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Aktienausblick: Vier Vorhersagen für 2019

Magazine aktuell


#gabb aktuell



21.12.2018, 5440 Zeichen

Aviva Investors hat einen Aktienausblick auf 2019 veröffentlicht und hat vier Vorhersagen parat.

Weltweit zeigten Aktien 2018 eine gemischte Performance. Anfang des Jahres gewann der Bullenmarkt in den USA noch an Dynamik, Turbulenzen in der Tech-Branche brachten die Rallye im Oktober dann aber zu einem abrupten Ende.  Der Handelsstreit zwischen den USA und China – und Sorgen um deutliche Auswirkungen auf das Wachstum in handelsabhängigen Volkswirtschaften – trug ebenfalls zur unterdurchschnittlichen Wertentwicklung bei, mit besonders negativen Folgen für die Schwellenländer. In Großbritannien und Kontinentaleuropa gab es zusätzlichen Gegenwind durch die Unsicherheiten rund um den Brexit und italienischen Haushalt. Wird 2019 also weitere schlechte Nachrichten bringen oder könnten sich die globalen Märkte erholen? In diesem Beitrag legen die Fondsmanager von Aviva Investors ihre Prognosen für die kommenden Monate dar.

1. Ausgang des Handelsstreits beeinflusst Entwicklung

Der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China dürfte sich 2019 negativ auf die Entwicklung auswirken, insbesondere, wenn weitere Zollerhöhung durch eine Einigung nicht verhindert werden können. Abgaben auf Importe aus China belasten schon jetzt das Geschäftsklima und könnten zu niedrigeren Konsumausgaben führen, wenn die Unternehmen die höheren Kosten an die Kunden weitergeben. Chinas Vergeltungszölle auf US-Exporte von Rohstoffen wie Sojabohnen und Rohöl sind in diesen Sektoren schon jetzt zu spüren.

Die Handelskonflikte haben auch andere Regionen besonders hart getroffen, etwa die Schwellenländer. In Märkten wie Großbritannien sind die meisten negativen Nachrichten in den Kursen der am stärksten gefährdeten Unternehmen nun schon enthalten. Eine Deeskalation im Zollkonflikt könnte daher bei internationalen Unternehmen mit Sitz in Großbritannien einen kräftigen Kursanstieg auslösen – insbesondere in der Bergbau- und Industriebranche.

2. Zinserhöhungen als Gefahr für verschuldete US-Unternehmen

Eine straffere Geldpolitik dürfte zudem 2019 einen großen Einfluss auf die Aktienperformance haben. In dem Umfeld rekordniedriger Zinsen haben die Unternehmen den relativ günstigen Zugang zu Kapital genossen, um das Wachstum mit Krediten anzuschieben. Ebenfalls Folge des niedrigen Zinsniveaus war ein Liquiditätsüberschuss, den Unternehmen für eine steigende Verschuldung nutzten – nach dem Motto „Eine steigende Flut für alle Schiffe“. Jetzt, da sich die Finanzierungsbedingungen verschärfen und die Zinsen anziehen, könnten sich Unternehmen mit zu hohen Schulden als besonders anfällig erweisen – speziell in den USA, die im Zinszyklus schon weiter fortgeschritten sind.

Wir erwarten, dass die Europäische Zentralbank aufgrund der moderaten Inflation die Zinsen 2019 anheben wird. In einem solchen Szenario würde sich der breitere europäische Finanzsektor wahrscheinlich gut entwickeln. Dies könnte für Aktieninvestoren chancenreich sein, da Bankaktien derzeit auf Basis der Kurs-Buchwert-Verhältnisse günstig erscheinen. Europäische Basiskonsumgüterunternehmen, deren defensive Eigenschaften Investoren schätzen, sind hingegen schon jetzt teuer. Daher meiden wir den Sektor derzeit.

3. Einigung im italienischen Haushaltsstreit würde Stimmung in Europa heben

Die Spannungen im Streit zwischen Italien und der Europäischen Kommission werden europäische Aktien 2019 trotz der aktuellen Einigung beeinflussen. Die italienische Koalitionsregierung hat eine frühere Zusage, die Kreditaufnahme zurückzuführen, gebrochen und plante ein Budget, das gegen die Verschuldungsregeln der Kommission verstößt. Die Konfrontation hat in Italien euroskeptische Ressentiments geschürt und die Märkte belastet. Allerdings ist das für Investoren beunruhigende Worst Case-Szenario, nämlich ein Ausstieg Italiens aus der EU, unwahrscheinlich.

Wir sind optimistisch, dass die jetzt gefundene Einigung italienischen Bankaktien 2019 zugutekommen dürfte. Kleinere italienische Banken dürften jedoch aufgrund möglicher Finanzierungsprobleme anfällig bleiben. Einige Kommentatoren haben Bedenken, wie sich das Ende des EZB-Anleihekaufprogramms auf Italien auswirken wird. Wir gehen aber davon aus, dass die Wirtschaft die auslaufende Zentralbankunterstützung verkraften wird.

4. Schwellenländer bieten Stock Picking-Chancen

Nachdem längere Zeit makroökonomische Treiber die Kurse der Vermögenswerte in den Schwellenländern bestimmt haben, dürften 2019 die Fundamentaldaten der Unternehmen wieder wichtiger werden. Viele Schwellenländer wachsen immer noch schneller als ihre Pendants in den Industrieländern. Durch den Kursrücksetzer scheinen die Bewertungen jetzt attraktiver.

Günstige Investmentchancen können sich bei ausgewählten Technologieaktien aus Schwellenländern bieten. 2018 wurden Technologieunternehmen aus den Emerging Markets von einem Doppelschlag getroffen: erst durch den Schwellenländer-Rücksetzer und dann durch den Ausverkauf von US-amerikanischen Technologieaktien. Dabei sind nicht alle Tech-Unternehmen der Schwellenländer für ihr Wachstum auf US-amerikanische Tech-Giganten angewiesen. Anders als ihre Aktienkurse vermuten lassen, spielt der Handelskonflikt zwischen den USA und China für sie keine allzu große Rolle. Mit dem zunehmenden Druck auf US-amerikanische Technologieaktien könnte der Abschlag, zu dem einige Technologieunternehmen in den Schwellenländern gehandelt werden, Investoren 2019 zu einer Neuordnung ihres Portfolios veranlassen.



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    1. Ausgang des Handelsstreits beeinflusst Entwicklung

    Der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China dürfte sich 2019 negativ auf die Entwicklung auswirken, insbesondere, wenn weitere Zollerhöhung durch eine Einigung nicht verhindert werden können. Abgaben auf Importe aus China belasten schon jetzt das Geschäftsklima und könnten zu niedrigeren Konsumausgaben führen, wenn die Unternehmen die höheren Kosten an die Kunden weitergeben. Chinas Vergeltungszölle auf US-Exporte von Rohstoffen wie Sojabohnen und Rohöl sind in diesen Sektoren schon jetzt zu spüren.

    Die Handelskonflikte haben auch andere Regionen besonders hart getroffen, etwa die Schwellenländer. In Märkten wie Großbritannien sind die meisten negativen Nachrichten in den Kursen der am stärksten gefährdeten Unternehmen nun schon enthalten. Eine Deeskalation im Zollkonflikt könnte daher bei internationalen Unternehmen mit Sitz in Großbritannien einen kräftigen Kursanstieg auslösen – insbesondere in der Bergbau- und Industriebranche.

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