12.12.2022, 4374 Zeichen
Aus dem wöchentlichen Marktausblick von Raiffeisen Research: An den westlichen Aktienmärkten geht aktuell nicht mehr viel weiter. Die starke Erholungsbewegung zwischen Ende September und Mitte November muss erst einmal verdaut werden. In der abgelaufenen Woche ging es sogar im Wesentlichen leicht abwärts. Was war der Grund dafür? Schlechte Unternehmensmeldungen? Schlechte Konjunkturdaten? Eher nicht. Und wenn, dann eher (zu) gute. Und das ist aktuell mitunter die Krux an der Sache.
Angefangen hat das alles mit recht starken US-Arbeitsmarktdaten vor genau einer Woche. Die Daten waren deutlich besser als erwartet ausgefallen, was erneut Befürchtungen in Bezug auf die weitere US-Geldpolitik schürte. Nicht nur nahm die Beschäftigung im November stärker zu als erwartet worden war, der Anstieg der Löhne und Gehälter übertraf die Markterwartungen um das Doppelte. US-Notenbank-Chef Jerome Powell hatte erst wenige Tage zuvor noch die Signale für eine gemäßigtere Gangart bei den Leitzinsanhebungen untermauert, was die Börsen zunächst weiter angetrieben hatte. Doch der nunmehr starke Arbeitsmarktbericht gibt der Fed weniger Grund, ihre Politik zu zügeln. Den Daten zufolge hat die US-Wirtschaft im November mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft sind 263.000 Stellen hinzugekommen.
Ins gleiche Horn stießen in den USA die ISM-Einkaufsmanagerumfragen außerhalb der Industrie und auch die Daten zu den Auftragseingängen der deutschen Industrie sind im Oktober im Monatsvergleich um 0,8 % gestiegen, während Analysten einen etwas kleineren Zuwachs von 0,5 % erwartet hatten. Spannend wird es daher in der kommenden Woche, wenn zunächst am Dienstag die ZEW-Konjunktureinschätzungen für Deutschland und die Eurozone und dann am Freitag auch noch neue PMI-Einkaufsmanagerumfragedaten veröffentlicht werden. In unserem Chart der Woche ist anschaulich dargestellt, wie Letztere ganz besonders in Europa und im verarbeitenden Gewerbe bereits seit dem Frühsommer ganz kontinuierlich zurückgehen und inzwischen zumindest eine Stagnation der Wirtschaft andeuten. Für die am kommenden Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Daten erwarten wir aber – vielleicht sogar noch etwas ausgeprägter als der Konsens – eine Stabilisierung oder sogar eine leichte Erholung. Das mag für den mittelfristigen Konjunkturausblick förderlich sein, könnte jedoch bei den Anlegern abermals Sorgen vor weiter als aktuell erwartet gehenden Zinserhöhungsbestrebungen der wesentlichen Notenbanken schüren. Am Mittwoch (Fed) und am Donnerstag (EZB) wissen wir dazu mehr.
Abseits von makroökonomischen Daten und Notenbanken tut sich aber auch einiges – und zwar sogar in einer Form, die für Konjunktur, Inflation und Kapitalmärkte gleichermaßen positiv sein kann: (1.) Die Ölpreise gehen weiter massiv zurück. Die Notierung für ein Fass der Sorte Brent markierte gestern zwischenzeitlich sogar ein neues Jahrestief (!), ehe eine leichte Stabilisierung einsetzte. Der Ölmarkt ist derzeit durch eine hohe Verunsicherung geprägt: nicht zuletzt der von den G7-Staaten beschlossene Preisdeckel für russisches Öl wirkt preishemmend. (2.) China scheint – wohl im Angesicht der jüngsten Protestwelle in der Bevölkerung – nun tatsächlich gewillt zu sein von seiner ganz strikten Null-Covid-Politik abzurücken. Eine vollständige Abkehr von dieser ist zwar noch nicht erkennbar, generell würden aber weitere Öffnungsschritte nicht nur der zuletzt schwachen chinesischen Wirtschaft helfen, sondern auch Verklemmungen der globalen Lieferketten tendenziell aufheben. Als Wermutstropfen bleibt hierbei allerdings das Risiko gegeben, dass Chinas im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich gut durchgeipmpfte Bevölkerung mit zunehmender Öffnung auch wieder neue, breitere Covid-Wellen erleben könnte.
Das momentane Bild an den Kapitalmärkten passt somit auch zu unseren mittelfristigen Erwartungen: Wir rechnen in Richtung Frühjahr im Zuge der noch anstehenden Anpassungsprozesse mit einem anhaltend holprigeren Pfad für die Aktienmärkte. Im Jahresverlauf 2023 sollten sich dann aber zusehends wieder die Bullen durchsetzen. Abnehmender Inflationsdruck, pausierende Notenbanken und eine in weiterer Folge wieder Fahrt aufnehmende Wirtschaft sollten dieses Szenario begünstigen. Ein Outperformancepotenzial erwarten wir auf Jahressicht insbesondere beim "zinssensitiven" Nasdaq 100."
Wiener Börse Party #1161: ATX nach Wiener Börse Preis mit Sieger VIG (O-Ton Hartwig Löger hier) im 6000er-Flirt; AT&S 10 Prozent Plus
1.
Trading Kurse TeleTrader
>> Öffnen auf photaq.com
Aktien auf dem Radar:AT&S, FACC.
Addiko Group
Die Addiko Gruppe besteht aus der Addiko Bank AG, der österreichischen Mutterbank mit Sitz in Wien (Österreich), die an der Wiener Börse notiert und sechs Tochterbanken, die in fünf CSEE-Ländern registriert, konzessioniert und tätig sind: Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina (wo die Addiko Gruppe zwei Banken betreibt), Serbien und Montenegro.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
Wiener Börse Party #1150: ATX erstmals kurz über 6000, seen on Börse360, Opening Bells Verena Tanos und alternativ Florentina Holzinger
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Bertien van Manen
Let's Sit Down Before We Go
2011
MACK
Gerhard Puhlmann
Die Stalinallee
1953
Verlag der Nation
Lisette Model
Lisette Model
1979
Aperture