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Börse: Wenn Professoren in die Glaskugel schauen, wird es heftig (Tim Schaefer)

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10.04.2013, 2962 Zeichen



Wir Privatanleger haben gewaltige Probleme. Wir haben Ängste, Sorgen, Träume. Ständig möchten wir in die Zukunft blicken. Dabei ist das nicht möglich. Ich las in Paris die Zeitung "International Herald Tribune", das ist ein Tochterblatt der "New York Times". In einemBeitrag ging es mal wieder darum, wie der Aktienmarkt künftig abschneiden wird. Ständig wird fabuliert, wie 2013 und 2014 wohl die Kurse laufen dürften. Jeder gibt seinen Senf dazu. Nur weiss niemand nichts.

Ich finde es echt abenteuerlich, zu welchen Aussagen sich manche "Experten" hinreissen lassen. Wie kommen die alle dazu?

Ich schätze eigentlich Jeremy Siegel. Der Professor ist ein Anhänger solider Dividendentitel. Er ist durch und durch ein Optimist. Das ist auch gut so.

Was ich allerdings nicht gut finde, ist sein Blick in die Glaskugel. Die Börse ist kurzfristig, auf Sicht von ein oder zwei Jahren, unberechenbar. Wer Aktien kauft, sollte das wissen. Sofort nach Ihrem Einstieg können die Kurse um 20 Prozent (oder gar 50 Prozent im Extremfall) einbrechen. So ist das nun mal. Woher Siegel dann all seinen Optimismus nimmt?

Langfristig läuft die Börse nach oben - begleitet von Einbrüchen. Insofern zahlt es sich aus, optimistisch nach vorne zu blicken. Aber wo Siegel diesen kurzfristigen Optimismus her nimmt, das ist mir ein Rätsel. Wie gesagt, jederzeit können die Kurse einbrechen. Bricht irgendwo eine neue Krise oder ein Krieg aus, können die Kurse absacken.

Schauen Sie mal hier, wie positiv Jeremy Siegel im Sommer 2007 war, kurz bevor die Kurse ins Bodenlose stürzten.

Trotz seiner damaligen groben Fehlleistung lehnt sich der Wharton-Professor wieder weit aus dem Fenster. Siegel proklamiert jetzt, der Dow-Jones-Index werde bis Ende des Jahres 2014 auf 18.000 Punkteklettern. Mensch, dieser Prof weiss einfach alles.

Vergessen Sie all das exakte Timing. Selbst renommierte Experten wie Siegel haben keinen blassen Schimmer, was kurzfristig alles passieren kann. Vieles passiert eben völlig überraschend. Blasen kommen und gehen. Krisen kommen und gehen. Genauso kann der Dow Jones Ende 2014 bei 12.000, 13.000 oder 19.000 Punkten stehen.

Am besten schneidet meiner Meinung nach ab, wer sich von all der Hektik und den Prognosen nicht beeindrucken lässt. Machen Sie Ihr Depot wetterfest. Halten Sie es durch gute wie schlechte Zeiten.

Wetterfest machen Sie Ihr Depot, indem Sie solide Dividendentitel auswählen, die aus verschiedenen Sektoren und Ländern stammen. Streuen Sie die Risiken. Setzen Sie neben Aktien auch auf andere Assetklassen (Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilien, Kunst...). Behalten Sie stets ein wenig Cash in Reserve, um während einer Korrekturphase billig nachkaufen zu können.

Fazit: Machen Sie sich mal den Spass und schauen nach, was manch ein Experte vor fünf Jahren alles hinaus posaunte. Es wird viel Quatsch erzählt. Unglaublich. Ich glaube, die Wettervorhersagen im Fersehen treten eher ein als solche Kursziele. (Von: Tim Schaefer )




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    10.04.2013, 2962 Zeichen

    Wir Privatanleger haben gewaltige Probleme. Wir haben Ängste, Sorgen, Träume. Ständig möchten wir in die Zukunft blicken. Dabei ist das nicht möglich. Ich las in Paris die Zeitung "International Herald Tribune", das ist ein Tochterblatt der "New York Times". In einemBeitrag ging es mal wieder darum, wie der Aktienmarkt künftig abschneiden wird. Ständig wird fabuliert, wie 2013 und 2014 wohl die Kurse laufen dürften. Jeder gibt seinen Senf dazu. Nur weiss niemand nichts.

    Ich finde es echt abenteuerlich, zu welchen Aussagen sich manche "Experten" hinreissen lassen. Wie kommen die alle dazu?

    Ich schätze eigentlich Jeremy Siegel. Der Professor ist ein Anhänger solider Dividendentitel. Er ist durch und durch ein Optimist. Das ist auch gut so.

    Was ich allerdings nicht gut finde, ist sein Blick in die Glaskugel. Die Börse ist kurzfristig, auf Sicht von ein oder zwei Jahren, unberechenbar. Wer Aktien kauft, sollte das wissen. Sofort nach Ihrem Einstieg können die Kurse um 20 Prozent (oder gar 50 Prozent im Extremfall) einbrechen. So ist das nun mal. Woher Siegel dann all seinen Optimismus nimmt?

    Langfristig läuft die Börse nach oben - begleitet von Einbrüchen. Insofern zahlt es sich aus, optimistisch nach vorne zu blicken. Aber wo Siegel diesen kurzfristigen Optimismus her nimmt, das ist mir ein Rätsel. Wie gesagt, jederzeit können die Kurse einbrechen. Bricht irgendwo eine neue Krise oder ein Krieg aus, können die Kurse absacken.

    Schauen Sie mal hier, wie positiv Jeremy Siegel im Sommer 2007 war, kurz bevor die Kurse ins Bodenlose stürzten.

    Trotz seiner damaligen groben Fehlleistung lehnt sich der Wharton-Professor wieder weit aus dem Fenster. Siegel proklamiert jetzt, der Dow-Jones-Index werde bis Ende des Jahres 2014 auf 18.000 Punkteklettern. Mensch, dieser Prof weiss einfach alles.

    Vergessen Sie all das exakte Timing. Selbst renommierte Experten wie Siegel haben keinen blassen Schimmer, was kurzfristig alles passieren kann. Vieles passiert eben völlig überraschend. Blasen kommen und gehen. Krisen kommen und gehen. Genauso kann der Dow Jones Ende 2014 bei 12.000, 13.000 oder 19.000 Punkten stehen.

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    Fazit: Machen Sie sich mal den Spass und schauen nach, was manch ein Experte vor fünf Jahren alles hinaus posaunte. Es wird viel Quatsch erzählt. Unglaublich. Ich glaube, die Wettervorhersagen im Fersehen treten eher ein als solche Kursziele. (Von: Tim Schaefer )




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