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Banken fürchten sich vor Verlust von Kundendaten durch Cyberattacken

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23.12.2019, 5412 Zeichen

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hat in Zusammenarbeit mit IIF (Institute of International finance) eine Studie zu Banken-risiken erstellt. Dazu wurden weltweit CROs (Chief Risk Officers) von 94 Großbanken befragt. Fazit: Die aus Sicht der zuständigen Risikomanager derzeit größte Herausforderung für Banken sind Cyberrisiken: 67 Prozent der Banken fürchten den Verlust von Kundendaten, 53 Prozent verorten die Gefahr, nach einer Attacke nicht mehr erreichbar und handlungsfähig zu sein. Die Mehrheit der Banken – 77 Prozent – sieht die Notwendigkeit, zusätzliche Experten für die Abwehr von potenziellen Cyber-Attacken einzustellen. Kreditrisiken liegen nach Ansicht der Befragten hinter Cyber-Angriffen auf dem zweiten Rang, gefolgt von der Digitalisierung und dem entsprechenden Umbau des Geschäftsmodells. Auf Platz vier der Top-Risiken rangiert das Thema „potenzielles Fehlverhalten von Bankmanagern“.

In Bezug auf Kreditrisiken zeigt sich eine bemerkenswerte Verbindung zu Risiken, die sich aus dem Klimawandel ergeben: 53 Prozent der befragten Institute sehen höhere Ausfallrisiken aufgrund des fortschreitenden Klimawandels. Allerdings sehen auch mehr als 45 Prozent der Banken zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten durch einen erhöhten Finanzierungsbedarf von Unternehmen im Rahmen der Transformation hin zu einer CO2-neutralen Kreislaufwirtschaft.

Auffallend ist: Finanzielle bzw. Bilanzrisiken treten zunehmend in den Hintergrund. So standen bis zum Jahr 2016 noch Risiken im Zusammenhang mit der Regulierung von Kapitalanforderungen ganz oben auf der Agenda der Banken – im aktuellen Risiko-Ranking belegen derartige Themen hingegen nur noch den fünften Platz. Gleichwohl bleiben Kreditrisiken für viele Banken weit oben auf der Agenda.

Armin Schmitt, Leiter des Bereichs Financial Services Advisory und Partner bei EY Österreich, kommentiert die Studienergebnisse so: „Die Risikolandschaft für Banken hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert: Nachdem es während und nach der Finanzkrise noch in erster Linie darum ging, finanzielle Herausforderungen wie Kreditausfälle zu bewältigen und die Liquidität zu sichern, geht es heute immer mehr um Themen, die mit dem technologischen und politischen Umfeld der Banken zu tun haben. Hinzu kommen Risiken aus dem Klimawandel. All das stellt Banken im Risikomanagement vor neue Herausforderungen, sowohl was die Methoden und Modelle angeht, aber auch in Bezug auf die erforderlichen Ressourcen.“

Schmitt warnt: „Ein finanzieller Abschwung in irgendeiner Form scheint in den nächsten Monaten oder Jahren wahrscheinlich zu sein – traditionelle finanzielle Risiken können dann sehr rasch wieder an Bedeutung gewinnen und werden durch den technologischen, politischen und klimabedingten Wandel noch verschärft. Auch darauf muss das Risikomanagement der Banken vorbereitet sein.“


Nicht einmal jede zweite Bank sieht sich völlig oder weitgehend gewappnet, wenn es um Cyber-Risiken geht. Eine knappe Mehrheit – 53 Prozent – konstatiert für das eigene Institut nur einen geringen oder mittleren Schutz im Umgang mit derartigen Herausforderungen, 13 Prozent der befragten Großbanken stehen bei diesem Thema nach eigener Einschätzung sogar noch am Anfang. „In einer zunehmend vernetzten und digitalisierten Wirtschaft entwickeln sich Cyberrisiken zu einer immer größeren und potenziell existenziellen Gefahr. Gerade Banken sind verwundbar, denn viele Institute verfügen über eine höchst komplexe und teilweise auch fragmentierte und veraltete IT-Infrastruktur. Die gilt es auf dem neuesten Stand zu bringen und zu sichern“, so Schmitt. Für die Institute sei die Bewertung potenzieller Gefahren angesichts des raschen technologischen Wandels enorm schwierig, betont der Experte: „Die Angriffe werden immer professioneller und kommen aus verschiedenen Richtungen. Angesichts der potenziell katastrophalen Folgen eines längerfristigen IT-Ausfalls bei einer Bank schaut auch die Bankenaufsicht bei IT-Mängeln immer genauer hin.“

Noch größeren Nachholbedarf haben die Banken vor allem beim Datenschutz, wo sich 21 Prozent für relativ unvorbereitet halten – ebenfalls ein Thema, das zuletzt stark an Bedeutung gewonnen hat und in diesem Jahr erstmals unter den Top-10-Risiken zu finden ist (Platz 8)

Auf klassische finanzielle Risiken sind die Banken nach eigener Einschätzung insgesamt deutlich besser vorbereitet: So sind die Risikomanagement-Prozesse bei den Themen Liquiditäts- bzw. Kapitalmanagement zu 98 bzw. 85 Prozent weitgehend oder vollständig auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Die Bankmanager fürchten, dass auch politische Entwicklungen eine zunehmende Herausforderung für die Branche werden – vier von fünf Befragten sehen eine steigende Bedeutung politischer Risiken. Im Zentrum stehen dabei die problematischen Beziehungen zwischen China und den USA und mögliche Cyber-Kriege, die jeweils von 47 Prozent der Risikomanager als besonders bedrohlich und mit Auswirkungen auf das eigene Institut bezeichnet werden. Zunehmende Handelskonflikte bereiten immerhin 42 Prozent der Manager große Sorgen. Schmitt betont: „Politische und finanzielle Risiken hängen immer stärker zusammen – so werden weltweit agierende Unternehmen und Banken zunehmend mit Embargos und Sanktionen konfrontiert; Verstöße können außerordentlich hohe Strafen nach sich ziehen. Für die Banken heißt das: Sie müssen Frühwarnsysteme entwickeln und jederzeit reagieren können.“



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1. Armin Schmitt, Leiter des Bereichs Financial Services Advisory und Partner bei EY Österreich: "Österreichischer Bankenmarkt: Vertrauen in Hausbanken sinkt, während digitale Dienste zunehmend wichtiger werden", Copyright: EY , (© Aussender)   >> Öffnen auf photaq.com

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Armin Schmitt, Leiter des Bereichs Financial Services Advisory und Partner bei EY Österreich: "Österreichischer Bankenmarkt: Vertrauen in Hausbanken sinkt, während digitale Dienste zunehmend wichtiger werden", Copyright: EY, (© Aussender)


Autor
Christine Petzwinkler
Börse Social Network/Magazine


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