10.03.2022, 4019 Zeichen
Nach der heutigen EZB-Sitzung, bei der die Nullzinspolitik vorerst prolongiert und die Reduzierung des Programms zur quantitativen Lockerung angekündigt wurde, meldeten sich einige Markt-Experten mit Einschätzungen zu Wort:
Nicolas Forest, Global Head of Fixed Income bei Candriam meint: ,Nach dem Kurswechsel im Februar und dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine wurde die heutige Sitzung der Europäischen Zentralbank mit Spannung erwartet. Während die Investoren auf eine Aufweichung des geldpolitischen Kurses hofften, bestätigte die Zentralbank das allmähliche Ende ihres Programms zur quantitativen Lockerung. So wird das europäische QE-Programm ab Juni schrittweise auf 20 Milliarden Euro pro Monat reduziert und könnte im dritten Quartal auslaufen. In ihrer Erklärung ließ die EZB auch eine mögliche Zinserhöhung als Option offen. Ein heikles Unterfangen für Christine Lagarde: Die Zentralbank hat ihre Wachstumserwartungen aufgrund des Krieges nach unten korrigiert, während sie ihre Inflationsprognosen für 2022 auf 5,1 %, für 2023 auf 2,1 % und für 2024 auf 1,9 % erhöhen musste. Die Revision für 2022 ist eine der höchsten überhaupt. Die EZB-Präsidentin wies auch auf die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität hin, die durch den Krieg und die aktuelle Energiekrise verursacht werden. Wenig überraschend bemerkte Christine Lagarde auch, dass es am Tisch unterschiedliche Meinungen gebe - eine diplomatische Formulierung, die auf Differenzen über die künftige Politik hindeutet. Der Druck zur geldpolitischen Normalisierung wird also groß sein, wenn die Inflationszahlen weiter nach oben korrigiert werden, insbesondere für 2023 und 2024. Vor diesem Hintergrund sind nun die Zinssätze weiter auf das Vorkriegsniveau gestiegen. Die EZB scheint mehr denn je im Kreuzfeuer zu stehen; die Inflation läuft aus dem Ruder und es herrscht Krieg vor den Toren Europas."
Wolfgang Bauer, Fondsmanager im Public Fixed Income Team von M&G Investments, anlässlich der heutigen EZB-Entscheidung: „Christine Lagarde ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Ihr Job als EZB-Präsidentin ist im vergangenen Jahr aufgrund des Inflationsdrucks deutlich schwieriger geworden. Lange Zeit konnte die EZB – wie andere Zentralbanken auch – eine außerordentlich lockere Geldpolitik rechtfertigen, da die Inflation weit unter dem Zielwert lag. Jedes Mal, wenn sich die Stimmung an den Märkten deutlich verschlechterte, ließen sich die Ankäufe von Vermögenswerten ausweiten, während die Zinssätze auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten wurden. Heute allerdings sind die Dinge nicht mehr so einfach. Der Versuch, die Märkte zu stabilisieren und gleichzeitig die Inflation zu dämpfen, führt zu einem Zielkonflikt. Letzten Endes muss einer nachgeben. In ihrer heutigen Ankündigung schlug die EZB einen deutlich falkenhaften Ton an und signalisierte damit, dass sie sich derzeit mehr Sorgen um die europäischen Inflationszahlen als um die Marktbedingungen macht. Wenn die EZB den Abbau der Anleihekäufe beschleunigt, könnten sich die Anleger bald in einem neuen Marktumfeld wiederfinden, in dem die Zentralbanken kein Sicherheitsnetz mehr bieten.“
Sandra Holdsworth, Head of Rates UK bei Aegon Asset Management, meint: „Der EZB-Rat ist heute zu einer Sitzung zusammengekommen, um die Geldpolitik zu erörtern und die neuesten Prognosen der Experten für die Wirtschaft der Eurozone zu veröffentlichen. Es überrascht nicht, dass die Prognosen für die Inflation in der Eurozone deutlich nach oben und die Prognosen für das BIP-Wachstum leicht nach unten korrigiert wurden. Angesichts der außergewöhnlich hohen Inflation beschloss der Rat, das Tempo der Rückführung der quantitativen Lockerung zu beschleunigen. Das PEPP-Programm läuft Ende März aus und das APP wird nun wahrscheinlich im Juni enden. Die Reinvestitionen von Beständen bei Fälligkeit werden auf absehbare Zeit fortgesetzt. Die Aufmerksamkeit wird sich nun darauf richten, wann die EZB die Zinssätze anheben wird, wobei das Risiko darin besteht, dass dies eher früher als später geschieht.“
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