26.06.2025, 4614 Zeichen
Aktuell scheint Donald Trump mit seiner Zick-Zack-Politik die größte Gefahr für den Bitcoin zu sein. Immer wieder sorgen seine politischen Entscheidungen für Korrekturen oder für Höhenflüge - es geht einmal steil nach oben, dann wieder rasant nach unten. Doch neben Trumps Politik gibt es eine weitere Gefahr für den Bitcoin, die aber tatsächlich größer ist: Quantencomputer.
Blackrock hat Bedenken
Der Bitcoin hat sich über die Jahre vom Spekulationsobjekt zum Investmentprodukt und Zahlungsmittel etabliert. Immer öfter wird der Bitcoin als Zahlungsoption akzeptiert - unter anderem in Online Shops, für In-Game-Käufe sowie im Bereich des Online Glücksspiels. Sieht man sich die Bitcoin Casinos im großen Vergleich an, so kann man schnell feststellen, dass es hier doch viele Anbieter gibt, die durchaus überzeugend sind. Einerseits mit Blick auf das Spieleangebot, andererseits mit Blick auf die Boni. Transaktionen mit Bitcoin sind anonym und sicher - aber wie lange noch? Denn der Vermögensverwalter Blackrock hat nun mit einem Dokument, das er an die US Börsenaufsicht SEC übermittelt hat, die Debatte neu entfacht, was passieren kann, wenn tatsächlich die ersten Quantencomputer Realität werden.
Der weltweit größte Vermögensverwalter warnt ganz klar davor, dass die Quantenrechner in der Lage sein können, die kryptografische Absicherung des Bitcoin Netzwerks zu unterwandern. Das wäre tatsächlich das „Worst Case“-Szenario schlechthin. Aber ist das überhaupt realistisch oder am Ende nur unbegründete Panikmache?
Was können Quantencomputer, was normale Computer nicht können?
Warum können Quantencomputer eine Gefahr werden, während scheinbar herkömmliche Rechner keine Gefahr sind? Das deshalb, weil die Quantenrechner theoretisch in der Lage sind, private Schlüssel angreifen zu können, die dafür verwendet werden, wenn es um das Signieren von Transaktionen geht. Dadurch könnten Quantencomputer Bitcoin Konten angreifen und einen Zugriff auf die Coins bekommen. Doch wie gesagt: alles rein theoretisch. Aber wenn man sich dann die Aussagen von Jensen Huang, dem Nvidia Chef, anhört, der davon spricht, dass die Quantencomputer demnächst viele Probleme innerhalb kürzester Zeit lösen werden, für die KI-Systeme Jahre brauchen, dann ist es aber auch in Ordnung, über mögliche Auswirkungen zu diskutieren. Vor allem, wenn gerade Unsummen in den Kryptomarkt gepumpt werden.
Darius Mouktharzadeh von 21Shares hat sich weniger über die Warnung gewundert, vielmehr über die späte Aufnahme in die Unterlagen von Blockrock. „Ich wundere mich nicht, dass Blackrock auf das Risiko hinweist, sondern wundere mich viel mehr, dass es nicht von Anfang an als Risiko in den Unterlagen aufgeführt worden ist“, so Mouktharzadeh. Das Thema ist auch überfällig, wenn man Co-Pierre Georg von der Frankfurt School fragt. „Meiner Meinung nach wurde das Thema von der Community viel zu lange ignoriert.“
Nicht nur Bitcoin könnte angegriffen werden
Also doch alles gefährlicher, als man meinen kann? Aktuell gibt es keinen Quantencomputer, der eine entsprechende Rechenleistung hat, die für den Bitcoin gefährlich werden könnte. Das weiß auch Claudia Linnhoff-Popien von der LMU. Die Expertin warnt, dass hier übertriebene PR stattfindet und Probleme geschaffen werden, die es aktuell nicht gibt. „Die angekündigten Leistungszahlen sind PR-Superlative“, so Linnhoff-Popien.
Auch wenn IBM plant, bis zum Jahr 2029 erstmals alltagstaugliche Quantencomputer auf den Markt bringen zu können, so gehen die Analysten und Experten aus, dass es wohl noch ein bis zwei Jahrzehnte dauern wird, bis tatsächlich eine reale Bedrohung gegenüber dem Bitcoin entstehen könnte.
Tatsächlich stellen Quantencomputer aber nicht nur für den Bitcoin eine Gefahr dar. Denn Quantencomputer könnten andere Verschlüsselungsverfahren angreifen. So etwa jene, die Geheimdienste oder Banken verwenden. Somit stellt sich hier die Frage, wieso man den Bitcoin angreifen sollte, wenn es Ziele gibt, die wesentlich lukrativer sind?
So kann der Bitcoin vor Angriffen geschützt werden
Kann das System rund um den Bitcoin geschützt werden? Aus technischer Sicht: Ja. Etwa, wenn durch ein Update der Blockchain über einen Hard Fork. Aber das bringt natürlich Risiken mit sich. Co-Pierre Georg: „Im schlimmsten Fall droht eine Spaltung.“ Doch Analyst Darius Mouktharzadeh ist überzeugt, dass sich niemand dagegen wehren wird, wenn es darum geht, die Blockchain sicherer zu machen.
Am Ende bleibt die Frage, ob die theoretische Gefahr wirklich einmal real werden kann und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? Tatsache ist: Es ist genug Zeit, um sich darauf vorbereiten zu können.
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