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Marathon-Jahresbeginn (Vienna City Marathon)

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07.01.2016, 8334 Zeichen

Das war 2015. Das kommt 2016. Ein Rundblick am Beginn des Olympiajahres 

Eliud Kipchoge war der Marathonläufer des Jahres 2015. Daran gab es keinen Zweifel, und so wurde der Kenianer auch im November in Athen von der Association of International Marathons and Distance Races (AIMS) als Marathonläufer des Jahres ausgezeichnet. Die besten Zeiten im Jahr 2015 waren aber nicht ganz so schnell wie noch 2014 und 2013. Und auch die Breite in der Spitze war etwas schwächer als zuvor. Eine Auswirkung der stärker in den Fokus gerückten Doping-Thematik? 

Anders sieht es bei den Frauen aus. Hier gab es schnellere Zeiten als noch in den Jahren 2013 und 2014, wenn man nur die Ergebnisse von rekordkonformen Strecken zugrunde legt. Ob die Statistiken in den nächsten Wochen gegebenenfalls geändert werden müssen, bleibt abzuwarten. Die internationale Anti-Doping-Agentur WADA will dann einen weiteren Bericht vorlegen. Im Jahr 2015 gab es zwei prominente Dopingfälle, die den Marathon betrafen: Die Russin Mariya Konovalova, die als Zweite des japanischen Nagoya-Marathons mit 2:22:27 Stunden den Master-Weltrekord (Altersklasse ab 40 Jahre) von Irina Mikitenko gebrochen hatte, und die Ukrainerin Tetyana Gamera-Shmyrko, die nach einem fünften Platz bei Olympia 2012 dreimal in Folge den Osaka-Marathon gewann. 

In den kommenden Monaten wird es in vielen Ländern spannend in Sachen Olympiaqualifikation. In Kenia und Äthiopien wird die Jagd nach Rio-Tickets wohl viele riskante Rennen und mehrere hochklassige Zeiten produzieren. Nur drei Startplätze stehen pro Nation zur Verfügung. Aus Österreich ist bisher einzig Andrea Mayr qualifiziert. Noch vor den Olympischen Spielen geht am 10. Juli eine Meisterschaftspremiere in Szene. In Amsterdam werden erstmals Europameisterschaften im Halbmarathon ausgetragen. 

Männerbilanz 2015: Eliud Kipchoge dominiert 

Nach Weltrekorden 2013 und 2014 sowie drei beziehungsweise zwei Zeiten von unter 2:04 Stunden in jenen beiden Jahren setzte sich dieser Höhenflug in den vergangenen zwölf Monaten nicht fort. Acht Zeiten von unter 2:05 Stunden gab es noch 2014, zuletzt waren es nur noch drei. Einige der Stars konnten im vergangenen Jahr aus unterschiedlichen Gründen ihr Potenzial nicht umsetzen. Äthiopiens große Hoffnung, Kenenisa Bekele, ging im Januar beim Dubai-Marathon verletzt aus dem Rennen und ist bis heute noch nicht in Topform. 

Hat Innensohle einen Weltrekord verhindert? 

Eliud Kipchoge hätte in Berlin unter normalen Umständen wohl in den Bereich des aktuellen Weltrekordes seines Landsmannes Dennis Kimetto (2:02:57) laufen können. Doch ungewöhnliche Materialprobleme stoppten eine Weltrekordjagd. Aufgrund von Schuhproblemen lief Eliud Kipchoge in Berlin praktisch ohne Innensohlen. Diese hatten sich aus dem Schuh heraus geschoben. Dass er trotzdem noch mit 2:04:00 Stunden gewann und die neuntbeste je gelaufene Zeit auf einer rekordkonformen Strecke erreichte, zeigt die außerordentliche Klasse des Läufers. Kipchoge ist derzeit als Favorit auf die olympische Marathon-Goldmedaille anzusehen. 

Die drei Kenianer Wilson Kipsang, Dennis Kimetto und Emmanuel Mutai waren nicht so stark wie in den Jahren zuvor. Kipsang und Kimetto konzentrierten sich nach guten Rennen beim London-Marathon im April auf den Weltmeisterschafts-Marathon in Peking, kamen aber dort mit den sommerlichen Bedingungen nicht zurecht. Weltmeister wurde mit Ghirmay Ghebreslassie schließlich ein Außenseiter aus Eritrea. 

Die am hochkarätigsten besetzten City-Marathonrennen fanden einmal mehr in London im Frühjahr und in New York im Herbst statt. An der Themse siegte Eliud Kipchoge - er ist nun schon zwei Jahre im Marathon ungeschlagen und hat in Folge Rotterdam, Chicago, London und Berlin gewonnen - mit 2:04:42 knapp vor Kipsang (2:04:47) und Kimetto (2:05:50). In New York war im November der Kenianer Stanley Biwott mit 2:10:34 vorne. 

