13.01.2020, 1513 Zeichen
„Index-Schmuser“ muss Strafe zahlen. Den Begriff „Index-Schmuser“ hört kein Fondsmanager gern. Schwingt darin doch der Vorwurf mit, Anlageentscheidungen nicht auf Basis umfangreicher Analysen zu treffen, sondern nur den Index nachzubilden, der den eigenen Anlagekriterien am nächsten kommt.
In der Regel gelten Fonds-Produkte dann als Index-Schmuser, wenn sie weniger als 60 Prozent sogenanntes „Active Share“ haben, also Anlageentscheidungen, die zum Index differieren. Wer Geld in solchen Fonds hat, wird gleich zweimal bestraft: Zum einen zahlt er für ein Portfoliomanagement, das es eigentlich nicht gibt. Zum anderen kann ein solcher Fonds den Index kaum schlagen. Wird die aktive Steuerung eines Fonds zurückgefahren, sollten also konsequenterweise die Investoren benach- richtigt und die Kosten gesenkt werden. Der Anbieter Henderson (seit 2016 Janus Henderson) hatte genau das getan – allerdings nur für professionelle Investoren. Privatanleger wurden nicht informiert.
Für dieses Versäumnis verhängte die britische Finanzaufsicht FCA nun eine Strafe von 1,9 Mio. Pfund (rund 2,2 Mio. Euro). Der Vorwurf: Henderson habe 2011 bei zwei Fonds die aktive Steuerung reduziert und Privatanlegern bis 2016 zu hohe Gebühren in Rechnung gestellt. Die Gesellschaft bot nahezu allen institutionellen Investoren an, auf Gebühren zu verzichten. Die Retail-Anleger hingegen informierte der Anbieter nicht über die geänderte Strategie.
(Der Input von Marc Tüngler für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 13.01.)
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