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Valentin Pfeil ist ein Berliner ... (Vienna City Marathon)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



03.05.2019, 4676 Zeichen

… jedenfalls derzeit in Sachen Marathontraining. Vorbereitung mit SCC Berlin Pro Team auf weitere Marathon-Highlights

Seine Vorbereitung auf den Vienna City Marathon hat Valentin Pfeil bereits mit dem SCC Events Pro Team absolviert. Elf Wochen lang war der Oberösterreicher mit der Berliner Gruppe in Neuseeland, um sich für den VCM in Form zu bringen. „Ich habe gemerkt, dass es ein guter Weg ist. Es hat sich einfach sehr gut angefühlt“, sagt er. Der Erfolg war durchschlagend. Mit persönlicher Bestzeit von 2:12:55 Stunden ist ihm am 7. April in Wien ein hervorragendes Rennen gelungen, das zum großartigen Gesamtauftritt des VCM Team Austria stark beigetragen hat. Das WM-Limit hat er klar unterboten. Seine alte Topmarke konnte er um 1:55 Minuten steigern. „Es ist einfach vieles sehr gut gelaufen an diesem Wochenende. Die Stimmung war noch besser als bei meinen bisherigen Starts in Wien. Es haben mich so viele Leute mit Vornamen angefeuert, die ich gar nicht kennen kann, das war unglaublich.“

Der Erfolg vom VCM war mit eine Bestätigung für das neue Trainingsumfeld. Nun hat Valentin Pfeil seine Bindung mit dem SCC Events Pro Team noch enger gemacht. Sein weiteres Marathontraining wird er überwiegend in Berlin oder auf gemeinsamen Trainingslagern unter Leitung des deutschen Trainers Dieter Hogen absolvieren, wie er unter dem Motto „Alles neu macht der Mai“ bekannt gegeben hat. Ist Valentin Pfeil jetzt ein Berliner? „Ich habe jedenfalls einmal eine Berliner Phase“, sagt er.



Mitglieder des Teams sind Philipp Baar (PB 2:16:17) aus Berlin, der beim VCM 2:18:45 gelaufen ist, der Deutsche Hindernisläufer Fabian Clarkson, der sich verstärkt auf die Straßenlangstrecken ausrichtet, Lisa Hahner in Berlin sowie Anna Hahner mit eigenem Coach, dazu der Japaner Hideyuki Ikegami, 2:15:23 beim VCM (PB 2:13:41).

„Ich wurde erstmals angesprochen, nachdem sich das Team 2018 gegründet hat. Richtig gezündet hat es in Neuseeland“, so Pfeil. Großen Anteil an seinen bisherigen Erfolgen hatte Trainer Hubert Millonig, der mit ihm ein Jahrzehnt lang den Weg vom jungen Bahnläufer und U23 EM-Finalisten über 3000 m Hindernis zum Marathon WM-Teilnehmer (23. Platz in London 2017) gegangen ist.

Kommende Woche, ein Monat nach dem Vienna City Marathon, beginnt Valentin Pfeil wieder mit dem strukturierten Training. Ein Herbstmarathon und der eine oder andere Vorbereitungswettkampf auf der Straße sind geplant. Die WM in Doha, für die er qualifiziert ist, spielt in seinen Überlegungen keine Rolle. „Die WM ist grundsätzlich natürlich reizvoll. Aber ich war in London 23. und denke nicht, dass ich in die Top-10 laufen kann. In Richtung Olympiaqualifikation muss ich überlegen, wo ich eine schnelle Zeit laufen kann.“

Sein Rennen beim VCM könnte schon „die halbe Miete“ gewesen sein, wie er in sozialen Medien schrieb, aber die zweite Hälfte muss erst noch geschafft werden. Da das IOC die Anzahl der Sportarten im Olympiaprogramm mit Lifestyleorientierung zwar erhöht, die Gesamtteilnehmerzahl aber limitiert hält, bleiben für klassische Sportarten wie die Leichtathletik weniger Startplätze in den einzelnen Disziplinen als bisher. Im Marathonlauf von Tokio 2020 sollen 80 Männer und 80 Frauen starten, um die Hälfte weniger als in Rio 2016. Die Qualifikation ist über eine Zeit möglich (2:11:30 bei den Männern, 2:29:30 bei den Frauen), durch einen Top-5 Platz bei einem Gold Label Rennen, durch einen Top-10 Platz bei einem Rennen der World Marathon Majors oder bei der Weltmeisterschaft, sowie durch eine entsprechende Platzierung in der neuen IAAF Weltrangliste, die auf Basis eines umstrittenen Punktesystems erstellt wird. Für Platzierungen, z.B. Top-12 bei IAAF Gold Label Marathons, erhält man Extrapunkte, ebenso für Top-8 Platzierungen bei nationalen Marathon-Meisterschaften, wie sie 2020 beim VCM stattfinden werden.

„Es ist jetzt viel zu früh, über die Zeitziele bei kommenden Marathons konkret etwas zu sagen. Aber wenn ich positiv in die Zukunft schaue und alles gut läuft, warum soll ich nicht die direkte Qualifikationszeit von 2:11:30 angreifen können? Es sollte möglich sein, dass ich ein Rennen, dass auf unter 2:11:30 angelegt ist, laufen kann, und selbst wenn es nicht gut gehen sollte, dabei nicht völlig gegen die Wand fahre.“

Um den Olympiamodus in Perspektive zu rücken: Mit seiner Leistung vom VCM hätte Valentin Pfeil bisher IMMER die Olympiaqualifikation geschafft. Für Rio 2016 lag das österreichische Limit bei 2:14:00, davor manchmal bei 2:13:00. „Jedenfalls möchte ich nicht der schnellste von den österreichischen Marathonläufern sein, die nie bei Olympia waren….“


VCM News / AM

Im Original hier erschienen: Valentin Pfeil ist ein Berliner …



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