Harter Kampf um Olympiaplätze beginnt in Dubai 

Im Rennen um die olympischen Startplätze - jede Nation darf nur drei Athleten nominieren - wird der extrem harte Konkurrenzkampf bei den Kenianern und Äthiopiern sicherlich einige Topzeiten in den ersten vier Monaten dieses Jahres produzieren. Bereits am 22. Januar findet der Dubai-Marathon statt, den zuletzt die Äthiopier dominierten. Dort wird auch Edwin Kemboi an den Start gehen, der seit 2014 für Österreich läuft. Der mit einer Kärntnerin verheiratete WM-Teilnehmer von Peking muss 2:14:00 Stunden unterbieten, um in Rio an den Start gehen zu können. Vor einem Jahr ist er bloß fünf Sekunden über dieser Vorgabe geblieben. Neben Kemboi hat auch Lemawork Ketema die Chance zur Olympiateilnahme. Der ehemalige Äthiopier, dessen Marathonbestzeit bei 2:14:23 Stunden steht, hat im Dezember die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Noch ohne Marathonerfahrung sind die mehrfachen Langstrecken-Staatsmeister Anita Baierl und Valentin Pfeil. Ob die Olympialimits von 2:34:00 bzw. 2:14:00 für sie in Reichweite liegen? Aus Österreich ist derzeit Andrea Mayr fix qualifiziert. Sie ist im Herbst in Frankfurt 2:33:28 gelaufen. 

In Deutschland gibt es bereits drei Männer, die im Vorjahr unter 2:14:00 geblieben sind. Allerdings wurde die Olympianorm im Nachbarland bei 2:12:15 festgelegt. So ist bisher nur der neue Rekordhalter Arne Gabius (2:08:33 in Frankfurt) für Olympia qualifiziert. Philipp Pflieger (2:12:50) und Julian Flügel (2:13:57) müssten noch eins draufsetzen, was schwierig erscheint. 

Frauenbilanz 2015: Starke Newcomerin Gladys Cherono 

Die Entdeckung des Jahres im Frauen-Marathon war Gladys Cherono. Die Kenianerin lief zunächst in Dubai ein beeindruckendes Debüt über die 42,195 km und musste sich dabei im Endspurt der Äthiopierin Aselefech Mergia um lediglich eine Sekunde geschlagen geben. Mit 2:20:03 erzielte die inzwischen 32-Jährige auf Anhieb eine Weltklassezeit und lief das drittschnellste Debüt aller Zeiten. In ihrem zweiten Marathon in Berlin steigerte sich Gladys Cherono auf 2:19:25. Mit der elftschnellsten je gelaufenen Zeit wurde sie zur siebtschnellsten Läuferin der Marathongeschichte. Auf einem rekordkonformen Kurs war keine Athletin seit April 2012 schneller als Cherono in Berlin. 

Neben Gladys Cherono blieb 2015 noch eine zweite Läuferin unter 2:20 Stunden. Die Äthiopierin Mare Dibaba gewann im Januar in Xiamen (China) mit 2:19:52. Im August siegte sie auch bei der WM in Peking und wurde hauptsächlich aufgrund dieser beiden Erfolge von den AIMS-Mitgliedern zur Marathonläuferin des Jahres gewählt. 

Sieben Zeiten gab es bei den Frauen insgesamt unter 2:21 Stunden - zwei mehr als noch im Jahr zuvor. Einen bemerkenswerten Rekord stellte bezüglich der Breite in der Spitze der Dubai-Marathon auf. Zwölf Läuferinnen rannten unter 2:25 Stunden - das gab es noch nie. Sieben von ihnen liefen schneller als 2:23. 

Schafft Mary Keitany diesmal den großen Sieg? 

Neben Gladys Cherono und Mare Dibaba ist im olympischen Jahr sicherlich auch mit Mary Keitany zu rechnen. Die zweitschnellste Läuferin aller Zeiten war im Frühjahr nicht in Topform und musste sich daher in London hinter der Äthiopierin Tigist Tufa (2:23:22) mit Rang zwei in 2:23:40 begnügen. Doch in New York meldete sich Mary Keitany eindrucksvoll zurück. Sie gewann das Rennen souverän in 2:24:25 vor Aselefech Mergia (2:25:32). Vor vier Jahren war Mary Keitany schon einmal die Olympia-Favoritin, musste sich dann aber mit Rang vier zufrieden geben. Vielleicht gelingt ihr dieses Mal in Rio der ganz große Sieg. 

Deutsche Olympiahürde war bisher zu hoch 

Wie schon 2014 blieb auch im vergangenen Jahr nur eine deutsche Läuferin unter 2:30 Stunden. War es 2014 Anna Hahner (2:26:44) so konnte sich nun ihre Zwillingsschwester Lisa in Frankfurt auf 2:28:39 steigern. Um ärgerliche neun Sekunden verfehlte sie nach einer langen Verletzungsmisere die deutsche Olympianorm. Anna Hahner (2:30:19) und die ebenfalls von Verletzungen geplagte Sabrina Mockenhaupt (2:30:40) folgen in der Rangliste. Während Sabrina Mockenhaupt nach einem Fußbruch keine Chance mehr hat, sich im Marathon noch für Rio zu qualifizieren, dürften Anna und Lisa Hahner im Frühjahr einen weiteren Anlauf unternehmen. Sollte die Äthiopierin Fate Tola, die in Berlin 2:28:24 gelaufen war, rechtzeitig die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, könnte sie bei Olympia starten. 

