29.07.2023, 4011 Zeichen
Die Analysten der Erste Group haben in ihrer Wochenpublikation "Equity Weekly" die Unternehmens-News von heimischen Börsenotierten kommentiert bzw. neue Research-Reports veröffentlicht. Hier einige Fazits:
Zu Verbund "Die Großhandelspreisobergrenze wurde per 1. Juni von EUR 140/MWh auf EUR 120/MWh gesenkt, der Verbund erwartet nun Steuern in Höhe von EUR 420 Mio. für das GJ23 (EUR 172 Mio. in 1H23). Die dadurch entstehenden negativen Auswirkungen werden jedoch durch die Anhebung der Prognose im Netzsegment kompensiert. Die Aktie notiert aktuell bei einem KGV von 12x und damit zu günstig in unseren Augen."
Zu OMV: "Im Ausblick 2023 hat die OMV ihre Prognosen für die wesentlichen Indikatoren des Marktumfelds nach unten revidiert. Der durchschnittliche Brent-Rohölpreis für 2023 wird nun zwischen USD 75 und 80 erwartet (bisher: USD >80), die Prognose für den durchschnittlich realisierten Gaspreis liegt jetzt bei rund EUR 30/MWh (bisher: EUR ~35/MWh). Die Erwartungen für die Referenzmargen im Chemiesektor, die Raffineriemargen im Segment Fuels & Feedstock sowie die Auslastung der Raffinerien wurden ebenfalls nach unten revidiert. Wir gehen davon aus, dass sich nach dem schwachen Q2 die Marktdaten verbessern werden und bleiben daher bei unserer Kaufempfehlung für die OMV-Aktie."
Zu Amag: "In unserem letzten Bericht haben wir bereits vor einer möglichen Senkung des Ausblicks, in Hinsicht auf das erwartete schwächere 2. Halbjahr, berichtet. In Summe sehen wir derzeit keine Kurstrigger für die AMAG-Aktie und bleiben daher weiter an der Seitenlinie."
Zur neuen ams Osram-Strategie: "Das nun bereinigte Produktportfolio soll bis 2026 6-10% Umsatzwachstum generieren können. Die Profitabilität soll im FY26 auf Basis des bereinigten operativen Ergebnisses 15% erreichen. Davor werden sich Kosten im Zusammenhang mit dem Kostensenkungsprogramm und Anlaufkosten des neuen Fertigungswerks für MikroLED in Malaysien (Kulim) negativ auf die Profitabilität auswirken. Die heutige, stark-positive Kursreaktion gibt dem Vorstand Vorschusslorbeeren, die allerdings im Laufe der kommenden Quartale an konkreten Ergebnissen gemessen werden. Wir haben auch einen positiven ersten Eindruck gewonnen, da wir die stark verbesserte Kommunikation and Transparenz schätzen, die es allen Marktteilnehmern erleichtern sollte, das Geschäftspotenzial von ams OSRAM zu erkennen, zu verfolgen und zu messen."
Zu Andritz: "Andritz sitzt auf einem Auftragsbuch von über EUR 10 Mrd, im Papier und Zellstoffbereich von über EUR 4 Mrd, womit das Geschäft deutlich über 2023 hinaus abgesichert ist. Die Auftragsbestände in den Bereichen Metall und Wasserkraft wachsen weiter an und sollten auch weiterhin von säkularen Trends getrieben werden, während der Papier-/Zellstoffbereich wohl noch etwas abschwächen wird. Aufgrund des hohen Auftragsbestands gehen wir davon aus, dass das weitere Wachstum außerhalb des Papier- /Zellstoffbereichs dessen temporäre Schwäche kompensieren wird können. Den Bewertungsabschlag von 40% zum Mitbewerber Valmet können wir aufgrund des diversifizierteren Angebots nicht nachvollziehen."
Zu Palfinger: "Im Gegensatz zu Europa, gelingt es Palfinger aktuell in Nordamerika mit neuen Produkten Marktanteile zu gewinnen. Allerdings generiert der US-Markt lediglich ein Drittel des Geschäftsvolumen in Europa, wodurch wir davon ausgehen, dass auch eine anhaltend gute Geschäftsentwicklung in Nord Amerika die Marktschwäche in Europa vollständig kompensieren wird können. Aus diesem Grund sehen wir auch das attraktive Bewertungsniveau der Aktie aktuell noch nicht als Einstiegsgelegenheit, sondern würden abwarten, bis sich die Bautätigkeit in Europa, und hier im Speziellen in Deutschland, Palfinger’s grösstem Einzelmarkt, zu erholen beginnt. Bis dahin erwarten wir, dass der Aktien- kurs weiter konsolidieren wird."
Ausblick: In der kommenden Woche berichten RBI und Erste Bank sowie AT&S und Lenzing. Zumtobel zahlt eine Dividende von EUR 0,40 pro Aktie und wird ab dem 1. August ex-Dividende gehandelt.
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