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Wie schnell läuft Kipchoge? (Vienna City Marathon)

Magazine aktuell


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03.09.2019, 5379 Zeichen

Umfrage: Marathon-Veranstalter erwarten Zeit unter zwei Stunden in Wien

Eliud Kipchoge wird im Oktober in Wien die Zwei-Stunden-Barriere durchbrechen - das zumindest erwarten die meisten der befragten Marathonveranstalter, die im deutschsprachigen Raum die bedeutendsten internationalen Rennen über die 42,195 km organisieren. Der kenianische Olympiasieger Kipchoge, der im vergangenen Jahr in Berlin den Weltrekord auf 2:01:39 Stunden verbesserte, soll am 12. Oktober auf einem Rundkurs im Wiener Prater laufen. Bei ungünstigen Wetterbedingungen könnte sich der Start aber auch bis auf den 20. Oktober verschieben. Am vergangenen Wochenende fanden in Wien auf der Laufstrecke eine Reihe von Testrennen für die „Ineos 1:59 Challenge“ statt, bei denen Organisations-Teams und Tempomacher vor Ort waren.

Mark Milde ist der Race-Direktor, der Eliud Kipchoge so gut kennt wie wohl keiner seiner Kollegen weltweit. Viermal ist der Kenianer beim BMW Berlin-Marathon gestartet, dreimal hat er gewonnen. „Ich glaube“, sagt Mark Milde, „Eliud ist in den vergangenen beiden Jahren noch stärker geworden. Und er profitiert von den Erfahrungen, die er 2017 in Monza gesammelt hat.“ Vor zwei Jahren versuchte sich Kipchoge schon einmal an der Zwei-Stunden-Barriere. Auf dem italienischen Formel-1-Kurs in Monza kam er dabei mit 2:00:25 viel dichter an die Traumzeit heran als die meisten es erwartet hatten. „Zudem ist man in Wien flexibler. Deswegen glaube ich, dass Eliud es schafft und tippe auf ein Ergebnis von 1:59:42“, sagt Mark Milde.

Auf eine noch etwas schnellere Zeit tippt Frank Thaleiser, der Chef-Organisator des Haspa Marathons Hamburg, der Eliud Kipchoge ebenfalls von einem Start bei seinem Rennen kennt: 2013 rannte der Kenianer in Hamburg sein Marathondebüt und gewann auf Anhieb in 2:05:30 Stunden. Diese Zeit ist nach wie vor der Hamburger Streckenrekord. „Ich gehe davon aus, dass Eliud in Wien unter zwei Stunden laufen wird und tippe auf 1:59:12 Stunden“, sagt Frank Thaleiser.

Wolfgang Konrad, der Race-Direktor des Vienna City Marathons, der mit seinem Team die „Ineos 1:59 Challenge“ vor Ort organisiert, setzt ebenfalls darauf, dass die Barriere durchbrochen wird. „Ich glaube, dass Eliud es schafft, denn er wird in Wien auf der Prater Hauptallee die weltweit besten Bedingungen vorfinden. Er wird besser vorbereitet und stärker sein als vor zwei Jahren in Monza. Außerdem hat man aus den Fehlern in Monza gelernt, die man in Wien nicht mehr machen wird“, sagt Wolfgang Konrad und fügt hinzu: „Ich tippe auf eine Zeit von 1:59:36.“

Stefanie Eichel, die Race-Direktorin des HAJ Hannover-Marathons, ist etwas skeptischer. „Es ist wirklich schwer vorherzusagen, aber ich entscheide mich für nein. Ich glaube, unter zwei Stunden zu laufen, wird Eliud Kipchoge nicht schaffen“, sagt Stefanie Eichel. „Ich tippe auf ein Ergebnis von 2:01:01 Stunden - aber auch das ist natürlich eine herausragende Zeit.“

