09.03.2022, 3866 Zeichen
Die Addiko Bank hat 2021 einen Nettogewinn von 13,6 Mio. Euro (2020: 1,4 Mio. Euro) erzielt. „Unser Geschäft mit Konsumenten und SMEs entwickelte sich gut und konnte von unserem Transformationsprogramm und einer Steigerung bei der Neukreditvergabe an Konsumenten sowie Kleinst- und Kleinunternehmen profitieren", so Herbert Juranek, CEO der Gruppe. Die Risikokosten stellten sich mit -13,2 Mio. Euro oder -0,4% (2020: -48,4 Mio.) niedriger als erwartet dar. Wie bereits veröffentlicht, trat das „Gesetz zur Begrenzung und Verteilung des Währungsrisikos zwischen Gläubigern und Kreditnehmern von Schweizer Franken", in Slowenien am 26. Februar 2022 in Kraft. Addiko hat Anfang Februar 2022 ein Worst-Case-Szenario von 100 bis 110 Mio. Euro veröffentlicht, das auf eigener Interpretation dieses ungenauen Gesetzes beruht. Infolgedessen wird für 2021 keine Dividende ausgeschüttet. Eine Dividende für 2022 wird von der weiteren Entwicklung abhängig sein.
Im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg liegt das direkte Exposure der Addiko Gruppe gegenüber der Ukraine, Russland und Weißrussland den Angaben zufolge bei unter 10.000 Euro. Alle Limits für betroffene Banken in CSEE wurden rechtzeitig gekürzt. Das indirekte Exposure beläuft sich auf bis zu 13 Mio. Euro. Mögliche Auswirkungen, falls überhaupt vorhanden, werden noch analysiert. Die globalen Auswirkungen auf die Region können an dieser Stelle noch nicht geschätzt werden, so die Bank.
Das Nettozinsergebnis ging um 2,9 Prozent auf 169,5 Mio. Euro zurück, die entsprechende Nettozinsmarge betrug 2,88 Prozent (2020: 2,91 Prozent). Das Provisionsergebnis erhöhte sich deutlich gegenüber dem Vorjahr um 11,7 Prozent auf 66,8 Mio. Euro (2020: 59,8 Mio. Euro). Die Cost-Income Ratio blieb im vergangenen Jahr unverändert bei 72,4 Prozent.
Der Anteil der beiden Fokusbereiche Konsumenten und SME stieg auf 74 Prozent der Bruttokundenforderungen gegenüber 65 Prozent im Vorjahr und entspricht der allgemeinen Geschäftsstrategie von Addiko. Der Gesamtumfang der Bruttokundenforderungen (performing loans) verringerte sich von 3,60 Mrd. Euro zum Ende 2020 auf 3,28 Mrd. Euro, was vor allem auf den beschleunigten Abbau in den Nicht-Fokusbereichen (-33% im Jahresvergleich) sowie auf die Reduktion der ertragsschwachen mittelgroßen SME-Volumina zurückzuführen ist. Insgesamt belief sich das Wachstum der Fokusbereiche auf 4 Prozent, wobei diese ohne die mittelgroßen Unternehmen im SME-Segment um 9,5 Prozent wuchsen. Die NPE-Quote belief sich auf 2,9% (2020: 3,5%) bei einer NPE-Deckung durch Risikovorsorgen von 71,9% (2020: 73,6%), Die CET1-Quote verbesserte sich auf 22,2% und auf 21,6% IFRS 9 fully-loaded (2020: 20,3% bzw. 19,3%), was vor allem auf die deutliche Reduktion der risikogewichteten Aktiva zurückzuführen war.
Das operative Ergebnis verringerte sich im Jahresvergleich um 12,5 Prozent auf 54,9 Mio. Euro (2020: EUR 62,8 Mio.) aufgrund von Kosten für den Wechsel im Management, Restrukturierungen und Rückstellungen für leistungsbasierte Boni, wobei letztere im Vorjahr nicht enthalten waren.
Für das Gesamtjahr 2022 (ohne Berücksichtigung des slowenischen CHF-Gesetzes) erwartet der Konzern Bruttokundenforderungen bei ca. 3,3 Mrd. Euro mit mehr als 10 Prozent Wachstum in den Fokusbereichen sowie ein Nettobankergebnis auf Vorjahresniveau trotz des beschleunigten Abbaus in den Nicht-Fokusbereichen, zudem weitere Senkung der Betriebsaufwendungen auf unter 165 Mio. Euro, ohne Berücksichtigung des EURO-Projekts in Kroatien (Kosten im mittleren einstelligen Euro-Millionenbereich). Eine Gesamtkapitalquote von über 18.6 Prozent auf Übergangsbasis. Juranek: "Wir werden noch intensiver daran arbeiten, neue Kunden von unseren Produkten überzeugen, indem wir neue digitale Angebote entwickeln, unsere Performance weiter verbessern und Verantwortung gegenüber unseren Kunden und der Gesellschaft übernehmen".
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