sondern undercover in Rot. Man soll keine Nähe zu Raiffeisen sehen. Niemand würde Raiffeisen in Rot vermuten.

Es gab schon schlechtere Zeiten für die Bankdirekt: Damals, als es noch einen konkurrenzlosen Konkurrenten gab, mit dem man sich spesenmäßig einfach nicht messen hat können. Damals, als es verdammt schwer gefallen ist, die Bankdirekt von der Direktanlagebank zu unterscheiden. Die Direktanlagebank gibt es jetzt auch nicht mehr, sie ist umbenannt worden. Die Zeiten sind also theoretisch besser geworden. Ein Super-Coup wäre es natürlich gewesen, die 38.000 heimatlosen Depotkunden einzuladen, deren Broker vor wenigen Jahren zugesperrt wurde. Aber dazu war die Bankdirekt zu schüchtern, niemand (von den Leuten, die ich kenne) hat damals ein spezielles Angebot gesehen, das sich an diese heimatlosen Kunden gerichtet hätte.

Ich bin zufriedener Ex-Kunde. Eine Zeitlang war ich Kunde, es gab keine wirklichen Probleme, aber über eine Kleinigkeit habe ich mich einmal geärgert, ich glaube, es waren Teilausführungsspesen von erinnerlich 1,95 Euro pro Teilausführung, und ich hatte bei einer Aktie wahnsinnig viele Teilausführungen, da ist ein spürbarer Batzen Spesen zusammengekommen. Die Konkurrenz hatte keine Teilausführungsgebühr, das hat mir dann eher zugesagt. Ist aber schon viele Jahre her. In Erinnerung geblieben ist mir, dass ich noch als Ex-Kunde zwei Jahre lang eine echte Geburtstagsglückwunschkarte von dieser Bank bekommen habe. In Papier, nicht als E-Mail. Ja, solche "Kleinigkeiten" fallen dem Kunden wie auch dem Ex-Kunden auf, er merkt sich das.

Heuer gab es in Wien ein Wiedersehen mit der Bankdirekt. Stand auf der Messe hatten sie leider keinen, aber die Bankdirekt lud im Anschluss an die Gewinn-Messe zu einer interessanten Abendveranstaltung ein, im Anschluss gab es ein wirklich gemütliches Beisammensein. Anleger trafen Anleger. Die Gastgeber hätten sich aber nicht so im Hintergrund halten müssen, auf Wiener kann man ruhig offensiv zugehen und über Finanzielles plaudern. Ja, wir haben Folder gekriegt, aber wer liest sich Folder durch, wenn ihm nicht schon beim ersten Blick darauf etwas Interessantes ins Auge springt? Brokermäßig sind ja die meisten Anleger momentan zufriedenstellend versorgt, man sucht nicht unbedingt. Ich hatte den Eindruck, dass sich diese gelungene Veranstaltung nicht in Neukunden hat ummünzen lassen. Irgendwie schade, weil sympathisch waren die Oberösterreicher allesamt. Sie mussten am gleichen Abend (nach 22 Uhr) noch nach Linz heimfahren. Ich hoffe, sie sind alle gut heimgekommen. Beim Ausgang wurde jedem der Gäste noch ein kleines Linzertörtchen persönlich überreicht. Als Gruß aus Oberösterreich. Das Törtchen war klein, ja, aber diese kleine Liebenswürdigkeit fällt auf, keine Sorge. Die Bankdirekt ist jetzt sicher vielen Wienern sehr sympathisch. Jetzt fehlt nur noch, dass sie auch geschäftlich zueinander finden. Da sollte ihnen etwas einfallen, der Boden ist bereitet.

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 08.11.)



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    08.11.2019, 3453 Zeichen

    Das Linzertörtchen. Bei Brokervergleichen vergisst man gerne darauf: Da gibt es noch eine kleine, schüchterne Onlinebank, die Bankdirekt. Eigentlich zum Raiffeisen-Reich gehörend, sind sie dort, so hört man, genauso beliebt wie Brokerjet es bei der Erste war und die Easybank es bei der Bawag ist. Klartext: Sie unterbieten die Spesen der Filialbanken. Deshalb tritt die Bankdirekt auch nicht in strahlendem Gelb auf, sondern undercover in Rot. Man soll keine Nähe zu Raiffeisen sehen. Niemand würde Raiffeisen in Rot vermuten.

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