02.11.2018, 3991 Zeichen
Nicht ruhen, bis der letzte Aktionär das Land verlassen hat. Wir Langfristaktionäre, die bei Kapitalerhöhungen mitmachen, Investitionen und Wachstum der Firmen unterstützen, Arbeitsplätze schaffen, die Gesellschaften zu nachhaltigen Steuerzahlern machen, wir haben lange genug darunter gelitten, wie uns sogenannte „linke“ Politiker behandelt haben. Ich möchte hier nicht zuviel politisieren, jeder Wähler hat seine eigenen Gründe, die eine oder andere Partei zu wählen, das ist Demokratie, und natürlich haben auch die Sozialdemokraten sympathische Seiten. Nur als Aktionär war man das Feindbild schlechthin, als Aktionär traute man sich in der Öffentlichkeit gar nicht mehr zu sagen, dass man in österreichische Aktien investiert. Einzelne linke Politiker haben es in der (teils staatsnahen) Wirtschaft zu etwas gebracht, die Gagen nehmen sie freilich gerne. Was mich aber schwer getroffen hat, das ist die durch eingetrichterte Ideologie bedingte Weltfremdheit mancher Politiker aus diesem Lager. Der eine sagt, dass „die Spekulanten, die Aktionäre, die Schuldigen an der Krise“ durch höhere Steuern bestraft werden müssen. Der andere sagt gar, er werde nicht ruhen, bis der letzte Aktionär das Land verlassen hat. Ungemütlich damals, gell?
Die ständige Schwarzseherei hatte ein Ende, wir sahen den Silberstreif am Horizont, als Löger Finanzminister wurde. Ein Schwarzer (die Schwarzen waren einmal Wirtschaftspartei, das war etwa zu Zeiten vom Taus) als Finanzminister, in einer Koalition, die diesmal nicht von „Linken“ geführt wird, in der „Linke“ nicht einmal den Juniorpartner stellen. Dazu noch ein Finanzminister direkt aus der Wirtschaft, noch dazu von der (so sagt der Volksmund) „schwarzen“ Uniqa. So wirtschaftsnah, wie diese Regierung anfangs aussah, kam Hoffnung auf. Hoffnung darauf, dass man sich einmal nicht mehr genieren wird müssen, österreichische Aktien zu besitzen, Geld in die Realwirtschaft zu pumpen. Hoffnung darauf, dass man als Aktionär seinen Stolz zurück bekommt - die Anerkennung, die man sich verdient hat. Hoffnung auch darauf, dass die WP-KESt abgeschafft (wenigstens für Langfristanleger) oder zumindest „entschärft“ (die österreichische Gestaltung dieser Steuer enthält ja einige Ungerechtigkeiten) wird. Ein Jahr der Hoffnung liegt bereits hinter uns.
Kein Wort zur Entschärfung der WP-KESt kam aus des Finanzministers Munde. Im Gegenteil, dieser Tage mussten wir sogar vernehmen, dass er sich eine zusätzliche Europasteuer ausschließlich auf Aktien (so als ob das die typischen Spekulanten wären, während alle möglichen Derivative „unschuldig“ sind) wünscht.
DAS haben wir wirklich nicht erwartet. Schon gar nicht auch von dieser Seite. „Was sollen wir machen, wenn wir eine sozialistische Regierung haben?“ sagte dieser Tage mit gequältem Lächeln ein Aktionär zu mir. (Anmerkung: Das ist offenbar ein Scherz, denn der Finanzminister ist offiziell ein Schwarzer, es ist kein einziger Sozialist in der Regierung) Der Weg, den Österreich beschreitet, ist nicht der richtige. Irgendwann wird das Land die Aktionäre im eigenen Land wieder brauchen. Wir werden das sehen, wenn das nächste große Werk in ausländischen Händen in Österreich zugesperrt wird. Denn österreichische Aktionäre sind nicht die Zusperrer. Wer Hauptversammlungen besucht, der weiß, dass unsere Aktionäre fragen, ob das Personal eh gut behandelt wird, ob das Unternehmen ausreichend Steuern zahlt und vieles mehr, denn Profitmaximierung um jeden Preis ist nicht des Österreichers Lust. Trotz allem: Wir lieben unser Land, unsere Firmen und die Arbeitsplätze, die wir schaffen!
Wenn der Finanzminister nicht so ein vielbeschäftigter Mann wäre, ich hätte so gerne einen Termin mit ihm, ich hätte ihm sehr viel zu sagen. Nicht nur über die WP-KESt, auch anderes läuft schief. Manches, das der Finanzminister eh nicht sehen soll. Weil ein Finanzminister viel zu kurz im Amt ist, um so etwas anzugreifen.
(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 02.11.)
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