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29.01.2014, 3147 Zeichen

Zuletzt ist die Volatilität an den Märkten deutlich gestiegen, Hintergrund ist ein Zusammentreffen zweier Faktoren, die eng miteinander in Zusammenhang stehen: 

Einerseits die Entscheidung der US-Notenbank, das monatliche Anleihenkaufprogramm langsam zu drosseln (von zunächst 85 auf dzt. 75 Milliarden Dollar pro Monat). Heute steht die nächste diesbezügliche Entscheidung an, nämlich ob man um weitere 10 auf dann 65 Milliarden herunterfährt, oder eine Pause einlegt. Dies spielt sich vor dem Hintergrund der Amtsübergabe von Bernanke an Yellen ab. Wir gehen davon aus, dass die Fed bei ihrem ursprünglichen Fahrplan bleibt und um weitere 10 Mrd. drosselt. In jedem Fall wird die Versorgung der Finanzwelt mit Dollar-Liquidität in den kommenden Monaten allmählich zurück gehen, die (Markt-)Zinsen in den USA werden im Trend steigen. 

Daraus ergibt sich der zweite Faktor, der derzeit für Unruhe an den Märkten sorgt, nämlich die Auswirkung der US-Geldpolitik auf die Schwellenländer. Durch die (wenn auch nur sehr langsame) Straffung werden Investments in den vergleichsweise riskanten Schwellenländern relativ zu den "sicheren" US-Staatsanleihen unattraktiver. Investoren fangen an, ihre Gelder aus den Emerging Markets abzuziehen. Aber insbesondere Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten sind auf laufende Kapitalzuflüsse von außen angewiesen. Bleiben diese aus, oder kehren sie sich sogar um, geraten diese Länder in ein volkswirtschaftliches Ungleichgewicht. Das wiederum veranlasst weitere Anleger, sich aus diesen Ländern zurück zu ziehen. Die lokalen Währungen knicken ein, die Aktienmärkte stehen unter Druck. Teilweise versuchen die Notenbanken durch Interventionen am Devisenmarkt ihre Währungen zu stabilisieren. 

Zuletzt hat die türkische Notenbank die Zinsen drastisch angehoben, auch Indien hat gestern eine Zinsanhebung durchgeführt. Diese Schritte hatten durchaus Erfolg, denn die Risikobereitschaft der Anleger ist zumindest heute wieder gestiegen. Dennoch bleibt das Umfeld zu Jahresbeginn sicher volatiler, als es noch im Vorjahr der Fall war. 

Fazit: Nach der starken Rallye an den entwickelten Märkten im Vorjahr sind die Anleger heuer deutlich vorsichtiger geworden. Nach mehr als fünf Jahren mit reichlicher Liquidität werden nun in den USA erste Schritte in Richtung Normalisierung der Geldpolitik - ist gleich Straffung - gesetzt. Das hat namentlich den Schwellenländern zugesetzt, aber auch die westlichen Börsen zeigen sich heuer nicht mehr immun gegen den neuen Kurs der Fed. 

Wir gehen davon aus, dass die Fed ihren Kurs dennoch fortsetzen wird. Die Verunsicherung an den Schwellenmärkten (Lateinamerika, vor der Haustür der USA) wird aber sicherlich in die Überlegungen einfließen. Sollten sich die Volatilitäten verstärken, könnte das schon zu einer Pause in der Drosselung der Anleihenkäufe führen. Bezüglich der Schwellenbörsen selbst behalten wir unsere Position im Rahmen eines breit gestreuten Portfolios bei, da wir von den langfristig positiven Aussichten dort überzeugt sind und die lokalen Bewertungen sehr attraktiv sind (was an den entwickelten Börsen teilweise nicht mehr so der Fall ist).

 (Monika Rosen)




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    Warum die Volatilität an den Märkten gestiegen ist (Monika Rosen)


    29.01.2014, 3147 Zeichen

    Zuletzt ist die Volatilität an den Märkten deutlich gestiegen, Hintergrund ist ein Zusammentreffen zweier Faktoren, die eng miteinander in Zusammenhang stehen: 

    Einerseits die Entscheidung der US-Notenbank, das monatliche Anleihenkaufprogramm langsam zu drosseln (von zunächst 85 auf dzt. 75 Milliarden Dollar pro Monat). Heute steht die nächste diesbezügliche Entscheidung an, nämlich ob man um weitere 10 auf dann 65 Milliarden herunterfährt, oder eine Pause einlegt. Dies spielt sich vor dem Hintergrund der Amtsübergabe von Bernanke an Yellen ab. Wir gehen davon aus, dass die Fed bei ihrem ursprünglichen Fahrplan bleibt und um weitere 10 Mrd. drosselt. In jedem Fall wird die Versorgung der Finanzwelt mit Dollar-Liquidität in den kommenden Monaten allmählich zurück gehen, die (Markt-)Zinsen in den USA werden im Trend steigen. 

    Daraus ergibt sich der zweite Faktor, der derzeit für Unruhe an den Märkten sorgt, nämlich die Auswirkung der US-Geldpolitik auf die Schwellenländer. Durch die (wenn auch nur sehr langsame) Straffung werden Investments in den vergleichsweise riskanten Schwellenländern relativ zu den "sicheren" US-Staatsanleihen unattraktiver. Investoren fangen an, ihre Gelder aus den Emerging Markets abzuziehen. Aber insbesondere Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten sind auf laufende Kapitalzuflüsse von außen angewiesen. Bleiben diese aus, oder kehren sie sich sogar um, geraten diese Länder in ein volkswirtschaftliches Ungleichgewicht. Das wiederum veranlasst weitere Anleger, sich aus diesen Ländern zurück zu ziehen. Die lokalen Währungen knicken ein, die Aktienmärkte stehen unter Druck. Teilweise versuchen die Notenbanken durch Interventionen am Devisenmarkt ihre Währungen zu stabilisieren. 

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    Fazit: Nach der starken Rallye an den entwickelten Märkten im Vorjahr sind die Anleger heuer deutlich vorsichtiger geworden. Nach mehr als fünf Jahren mit reichlicher Liquidität werden nun in den USA erste Schritte in Richtung Normalisierung der Geldpolitik - ist gleich Straffung - gesetzt. Das hat namentlich den Schwellenländern zugesetzt, aber auch die westlichen Börsen zeigen sich heuer nicht mehr immun gegen den neuen Kurs der Fed. 

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