16.10.2018, 5288 Zeichen
A1 Telekom Austria hat Zahlen für die ersten drei Quartale vorgelegt. Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen um 1,3 Prozent auf 3.301,3 Mio. Euro. Das EBITDA ging um 1,9 Prozent auf 1.087,6 Mio. Euro zurück, das Betriebsergebnis verringerte sich um 28,4 Prozent auf 332,4 Mio. Euro, das Jahresergebnis schwächte sich um 44,2 Prozent auf 199,2 Mio. Euro ab. Hier belasten nach wie vor die Markenwert-Abschreibungen. Wie berichtet, beschloss die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2017 ihre Marken innerhalb der Gruppe zu harmonisieren und die Marke „A1“ schrittweise, in Abhängigkeit von lokalen Gegebenheiten, einzuführen. Die Umbenennung löst eine Abschreibung der lokalen Markenwerte aus, die sich per Ende 2016 auf die Summe von rund 350 Mio. Euro belaufen haben. Die jeweiligen Unternehmen werden die Markenwerte bis zum Auslaufen der alten Marken abschreiben. Per 30. Juni 2018 wurden bereits 311,0 Mio. Euro abgeschrieben, davon bisher 188,5 Mio. Euro im Jahr 2018. Die Markenwert-Abschreibungen wirken sich negativ auf das Nettoergebnis aus.
Im 3. Quartal legte der Umsatz um 1,4 Prozent auf 1.126,2 Mio. Euro zu, das EBITDA exkl. Restrukturierung um 0,3 Prozent auf 397,8 Mio. Euro zu, das Betriebsergebnis ging um 3 Prozent auf 185,1 Mio. Euro zurück.
Im Ausblick heisst es: "Der A1 Telekom Austria Group ist es in den ersten neun Monaten 2018 erneut gelungen, ihre Umsatzerlöse sowie ihr EBITDA (ohne Restrukturierungsaufwendungen) mit einem klaren Fokus auf hochwertige Kunden und attraktive Angebote im Festnetzbereich zu steigern. Dies wurde erreicht, obwohl auf den Mobilfunkmärkten der Gruppe weiterhin ein intensiver Wettbewerb und regulatorische Gegenwinde vorherrschen. Der weißrussische Rubel folgte größtenteils der Entwicklung des russischen Rubels und wertete im Jahresvergleich um 11,2 % (Periodendurchschnitt) ab. Höhere Umsatzerlöse und eine bessere Marge auf Endgeräte führten dazu, dass das EBITDA trotz höherer Kosten und Aufwendungen anstieg. Die Ergebnisse wurden im ersten Halbjahr 2018 negativ von der schrittweisen Abschaffung des Endkunden-Roamings in der EU beeinflusst. Das zweite Halbjahr 2018 ist von dieser Regulierung nicht mehr belastet.
Die oben genannten Marktentwicklungen dürften im Geschäftsjahr 2018 größtenteils anhalten. Sowohl in Österreich als auch in den CEE-Märkten wird sich das Wettbewerbsumfeld auf den Mobilfunkmärkten voraussichtlich fortsetzen. Die Nachfrage nach Festnetzdienstleistungen dürfte sich indes auf den meisten Märkten weiterhin positiv auswirken. In den mittel- und osteuropäischen Segmenten werden die operativen Ergebnisse voraussichtlich zunehmend von den in der Vergangenheit ergriffenen Maßnahmen sowie von der verbesserten Konjunkturlage profitieren, wobei auf allen Märkten mit einem BIP-Wachstum gerechnet wird.
Der negative Roaming-Effekt lag im Geschäftsjahr 2018 am unteren Ende der erwarteten 1,0 % bis 1,5 % des Konzern-EBITDA. Im Gegensatz zur günstigen Wechselkursentwicklung im Jahr 2017 dürfte die operative Entwicklung in Weißrussland von einer Abwertung des weißrussischen Rubels negativ beeinflusst wer- den.
In diesem Geschäftsumfeld bekennt sich das Management der A1 Telekom Austria Group weiterhin zu seiner Wachstumsstrategie, die sich auf drei strategische Bereiche fokussiert: Optimierung im Kerngeschäft, Erweiterung von Produkten und Dienstleistungen sowie wertsteigernde Fusionen und Übernahmen. Wie im Vorjahr sollten die Ergebnisse Unterstützung durch die laufenden Bemühungen zur weiteren Steigerung der betrieblichen Effizienz erhalten. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet das Management der A1 Telekom Austria Group ein moderates Wachstum der Gesamtumsätze auf berichteter Basis.
Die A1 Telekom Austria Group setzt weiter auf den LTE-Ausbau in ihren Märkten sowie auf den beschleunigten Glasfaserausbau in Österreich. Es wird erwartet, dass die Anlagenzugänge vor Spektrumsinvestitionen und Akquisitionen im Jahr 2018 nahezu stabil (750 Mio. EUR) bleiben.
Das Management der A1 Telekom Austria Group räumt die begrenzte Berechenbarkeit des weißrussischen Rubels ein, geht für das Jahr 2018 aber von einer Abwertung gegenüber dem Euro von rund 10 % (Perio- dendurchschnitt) aus. Der weißrussische Rubel wertete in den ersten neun Monaten des Jahres um 11,2 % ab.
Auf Basis der verbesserten operativen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gruppe haben sich América Móvil und die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) im Jahr 2016 auf eine neue Dividende geeinigt. Diese erwartete Dividende liegt seit dem Geschäftsjahr 2016 bei 0,20 EUR pro Aktie liegen und soll auf einer nachhaltigen Basis im Rahmen der operativen und wirtschaftlichen Entwick- lung der Gruppe wachsen
Ohne die Markenwert-Abschreibungen in Verbindung mit dem konzernweiten Rebranding fiel das Nettoergebnis im Jahresvergleich unverändert aus (berichtet: 199,2 Mio. EUR 1-9 M 2018 gegenüber 357,1 Mio. EUR im Vergleichszeitraum). Der Free Cashflow war in den ersten neun Monaten 2018 im Vergleich zum Vorjahr stabil, da geringere Zinszahlungen die höhere CAPEX paid ausglichen während der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stabil blieb.
Insgesamt bleibt der Ausblick der Gruppe für 2018 unverändert: Es wird ein Umsatzwachstum von 1–2 % (berichtete Basis), und ein CAPEX von rd 750 Mio. Euro genannt.
Wiener Börse Party #1125: ATX unverändert, heute ex starke Andritz-Dividende, RBI wird Big Player in Rumänien, CPI Europe stark
Aktien auf dem Radar:CA Immo, UBM, Semperit, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Flughafen Wien, Marinomed Biotech, voestalpine, Wienerberger, Zumtobel, Kapsch TrafficCom, Andritz, AT&S, DO&CO, Strabag, RBI, Agrana, FACC, CPI Europe AG, Bajaj Mobility AG, Verbund, Wolford, Oberbank AG Stamm, RHI Magnesita, Amag, EVN, Österreichische Post, Telekom Austria.
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