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Junge Trader: Ich glaube nicht, dass diese Generation bei Verlusten raunzen kommt (Christian Drastil)

Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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09.02.2021, 2588 Zeichen

Derzeit kommt eine Art Parallelwelt in der Geldanlage hoch. Begleitet von vielen Kommentaren auch aus dem Medienbereich. Ich zitiere hier den geschätzten Kollegen Dominik Hojas vom Börsianer: "Immer mehr junge Menschen werden zu Tradern. Der Grund dafür liegt vor allem bei Neobrokern, die den Aktienhandeln mit ihren coolen Apps zum Spiel machen. Beflügelt von starken Börsenjahren, dem Höhenflug der Tesla-Aktie sowie von abenteuerlichen Geschichten, wie um Gamestop, gehen viele junge Trader hohe Risiken ein. Statt an der Börse zu investieren, wird spekuliert, um schnell an Geld zu kommen. Ihre Transaktionsdaten werden von den Apps verkauft, sie selbst werden zum Produkt, das ist der Preis für den kostenfreien Handel. So sehr es mich freut, junge Menschen für die Börse zu begeistern, für so gefährlich halte ich diese Entwicklung. Am Ende gilt, wie im Casino: Es gewinnt immer der Broker!“.

Ich klammere hier den Satz mit den verkauften Transaktionsdaten aus, Das ist freilich keine schöne Entwicklung und damit gewinnt der Broker wohl sicher. Die Sache selbst ist aber durchaus erfrischend, diese jungen Leute haben Erfolgserlebnisse und lachen einen wie mich, der mit dem öffentlichen Depot seit 2002 jährlich 13,1 Prozent erwirtschaftet hat, aus. Das passt. Ich glaube auch nicht, dass diese Generation dann jammern kommt, wenn es daneben geht. Zu viel hat man zB beim Bitcoin schon gesehen, auch nach unten. Ja, es ist näher an der Sportwette als an der Geldanlage. Aber es steckt fester Glaube dahinter bei den meisten. Und ich denke, die kennen sich besser aus, als wir glauben. Zudem: In Zeiten, in denen es keine risikolose Veranlagung mehr gibt, ist die Diskussion schwierig, ob man nun für die Chance auf zB 20 Prozent in einem Jahr (zB bei Bonuszertifikaten, die ich mag) ebenfalls ein theoretisches Totalverlustrisiko eingeht wie bei einer High-Risk-Spekulation. Ich glaube nicht, dass die Börse ein Nullsummenspiel ist. Sie hat ja kein Ablaufdatum und langfristig steigende Notierungen vorausgesetzt kann es viel mehr Gewinner als Verlierer geben.

Wie gesagt: Ich glaube nicht, dass diese Leute, die auch keine Beratung brauchen oder wollen, bei Verlusten jammern werden. Sie sind auch stolz. Aber dann, wenn ihnen das System mit Repressalien dazwischenfunkt, kann es laut werden und das ist gut so. Und Risiko-Adjusting kommt mit dem Alter automatisch. Ich weiss das aus eigener Erfahrung. Und manchmal muss unsere Generation damit leben, dass wir nicht nur optisch alt ausschauen.

(Der Input von Christian Drastil für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 09.02.)


(09.02.2021)

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