01.03.2026, 3307 Zeichen
Hikma Pharmaceuticals hat das Geschäftsjahr 2025 mit ordentlichen Zuwächsen abgeschlossen, doch an der Börse herrscht Katerstimmung. Ein enttäuschender Ausblick auf das laufende Jahr und die gestrichene Mittelfrist-Prognose lösten einen massiven Abverkauf aus. Kann der Konzern den Margenverfall im wichtigen US-Markt zeitnah stoppen?
Dabei lesen sich die Zahlen für das abgelaufene Jahr auf den ersten Blick positiv. Hikma steigerte den Kernumsatz um 6 % auf 3,35 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn vor Steuern kletterte sogar um 14 % auf 519 Millionen US-Dollar. Besonders die Sparten für Markenmedikamente und Injektionslösungen lieferten solide Beiträge. Als Zeichen der finanziellen Stärke kündigte das Management zudem eine Erhöhung der Dividende auf 84 US-Cent sowie ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 250 Millionen US-Dollar an.
Doch die Freude der Anleger währte nur kurz. Für das Jahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einer deutlichen Wachstumsverlangsamung auf nur noch 2 % bis 4 %. Schwerer wiegt jedoch die Entscheidung, die bisherige mittelfristige Prognose komplett zurückzuziehen. Diese Unsicherheit quittierte der Markt mit harten Verkäufen: Die Aktie verlor binnen einer Woche rund 18,6 % an Wert und markierte am Freitag bei 15,30 € ein neues 52-Wochen-Tief.
Der Hauptgrund für die Skepsis liegt im Bereich der Injektionslösungen, einem Kernsegment des Konzerns. Hier sieht sich Hikma mit einem verschärften Wettbewerb in den USA konfrontiert. Die operativen Kernmargen in diesem Bereich sind bereits von 35,3 % im Jahr 2024 auf 31 % im letzten Jahr gesunken. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen einen weiteren Rückgang auf 27 % bis 28 %.
Analysten werten diesen Trend als Zeichen dafür, dass der Preisdruck in der Branche Hikma stärker zusetzt als erwartet. Das langsamere Umsatzwachstum bei gleichzeitig sinkenden Margen belastet die Rentabilitätserwartungen für die kommenden Quartale erheblich.
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Parallel zu den Geschäftszahlen gab Hikma eine Umstrukturierung der Führungsspitze bekannt. Said Darwazah gibt den Posten des Executive Chair ab und konzentriert sich künftig ausschließlich auf seine Rolle als CEO. Neue Vorsitzende des Verwaltungsrats wird Victoria Hull.
Zudem wurden Mazen Darwazah und Khalid Nabilsi zu stellvertretenden CEOs ernannt. Nabilsi war zuvor als Finanzvorstand tätig; für seine Nachfolge als CFO wurde zunächst eine Interimslösung präsentiert, während die Suche nach einer dauerhaften Besetzung läuft. Diese personellen Veränderungen sollen die Agilität des Unternehmens erhöhen, um auf die Herausforderungen im Pharmasektor besser reagieren zu können. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das neue Team das Vertrauen der Investoren durch eine Stabilisierung der Margen zurückgewinnen kann.
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