05.12.2023, 4111 Zeichen
Bei der Pierer Mobility AG hat man einige strategische Beschlüsse gefasst. Der Fokus soll noch stärker auf das Kerngeschäft Powered-Two-Wheelers (Motorräder und E-Bicycles) gelegt und einige Marken aus dem Fahrrad-Bereich sollen abgegeben werden. Darüber hinaus werden Teile der Produktion aufgrund der nachteiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa nach China und Indien verlagert, was einen Abbau von 300 Stellen in Österreich nach sich zieht. Auch hinsichtlich Guidance gibt es eine Anpassung. Für 2023 rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzwachstum von 7 Prozent bis 9 Prozent bei einer EBIT-Marge zwischen 5 Prozent bis 7 Prozent (bisher: Umsatzwachstum zwischen 6 und 10 Prozent bei einer EBIT-Marge von 8 bis 10 Prozent)
Künftig will sich das Unternehmen auf die Premiummarken KTM, Gasgas und Husqvarna sowie MV Agusta konzentrieren und die Marken R Raymon und Felt sowie den Non-E-Fahrradbereich abgeben. Der Verkauf der Marke R Raymon wurde zwischenzeitig unterzeichnet. Weiters wurde der Verkaufsprozess der Fahrradmarke Felt an ein Konsortium rund um Florian Burguet ebenfalls eingeleitet. Florian Burguet wird als Vorstand der Pierer Mobility AG mit Ende Dezember ausscheiden, wie das Unternehmen mitteilt.
Die elektrobetriebenen Fahrräder (E-Bicycles) der Marken Husqvarna und Gasgas werden forciert und ausgebaut, um damit auch die Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität weiter zu stärken. Ab dem Geschäftsjahr 2024 wird die Segmentberichterstattung neu strukturiert. Es wird künftig in den Segmenten „Motorcycles“ sowie „E-Mobility“ berichtet. Das neue Segment „E-Mobility“ umfasst künftig neben dem E-Bicycle sämtliche elektrobetriebene Powered-Two-Wheelers wie E-Motorräder, E-Minis sowie Stand-up Scooters.
Die nachteiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa haben den Vorstand veranlasst, Teile der Produktion für einzelne Modelle der Mittelklasse und bestimmte F&E-Aktivitäten zum strategischen Partner Bajaj Auto, Indien, sowie zu CFMoto, China, zu verlagern, erklärt das Unternehmen. Dadurch sollen unter anderem Kostenvorteile in diesen Regionen genutzt sowie Entwicklungs- und Industrialisierungsprozesse beschleunigt werden. Mit dieser Entscheidung ist laut Pierer Mobility ein Personalabbau im Jahr 2024 von bis zu 300 Mitarbeiter an den österreichischen Standorten verbunden.
Im Motoradbereich sind die Kosten für die Lagerbestände der Händler trotz guter Nachfrage durch deutlich erhöhte Zinsen stark angestiegen, so das Unternehmen. Die Pierer Mobility stärkt ihre Händlerstruktur durch verlängerte Zahlungsziele und höhere Rabatte. Auf Grund der ausreichend vorhandenen Liquiditätsreserven unterstützt die Pierer Mobility AG neben ihren Händlern auch die Lieferanten, um die durch das gestiegene Zinsniveau deutlich erhöhten finanziellen Belastungen zu dämpfen und deren Liquiditätssituation zu verbessern. Diese geplante Maßnahme führt zu einer deutlichen Verkürzung der Bilanzsumme und damit zu einer höheren Eigenkapitalquote des Konzerns. Die damit einhergehende negative Auswirkung auf den Cashflow des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2023 wird bewusst in Kauf genommen, so das Unternehmen.
Durch die eingeleitete Neuausrichtung des Fahrradbereiches kommt zu einer deutlichen Belastung des Gesamtergebnisses, so das Unternehmen. Aus den genannten Gründen wird die Guidance für das Geschäftsjahr 2023 angepasst. Der Vorstand rechnet mit einem Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr 2023 von 7 Prozent bis 9 Prozent bei einer EBIT-Marge zwischen 5 Prozent bis 7 Prozent (bisher: Umsatzwachstum zwischen 6 und 10 Prozent bei einer EBIT-Marge von 8 bis 10 Prozent).
Für das Geschäftsjahr 2024 wird ein global schwieriges wirtschaftliches Umfeld erwartet. Für die Pierer Mobility-Gruppe wird das Jahr 2024 ein Konsolidierungsjahr, welches zur Stärkung des Kerngeschäfts genutzt wird. Um die Rentabilität der Gruppe zu sichern, wird das Management Kostenreduktionsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2024 im zweistelligen Millionenbereich durchführen. Der Vorstand erwartet 2024 einen nahezu gleichbleibenden Umsatz und eine EBIT-Marge von 5 Prozent bis 7 Prozent.
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KTM 390 ADVENTURE; Foto: KTM
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