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AmCham mag nicht, dass Österreich digital abstinkt (incl. Grafik)

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#gabb aktuell



21.11.2012, 6175 Zeichen

Eine Aussendung, die ich gerne bringe ...

"Österreich ist ein digitales Entwicklungsland

Das digitale Zeitalter scheint in Österreich noch nicht wirklich angekommen, wie eine aktuelle Erhebung ausweist. Für die Amerikanische Handelskammer in Österreich ein untragbarer Zustand, sind doch moderne Technologien ein wichtiger Faktor für wirtschaftlichen Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit.

Wien, am 21. November 2012. Österreich ist ein digitaler Nachzügler: Die Nutzung neuer Technologien zum Wohle des wirtschaftlichen Erfolgs und der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs, lässt aktuell zu wünschen übrig. Im Networked Readiness Index 2013 des World Economic Forums Davos, einem international anerkannten Gradmesser für die IKT-Reife eines Landes, belegt Österreich nur den 21. Rang von 142 Nationen und schafft 4,9 von maximal sechs möglichen Punkten (siehe Grafik). Damit ist Österreich in der Wertung noch weiter abgerutscht: In der Erhebung 2012 war es immerhin noch Rang 19. IKT bezeichnet die verstärkte Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Verbesserung des alltäglichen Lebens.

Digital fortschrittlich – wirtschaftlich erfolgreich

Das ist umso bedauerlicher, da gerade in der heutigen Zeit der Digitalisierungsgrad eines Landes einer der wesentlichen Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaftsleistung ist. Dieser Zusammenhang wurde bereits durch zahlreiche Studien bewiesen. Eine Erhebung des Strategieberaters Booz & Company etwa belegt, dass ein um zehn Prozent höherer Digitalisierungsgrad eines Landes, in einem im Schnitt 0,6 Prozent höheren BIP pro Kopf, einer 0,8 Prozent niedrigeren Arbeitslosenrate und einer um 6,4 Prozent stärkeren Innovationsneigung resultiert.  „Um im Bereich IKT eine Vorreiterrolle einzunehmen und Österreich als exzellenten Standort für Wirtschaft und Wissenschaft zu etablieren, müssen wir die Dynamik von neuen Technologien auf sinnvolle Art nutzen“, sagt Klaus Hölbling, Geschäftsführer von Booz & Company und Vorstandsmitglied von AmCham Austria. „Die politischen Entscheidungsträger Österreichs sind dringend gefordert, sich dieses Themas anzunehmen“, erklärt AmCham Austria Präsident Felix Thun-Hohenstein.

Hauptproblemfelder – Strategie und Infrastruktur

Daher ortet AmCham Austria eine Vielzahl an Problemfeldern, die dringender Verbesserung bedürfen: Generell fehlt es Österreich an einer konkreten IKT-Strategie, wie sie in top-digitalisierten Ländern wie Schweden, Finnland oder Korea angewandt wird. „Außer einzelnen Maßnahmen, wie zum Beispiel der Internetoffensive von 2010 gab es bislang keine Gesamtstrategie, aus der sich weitere Einzelmaßnahmen ableiten lassen und die den klaren Weg für Österreichs nächstes digitales Jahrzehnt ebnen. Daher müssen einfache, klar definierte und messbare politische Ziele her“, sagt Hölbling. Zudem werden auch die bisher vorgeschlagenen Lösungen eher halbherzig behandelt, da der Bereich Digitalisierung auf verschiedene Ministerien aufgeteilt ist und es keinen zentralen Verantwortlichen dafür gibt. AmCham Austria fordert eine Erneuerung der im Jahr 2005 beschlossenen IKT-Strategie und die Schaffung einer bundesweiten zentralen Koordinationsstelle für Digitalisierung, in der alle IKT-Themen und deren Aktivitäten gebündelt werden. Daneben stehen einem digitalen Österreich auch infrastrukturelle Hindernisse im Weg. Thun-Hohenstein: „Für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs ist eine flächendeckende Versorgung der Haushalte mit Internet-Breitbandzugängen von mindestens 25 MBit pro Sekunde essentiell“. Um diesen Ausbau sicherzustellen, sei eine Politik nötig, die einheitliche und klare Regelungen für neue Technologien beim  Bau derartiger Infrastruktur, sowie faire Bedingungen bei der Lizenzvergabe schaffe.

Mehr Anreize für Investoren

Nachholbedarf hat die Politik auch in punkto Investitionssicherheit: Investoren sollen die Möglichkeit erhalten, einen vertretbaren Return-on-Investment zu erzielen. Dies bedarf Regulierungsmaßnahmen, die innovative Technologien fördern und somit langfristige Innovationssicherheit für die Geldgeber gewährleisten. Aktuell werden Investoren etwa durch ungenaue regulatorische Vorgaben verunsichert. „Zudem muss man Investoren attraktive Anreize und Förderungen bieten. Frei nach dem Motto, vielleicht eine Autobahn weniger bauen und dafür eine konkurrenzfähige Datenautobahn schaffen“, sagt Thun-Hohenstein.

Hinzu kommt, dass die Nutzung neuer Technologien in Österreich immer noch stark von Alter, Bildung und geographischer Lage der Bevölkerung abhängt. Um einer digitalen Zweiklassengesellschaft entgegenzuwirken, ist eine Integration von allen Bevölkerungsschichten durch konkrete Bildungsinitiativen und die Bereitstellung von modernen Endgeräten (Laptops, Tablets, etc.) notwendig. „Wir denken da an die Versorgung von Schulen, Erwachsenen-Bildungsanstalten und Altersheimen“, so Thun-Hohenstein.