Der Chef des Mainova Frankfurt-Marathons, Jo Schindler, ist kein Freund derartiger Rennen und sieht die „Ineos 1:59 Challenge“ kritisch: „Es ist irrelevant, welche Zeit Eliud Kipchoge läuft, denn dies ist kein Rennen unter regulären Bedingungen. Wenn ich an den Bedingungen schraube, dann kann ich alle Rekorde toppen - Rückenwind beim 100-Meter-Lauf, Federn im Schuh beim Weit-, Hoch- und Stabhochsprung, geringere Gewichte bei den Werfern und so weiter. Die Leichtathletik zeichnet sich dadurch aus, dass es ein sehr detailliertes Regelwerk gibt.“

Es ist klar, dass das Ergebnis der „Ineos 1:59 Challenge“ nicht als Weltrekord anerkannt werden kann, denn es werden regelmäßig Tempomacher ausgetauscht und zudem werden Eliud Kipchoge die Getränkeflaschen während des Rennens sicherlich gereicht. Beides ist nicht regelkonform. Außerdem fehlen mindestens zwei Konkurrenten, die aber ohnehin chancenlos wären. Dem Ausnahmeläufer geht es jedoch einzig darum, als erster die 42,195 km unter zwei Stunden zu laufen.

Christoph Kopp hat die größte Erfahrung beim Zusammenstellen von Marathon-Elitefeldern im deutschsprachigen Raum. Der Berliner ist unter anderem für die Rennen in Hannover, Düsseldorf und Frankfurt tätig. „Grundsätzlich ist es denkbar, dass Eliud es schafft. Aber wie immer bei Leichtathletik-Veranstaltungen ist am Ende das ideale Wetter das Zünglein an der Waage. Und natürlich auch die Harmonie mit den Tempomachern“, sagt Christoph Kopp, der tippt, dass Eliud Kipchoge in Wien knapp unter zwei Stunden bleibt: „Ich tippe auf 1:59:55.“

Eine Reihe von Tempomachern, die bei der „Ineos 1:59 Challenge“ zum Einsatz kommen werden, waren am vergangenen Wochenende in Wien - unter ihnen der frühere Weltmeister über 1.500 und 5.000 m, Bernard Lagat (USA), die Australier Jack Rayner und Brett Robinson sowie der Commonwealth Games-Sieger über 5.000 m, Augustine Choge (Kenia). Eliud Kipchoge trainierte währenddessen in seinem Trainingscamp in Kaptagat (Kenia). Bernard Lagat erklärte nach den Testläufen: „Die anderen Pacemaker und ich waren hier, um die Strecke, die Formationen, die Wechsel und weiteres zu testen. Es war ein erfolgreiches Wochenende und wir sind sicher, dass Eliud, wenn er hier an den Start kommt und in unsere Augen schaut, zuversichtlich sein kann, dass wir als Tempomacher genau wissen was wir tun und ihm helfen werden.“

VCM News. Text: Jörg Wenig | race-news-service.com

Im Original hier erschienen: Wie schnell läuft Kipchoge?



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    Eliud Kipchoge wird im Oktober in Wien die Zwei-Stunden-Barriere durchbrechen - das zumindest erwarten die meisten der befragten Marathonveranstalter, die im deutschsprachigen Raum die bedeutendsten internationalen Rennen über die 42,195 km organisieren. Der kenianische Olympiasieger Kipchoge, der im vergangenen Jahr in Berlin den Weltrekord auf 2:01:39 Stunden verbesserte, soll am 12. Oktober auf einem Rundkurs im Wiener Prater laufen. Bei ungünstigen Wetterbedingungen könnte sich der Start aber auch bis auf den 20. Oktober verschieben. Am vergangenen Wochenende fanden in Wien auf der Laufstrecke eine Reihe von Testrennen für die „Ineos 1:59 Challenge“ statt, bei denen Organisations-Teams und Tempomacher vor Ort waren.