VCM News. Text: JW, AM | race-news-service.com

Im Original hier erschienen: Marathon-Jahresbeginn



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    Das war 2015. Das kommt 2016. Ein Rundblick am Beginn des Olympiajahres 

    Eliud Kipchoge war der Marathonläufer des Jahres 2015. Daran gab es keinen Zweifel, und so wurde der Kenianer auch im November in Athen von der Association of International Marathons and Distance Races (AIMS) als Marathonläufer des Jahres ausgezeichnet. Die besten Zeiten im Jahr 2015 waren aber nicht ganz so schnell wie noch 2014 und 2013. Und auch die Breite in der Spitze war etwas schwächer als zuvor. Eine Auswirkung der stärker in den Fokus gerückten Doping-Thematik? 

    Anders sieht es bei den Frauen aus. Hier gab es schnellere Zeiten als noch in den Jahren 2013 und 2014, wenn man nur die Ergebnisse von rekordkonformen Strecken zugrunde legt. Ob die Statistiken in den nächsten Wochen gegebenenfalls geändert werden müssen, bleibt abzuwarten. Die internationale Anti-Doping-Agentur WADA will dann einen weiteren Bericht vorlegen. Im Jahr 2015 gab es zwei prominente Dopingfälle, die den Marathon betrafen: Die Russin Mariya Konovalova, die als Zweite des japanischen Nagoya-Marathons mit 2:22:27 Stunden den Master-Weltrekord (Altersklasse ab 40 Jahre) von Irina Mikitenko gebrochen hatte, und die Ukrainerin Tetyana Gamera-Shmyrko, die nach einem fünften Platz bei Olympia 2012 dreimal in Folge den Osaka-Marathon gewann. 

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    Die drei Kenianer Wilson Kipsang, Dennis Kimetto und Emmanuel Mutai waren nicht so stark wie in den Jahren zuvor. Kipsang und Kimetto konzentrierten sich nach guten Rennen beim London-Marathon im April auf den Weltmeisterschafts-Marathon in Peking, kamen aber dort mit den sommerlichen Bedingungen nicht zurecht. Weltmeister wurde mit Ghirmay Ghebreslassie schließlich ein Außenseiter aus Eritrea. 

    Die am hochkarätigsten besetzten City-Marathonrennen fanden einmal mehr in London im Frühjahr und in New York im Herbst statt. An der Themse siegte Eliud Kipchoge - er ist nun schon zwei Jahre im Marathon ungeschlagen und hat in Folge Rotterdam, Chicago, London und Berlin gewonnen - mit 2:04:42 knapp vor Kipsang (2:04:47) und Kimetto (2:05:50). In New York war im November der Kenianer Stanley Biwott mit 2:10:34 vorne. 

    Harter Kampf um Olympiaplätze beginnt in Dubai 

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    In Deutschland gibt es bereits drei Männer, die im Vorjahr unter 2:14:00 geblieben sind. Allerdings wurde die Olympianorm im Nachbarland bei 2:12:15 festgelegt. So ist bisher nur der neue Rekordhalter Arne Gabius (2:08:33 in Frankfurt) für Olympia qualifiziert. Philipp Pflieger (2:12:50) und Julian Flügel (2:13:57) müssten noch eins draufsetzen, was schwierig erscheint. 

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    Die Entdeckung des Jahres im Frauen-Marathon war Gladys Cherono. Die Kenianerin lief zunächst in Dubai ein beeindruckendes Debüt über die 42,195 km und musste sich dabei im Endspurt der Äthiopierin Aselefech Mergia um lediglich eine Sekunde geschlagen geben. Mit 2:20:03 erzielte die inzwischen 32-Jährige auf Anhieb eine Weltklassezeit und lief das drittschnellste Debüt aller Zeiten. In ihrem zweiten Marathon in Berlin steigerte sich Gladys Cherono auf 2:19:25. Mit der elftschnellsten je gelaufenen Zeit wurde sie zur siebtschnellsten Läuferin der Marathongeschichte. Auf einem rekordkonformen Kurs war keine Athletin seit April 2012 schneller als Cherono in Berlin. 

    Neben Gladys Cherono blieb 2015 noch eine zweite Läuferin unter 2:20 Stunden. Die Äthiopierin Mare Dibaba gewann im Januar in Xiamen (China) mit 2:19:52. Im August siegte sie auch bei der WM in Peking und wurde hauptsächlich aufgrund dieser beiden Erfolge von den AIMS-Mitgliedern zur Marathonläuferin des Jahres gewählt. 

    Sieben Zeiten gab es bei den Frauen insgesamt unter 2:21 Stunden - zwei mehr als noch im Jahr zuvor. Einen bemerkenswerten Rekord stellte bezüglich der Breite in der Spitze der Dubai-Marathon auf. Zwölf Läuferinnen rannten unter 2:25 Stunden - das gab es noch nie. Sieben von ihnen liefen schneller als 2:23. 

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