Die Forderungen der AmCham Austria im Detail:

  • Erneuerung der 2005 beschlossenen IKT-Strategie und Schaffung einer bundesweiten zentralen Koordinationsstelle für Digitalisierung, welche alle IKT Themen und Aktivitäten bündelt. Definition einfacher, klar definierter und politisch messbarer Ziele.

  • Einheitliche Regelungen für neue Technologien sowie sinnvolle Bedingungen bei der  Lizenzvergabe zum Ausbau des Hochleistungsfest und -mobilnetzes.

  • Beschluss einer klaren, vorhersehbaren, auf Investitionsschutz und Nachhaltigkeit ausgerichteten Regulierung der Telekommunikation, die eine gute Balance zwischen vernünftigen Endkunden-Preisen und einer nachhaltigen Industrie- / Standortpolitik verfolgt; Schaffung von Investitionsanreizen.

  • Integration aller Bevölkerungsschichten in Digitalisierung durch Bildungsinitiativen und Bereitstellung von Endgeräten (z.B. Tablets) und Anwendungen (z.B. an Schulen).

  • Ausbau der Förderung von Forschung und Entwicklung, sowie von Neugründungen im IKT Bereich mit speziellem Fokus auf „Green IKT“.

  • Schaffung von klaren rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz privater Daten."


 

Fussnote. des Blogbetreibers: Grafiken (wie jene zur o.a. Story) werden ein wichtiger Detailaspekt von finanzmarktfoto.at (coming soon). Sie haben Grafiken für mich? Mail an: me@christian-drastil.com.





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    Wien, am 21. November 2012. Österreich ist ein digitaler Nachzügler: Die Nutzung neuer Technologien zum Wohle des wirtschaftlichen Erfolgs und der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs, lässt aktuell zu wünschen übrig. Im Networked Readiness Index 2013 des World Economic Forums Davos, einem international anerkannten Gradmesser für die IKT-Reife eines Landes, belegt Österreich nur den 21. Rang von 142 Nationen und schafft 4,9 von maximal sechs möglichen Punkten (siehe Grafik). Damit ist Österreich in der Wertung noch weiter abgerutscht: In der Erhebung 2012 war es immerhin noch Rang 19. IKT bezeichnet die verstärkte Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Verbesserung des alltäglichen Lebens.

    Digital fortschrittlich – wirtschaftlich erfolgreich

    Das ist umso bedauerlicher, da gerade in der heutigen Zeit der Digitalisierungsgrad eines Landes einer der wesentlichen Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaftsleistung ist. Dieser Zusammenhang wurde bereits durch zahlreiche Studien bewiesen. Eine Erhebung des Strategieberaters Booz & Company etwa belegt, dass ein um zehn Prozent höherer Digitalisierungsgrad eines Landes, in einem im Schnitt 0,6 Prozent höheren BIP pro Kopf, einer 0,8 Prozent niedrigeren Arbeitslosenrate und einer um 6,4 Prozent stärkeren Innovationsneigung resultiert.  „Um im Bereich IKT eine Vorreiterrolle einzunehmen und Österreich als exzellenten Standort für Wirtschaft und Wissenschaft zu etablieren, müssen wir die Dynamik von neuen Technologien auf sinnvolle Art nutzen“, sagt Klaus Hölbling, Geschäftsführer von Booz & Company und Vorstandsmitglied von AmCham Austria. „Die politischen Entscheidungsträger Österreichs sind dringend gefordert, sich dieses Themas anzunehmen“, erklärt AmCham Austria Präsident Felix Thun-Hohenstein.

    Hauptproblemfelder – Strategie und Infrastruktur

    Daher ortet AmCham Austria eine Vielzahl an Problemfeldern, die dringender Verbesserung bedürfen: Generell fehlt es Österreich an einer konkreten IKT-Strategie, wie sie in top-digitalisierten Ländern wie Schweden, Finnland oder Korea angewandt wird. „Außer einzelnen Maßnahmen, wie zum Beispiel der Internetoffensive von 2010 gab es bislang keine Gesamtstrategie, aus der sich weitere Einzelmaßnahmen ableiten lassen und die den klaren Weg für Österreichs nächstes digitales Jahrzehnt ebnen. Daher müssen einfache, klar definierte und messbare politische Ziele her“, sagt Hölbling. Zudem werden auch die bisher vorgeschlagenen Lösungen eher halbherzig behandelt, da der Bereich Digitalisierung auf verschiedene Ministerien aufgeteilt ist und es keinen zentralen Verantwortlichen dafür gibt. AmCham Austria fordert eine Erneuerung der im Jahr 2005 beschlossenen IKT-Strategie und die Schaffung einer bundesweiten zentralen Koordinationsstelle für Digitalisierung, in der alle IKT-Themen und deren Aktivitäten gebündelt werden. Daneben stehen einem digitalen Österreich auch infrastrukturelle Hindernisse im Weg. Thun-Hohenstein: „Für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs ist eine flächendeckende Versorgung der Haushalte mit Internet-Breitbandzugängen von mindestens 25 MBit pro Sekunde essentiell“. Um diesen Ausbau sicherzustellen, sei eine Politik nötig, die einheitliche und klare Regelungen für neue Technologien beim  Bau derartiger Infrastruktur, sowie faire Bedingungen bei der Lizenzvergabe schaffe.

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    • Beschluss einer klaren, vorhersehbaren, auf Investitionsschutz und Nachhaltigkeit ausgerichteten Regulierung der Telekommunikation, die eine gute Balance zwischen vernünftigen Endkunden-Preisen und einer nachhaltigen Industrie- / Standortpolitik verfolgt; Schaffung von Investitionsanreizen.

    • Integration aller Bevölkerungsschichten in Digitalisierung durch Bildungsinitiativen und Bereitstellung von Endgeräten (z.B. Tablets) und Anwendungen (z.B. an Schulen).

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