23.01.2025, 2730 Zeichen
Laut einer Studie von EY ist der Anteil weiblicher Vorstände in den 55 im Wiener Börse Index (WBI) gelisteten Unternehmen leicht gestiegen. Von den 192 Vorstandsmitgliedern sind 24 Frauen, was einem Anteil von 12,5 Prozent entspricht. Gegenüber August 2024 (22 Frauen) sind zwei Frauen hinzugekommen. „Der historische Höchststand beim Frauenanteil in den Vorständen ist zwar ein positives Signal, aber keineswegs ausreichend. Die Tatsache, dass noch immer deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmen keinen weiblichen Vorstand hat und nur eine einzige Frau an der Spitze eines Unternehmens steht, zeigt den dringenden Handlungsbedarf“, kommentiert Helen Pelzmann, Partnerin (EY Law) und Verantwortliche für die Initiative „Women. Fast Forward“ bei EY Österreich, die Ergebnisse. „Die Unternehmen verpassen die Chance, von unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen zu profitieren, was insbesondere in Zeiten massiver Transformation durch Digitalisierung, Klimawandel und Veränderungen in der Arbeitswelt essenziell ist. Vielfalt in Führungsgremien führt nachweislich zu besseren Entscheidungen und nachhaltigem Erfolg“, so Pelzmann weiter.
Der Anteil der rein männlich besetzten Vorstände bleibt mit 58 Prozent unverändert hoch. Nur ein Unternehmen – die Oberbank AG – hat mehr als eine Frau im Vorstandsgremium. Trotz dieses positiven Trends bleibt der Vorstand eine Männerdomäne: 32 von 55 Unternehmen haben derzeit einen rein männlich besetzten Vorstand – das sind mit 58 Prozent fast sechs von zehn Unternehmen. Nur ein Unternehmen, die Oberbank AG, hat mehr als ein weibliches Vorstandsmitglied. Radka Doehring von der Immofinanz AG nimmt weiterhin die Position einer Co-CEO ein. Die meisten Frauen arbeiten als Chief Operating Officer (COO) oder in anderen operativen Funktionen (9 Vorständinnen) sowie als Chief Financial Officer (7 Vorständinnen). Zwei Frauen sind als Chief Risk Officer tätig, weitere Positionen umfassen Chief Human Resources Officer, Chief Legal Officer und Chief Scientific Officer.
In den Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil aktuell bei 31,6 Prozent, ein leichter Rückgang gegenüber dem Höchstwert von 31,8 Prozent im August 2024. Dies ist auf die gestiegene Gesamtzahl der Aufsichtsratsmitglieder zurückzuführen, während die Anzahl der Aufsichtsrätinnen konstant blieb. So sitzen derzeit insgesamt 165 Frauen in den 522 Aufsichtsgremien der WBI-Unternehmen.
Seit Inkrafttreten der gesetzlichen Genderquote von 30 Prozent am 1. Januar 2018 erhöhte sich der Frauenanteil in den Kontrollgremien der österreichischen WBI-notierten Unternehmen dennoch deutlich von 19,8 Prozent (Stichtag: Dezember 2017) auf aktuell über 31 Prozent – ein Fortschritt, der über die Jahre aber an Zugkraft verloren hat.
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