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Bitcoin im Bäcktest: #Betrug mit Bitcoins

Es wurde hier schon öfter erwähnt, dass die Kryptowährungsbranche dem Wilden Westen ähnelt. Es gibt vielleicht weniger Duelle zu Mittag, aber dafür jede Menge Kuriositäten, Aberglauben und Snake Oil Verkäufer, die sich zwischen den echten Goldminen tummeln. Warum ist das so? Warum ist ausrechnet eine so vielversprechende Branche Tummelplatz für Glücksritter und Betrüger?

Kryptowährungen sind kompliziert. Um Bitcoin zu nutzen, muss man kein Blockchain-Experte sein, aber ohne ein gewisses technisches Grundverständnis macht man gerade bei Transaktionen sehr schnell Fehler. Betrüger nutzen diese Unsicherheit zu ihrem Vorteil, indem sie etwa Anleitungen veröffentlichen und dann zu einem sogenannten „Fake Wallet“ verlinken, oder sie schafften es sogar, ihre Fake Wallets im App Store von Apple unterzubringen. Anschließend können alle Bitcoin gestohlen werden, und der User merkt das erst, wenn er eine Transaktion durchführen will. Denn schließlich kann auch der Kontostand manipuliert werden.

Transaktionen sind nicht rückgängig zu machen. Kreditkartenbetrüger haben es ziemlich schwer. Sie müssen darauf hoffen, dass das Opfer die Abbuchung nicht bemerkt und nicht rechtzeitig beeinsprucht. Zwar ist es relativ leicht, an Kreditkartendaten zu kommen – die kann man im Tausenderpack im Darknet kaufen –, aber ebenso einfach ist es, eine fälschliche Zahlung wieder rückgängig zu machen. Im Gegensatz dazu können getätigte Transaktionen via Bitcoin-Blockchain nicht wieder rückabgewickelt werden. Einmal im Netz verifiziert, gibt es kein Zurück. Bitcoin ist ein Tool, das geschaffen wurde, um die Bevölkerung unabhängiger zu machen und ein manipulationsresistentes Geldsystem zu schaffen. Der Nachteil dieser wahrscheinlich wichtigsten Eigenschaft ist, dass Betrüger diesen Umstand ebenfalls ausnützen können.

Transaktionen sind pseudonym. Entgegen der allgemeinen Annahme sind Bitcoin-Transaktionen nicht anonym, sondern pseudonym. Das heißt, alle Transaktionen von und zu allen Konten sind für immer öffentlich einsehbar. Einzig die Kontonummern (Bitcoin-Adressen) sind nicht sofort einer Person oder Gruppe zuzuordnen. Halbwegs gewiefte Betrüger haben so aber recht einfach die Möglichkeit, unerkannt zu bleiben.

Strafverfolgung ist schwierig. Bitcoin-Transaktionen kennen keine Staatsgrenzen. Selbst wenn ein Betrüger einmal unvorsichtig war und die Polizei es schafft, den Täter ausfindig zu machen, befindet sich dieser meist nicht im Land des Opfers und höchstwahrscheinlich nicht einmal in der EU. Selbst innerhalb der EU ist eine Strafverfolgung über Landesgrenzen oft schwierig, dabei wird meistens von lokalen Behörden unkoordiniert ins Leere ermittelt.

FOMO. FOMO ist die Abkürzung für „Fear of Missing out“, die „Angst, es zu verpassen“. Als Anleger ist man schnell verunsichert, wenn man liest, dass jemand an einem Tag 500 Prozent Gewinn gemacht hat oder die Währung XY im letzten Monat schon wieder 1.000 Prozent zugelegt hat. Und genau dort setzen Betrüger an. Ein Beispiel dafür ist das Projekt Onecoin. Onecoin war ein Multi-Level-Marketing-Projekt, das das gleiche Vokabular wie Bitcoin verwendete, freilich ohne jemals eine entsprechende Kryptowährung zu schaffen. Obwohl viele europäische Behörden Onecoin verboten haben, erleichterte Onecoin-Gründerin Ruja Ignatova tausende Menschen um ihr Erspartes. Bis heute läuft der Onecoin-Betrug weiter.

Manchmal ist eine Idee auch zu erfolgreich. Zum Beispiel ist die Bitcoin-Börse Mt. Gox zu schnell gewachsen, um ausreichende Checks and Balances und ein adäquates Controlling einzuführen. Einzelne Personen hatten Zugriff auf alle gehaltenen Einlagen, hinzu kamen Probleme mit den Steuerbehörden, und die Software konnte mit dem enormen Wachstum nicht mithalten – bis Mt. Gox eines Tages offline war. 

zum Autor

Gerald Bäck ist Software-Entwickler und Geschäftsführer der Firma Coinomentum. Er beschäftigt sich mit dem algorithmischen Handel von Kryptowährungen.

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Aus dem Börse Social Magazine #16
(April 2018)





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