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Buddy-Blog: Enteignung der "Reichen" als Sommerthema (Bettina Schragl)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



12.07.2012, 2104 Zeichen



(Autorin: Bettina Schragl)
Zwangsanleihen für Reiche - der von deutschen Ökonomen stammende Vorschlag zur „Lösung“ der europäischen Staatsschuldenkrise prasselt in der warmen und news-armen Sommerwoche auf uns ein (Studie: http://bit.ly/LHlNso ). In etlichen Medien ist zwar von einem „spektakulären“ Vorstoss die Rede, in Wirklichkeit werden aber alte Ideen hervorgeholt und neu durchgerechnet. Und mit den Begriffen Vermögensabgabe und Reichensteuer (in solche könnten laut Studienautor Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, DIW, die Zwangsanleihen „überführt werden) wissen wir ja auch hierzulande dank SPÖ schon einiges anzufangen. Zuletzt ist es an dieser Front zwar wieder ruhiger geworden, aber die Wahlen stehen ja schon quasi vor der Tür.
Zurück zum deutschen Vorschlag: In der Simulationsrechnung, nach der in Deutschland derart 230 Mrd. Euro „mobilisiert“ werden könnten, gilt als reich, wer als Einzelperson mehr als 250.000 Euro besitzt. Erfasst werden dabei Immobilienvermögen, Finanzvermögen, wie Sparbücher, Aktien, etc. und Betriebsvermögen (abzüglich Schulden darauf). Wer angesichts solcher Koordinaten eher an den Mittelstand als an die „oberen 10.000“ der Gesellschaft denkt, liegt so falsch nicht.

Bei Lektüre der Studie finden sich auch Sätze wie: „Der Fiskus müsste unmittelbar nach Bekanntgabe der Pläne für Zwangsanleihen (...) die entsprechenden Konten bei Finanzdienstleistern sichern“. Wer da in den Nackenhaaren den kalten Hauch der Enteignung spürt - auch nachvollziehbar.

Und wer jetzt die steuerhinterziehenden reichen Griechen vor Auge hat - gerade dort werden solche Konzepte kaum funktionieren (da der Fiskus ja wenig Ahnung, geschweige denn Zugriff auf derartige Vermögen hat).

PR-mässig also ein netter Schachzug der DIW-Ökonomen, der Ball wird sicher auch hierzulande aufgenommen. Das Motto „Eat the rich“ ist halt nun mal populistischer und „spektakulärer“ als etwa die einfach umsetzbare Idee, den Kauf von Staatsanleihen durch Private mit Steuervergünstigungen attraktiver zu gestalten.
(aus dem Börse Express vom 11.7.., mehr Kommentare von Bettina HIER)



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    12.07.2012, 2104 Zeichen

    (Autorin: Bettina Schragl)
    Zwangsanleihen für Reiche - der von deutschen Ökonomen stammende Vorschlag zur „Lösung“ der europäischen Staatsschuldenkrise prasselt in der warmen und news-armen Sommerwoche auf uns ein (Studie: http://bit.ly/LHlNso ). In etlichen Medien ist zwar von einem „spektakulären“ Vorstoss die Rede, in Wirklichkeit werden aber alte Ideen hervorgeholt und neu durchgerechnet. Und mit den Begriffen Vermögensabgabe und Reichensteuer (in solche könnten laut Studienautor Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, DIW, die Zwangsanleihen „überführt werden) wissen wir ja auch hierzulande dank SPÖ schon einiges anzufangen. Zuletzt ist es an dieser Front zwar wieder ruhiger geworden, aber die Wahlen stehen ja schon quasi vor der Tür.
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