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Buddy-Blog: Wirtschaftlicher Tipp Schweden vs. Frankreich (Herbert Geyer)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



19.06.2012, 4121 Zeichen

(Autor: Herbert Geyer, original für das WirtschaftsBlatt)

Der napoleonische Marschall auf dem schwedischen Thron

Schweden vs. Frankreich. Napoleon besetzte in Europa Dutzende Fürstenthrone mit Personen aus seinem Umfeld. Überlebt hat nur eine Dynastie - ausgerechnet jene, die gegen Napoleon auftrat.


Auch wenn es für Schweden heute Abend nur noch um die Ehre geht, wird Carl XVI. Gustav, König von Schweden und Herzog von Jämtland, wohl für Schweden die Daumen drücken. Alles andere wäre vermutlich Vaterlandsverrat und würde ihm stärker übel genommen als die jüngsten Veröffentlichungen über sein geheimes Sexualleben.

Was so selbstverständlich klingt, ist es keineswegs. Denn wie schon der Familienname des schwedischen Königshauses - Bernadotte - verrät, ist Carl Gustav eigentlich Franzose.

Stammvater der Dynastie ist Jean-Baptiste Bernadotte, Marschall von Frankreich und napoleonischer Fürst von Pontecorvo, der sich 1810 von Karl XIII., dem kinderlosen letzten Schwedenkönig aus der Dynastie Holstein-Gottorp, adoptieren ließ, den protestantischen Glauben und den Namen Karl annahm und ab 1818 als Karl XIV. Johann Schweden regierte (und Norwegen, das sich damals in Personalunion mit Schweden befand; auch, aber das ist eine andere Geschichte).

Napoleon hat auf dem Höhepunkt seiner Macht zahllose Könige und Fürsten aus seinem Umfeld auf teils vorhandene, teils neu geschaffene Throne in ganz Europa gesetzt - so seine Brüder Joseph und Louis als Könige von Spanien bzw. Holland, seine Schwestern Elsa und Pauline als (Groß-)Herzoginnen der Toskana bzw. von Parma.

Bernadotte verdankte seinen Thron nicht dem Kaiser - im Gegenteil: Er hatte sich nach der Schlacht von Wagram mit Napoleon überworfen und beteiligte sich bereits als schwedischer Kronprinz an der Koalition mit Russland, die letztlich das Ende Napoleons einläuten sollte.

Als Bernadotte 1818 nach dem Tod seines Adoptivvaters den schwedischen Thron bestieg, hatten bereits alle Fürsten von Napoleons Gnaden die ihren wieder räumen müssen - mit Ausnahme seines Sohnes Napoleon II. Dieser, ein Sohn aus zweiter Ehe mit der Habsburger Kaisertochter Marie-Louise, lebte unter dem Namen Franz und mit dem von seinem Großvater Franz I. verliehenen Titel "Herzog von Reichstadt" in Schönbrunn. Den von Napoleon vererbten Titel "König von Rom" und den französischen Kaisertitel verwendete er nicht.

Der vor allem unter den Habsburgerinnen sehr beliebte junge Prinz starb bereits mit 21 Jahren an Tuberkulose, die Fama behauptet jedoch, dass er vorher noch die Mutter des späteren Kaisers Franz Joseph schwängerte, weshalb dessen Bruder Maximilian (der sich kurzfristig und mit mäßigem Erfolg als Kaiser von Mexiko versuchte) Napoleons Enkel sein soll.

Aber das hat uns schon recht weit von unserem eigentlichen Thema weggeführt. Jean-Baptiste Bernadotte wurde also schwedischer König, und Carl XVI. Gustav ist sein Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel.

Die Schweden kümmern sich nicht um solche Verwandtschaftsbeziehungen und steigen ziemlich aggressiv ins Match ein. Ihrem BIP pro Kopf (124 Prozent des EU-Schnitts) haben die Franzosen mit ihren 108 Prozent wenig entgegenzusetzen:

1:0

Die Skandinavier stürmen weiter: Sie haben die Krise gut überstanden und dürfen heuer auf 0,3 Prozent Wachstum hoffen - mehr als die Eurozone. Aber die Franzosen kämpfen sich zurück: Sie schaffen sogar 0,5 Prozent.

1:1

Für schwedische Verhältnisse ist die heurige Arbeitslosenrate von 7,7 Prozent recht hoch - für Frankreich (10,2) reicht es allemal:

2:1

Die Franzosen sind stolz, ihre Inflationsrate mit 2,1 Prozent unterm Euroland-Schnitt zu halten, aber die Schweden kontern beinhart: 1,1 Prozent bedeuten den nächsten Punkt.

3:1

Jetzt wird's für die Franzosen kritisch: Die Handelsbilanz ist eines ihrer Sorgenkinder, heuer wird das Defizit 3,5 Prozent des BIP erreichen. Die Schweden schreiben hingegen regelmäßig Überschüsse, heuer 2,2 Prozent.

4:1

Damit ist die Partie gelaufen, und die Franzosen haben nicht einmal mehr eine Chance zur Ergebniskosmetik: Mit 4,5 Prozent des BIP verfehlen sie die Maastricht-Vorgaben deutlich, das schwedische Defizit bleibt mit 0,3 Prozent überschaubar. Endstand:
5:1



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