    Mark Milde ist der Race-Direktor, der Eliud Kipchoge so gut kennt wie wohl keiner seiner Kollegen weltweit. Viermal ist der Kenianer beim BMW Berlin-Marathon gestartet, dreimal hat er gewonnen. „Ich glaube“, sagt Mark Milde, „Eliud ist in den vergangenen beiden Jahren noch stärker geworden. Und er profitiert von den Erfahrungen, die er 2017 in Monza gesammelt hat.“ Vor zwei Jahren versuchte sich Kipchoge schon einmal an der Zwei-Stunden-Barriere. Auf dem italienischen Formel-1-Kurs in Monza kam er dabei mit 2:00:25 viel dichter an die Traumzeit heran als die meisten es erwartet hatten. „Zudem ist man in Wien flexibler. Deswegen glaube ich, dass Eliud es schafft und tippe auf ein Ergebnis von 1:59:42“, sagt Mark Milde.

    Auf eine noch etwas schnellere Zeit tippt Frank Thaleiser, der Chef-Organisator des Haspa Marathons Hamburg, der Eliud Kipchoge ebenfalls von einem Start bei seinem Rennen kennt: 2013 rannte der Kenianer in Hamburg sein Marathondebüt und gewann auf Anhieb in 2:05:30 Stunden. Diese Zeit ist nach wie vor der Hamburger Streckenrekord. „Ich gehe davon aus, dass Eliud in Wien unter zwei Stunden laufen wird und tippe auf 1:59:12 Stunden“, sagt Frank Thaleiser.

    Wolfgang Konrad, der Race-Direktor des Vienna City Marathons, der mit seinem Team die „Ineos 1:59 Challenge“ vor Ort organisiert, setzt ebenfalls darauf, dass die Barriere durchbrochen wird. „Ich glaube, dass Eliud es schafft, denn er wird in Wien auf der Prater Hauptallee die weltweit besten Bedingungen vorfinden. Er wird besser vorbereitet und stärker sein als vor zwei Jahren in Monza. Außerdem hat man aus den Fehlern in Monza gelernt, die man in Wien nicht mehr machen wird“, sagt Wolfgang Konrad und fügt hinzu: „Ich tippe auf eine Zeit von 1:59:36.“

    Stefanie Eichel, die Race-Direktorin des HAJ Hannover-Marathons, ist etwas skeptischer. „Es ist wirklich schwer vorherzusagen, aber ich entscheide mich für nein. Ich glaube, unter zwei Stunden zu laufen, wird Eliud Kipchoge nicht schaffen“, sagt Stefanie Eichel. „Ich tippe auf ein Ergebnis von 2:01:01 Stunden - aber auch das ist natürlich eine herausragende Zeit.“

    Der Chef des Mainova Frankfurt-Marathons, Jo Schindler, ist kein Freund derartiger Rennen und sieht die „Ineos 1:59 Challenge“ kritisch: „Es ist irrelevant, welche Zeit Eliud Kipchoge läuft, denn dies ist kein Rennen unter regulären Bedingungen. Wenn ich an den Bedingungen schraube, dann kann ich alle Rekorde toppen - Rückenwind beim 100-Meter-Lauf, Federn im Schuh beim Weit-, Hoch- und Stabhochsprung, geringere Gewichte bei den Werfern und so weiter. Die Leichtathletik zeichnet sich dadurch aus, dass es ein sehr detailliertes Regelwerk gibt.“

    Es ist klar, dass das Ergebnis der „Ineos 1:59 Challenge“ nicht als Weltrekord anerkannt werden kann, denn es werden regelmäßig Tempomacher ausgetauscht und zudem werden Eliud Kipchoge die Getränkeflaschen während des Rennens sicherlich gereicht. Beides ist nicht regelkonform. Außerdem fehlen mindestens zwei Konkurrenten, die aber ohnehin chancenlos wären. Dem Ausnahmeläufer geht es jedoch einzig darum, als erster die 42,195 km unter zwei Stunden zu laufen.

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