09.02.2020
Zugemailt von / gefunden bei: Raiffeisen Research (BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)
Aus dem wöchentlichen Marktausblick von Raiffeisen Research: Die neuen Aktienmarkthöchststände in den USA trotz Coronavirus-Epidemie erklären sich am besten damit, dass der Markt zunehmend das – auch von uns seit Beginn vertretene – Basis-Szenario für plausibel erachtet. Das da lautet, dass die Fallzahlen in China/Hubei zwar noch stark (und die globalen leicht) steigen werden; dass die volle Wucht der Epidemie im Endeffekt aber auf einzelne Regionen Chinas beschränkt bleiben wird und die Fallzahlen nicht weltweit exponentiell zu steigen beginnen.
Jüngste Daten aus China machen Mut, dass die Eindämmung der Epidemie zu greifen beginnt (vgl. Grafiken in unseren Spezialaussendungen zu Corona). In dem Fall werden sich die Wirtschaftsdaten aus China für Q1 in den nächsten Wochen und Monaten zwar massiv verschlechtern (angesichts der deutlich größeren Produktionsstillegungen wohl mehr als bei SARS); umso mehr erwartet man aber im Folgequartal (wie auch bei allen anderen vergleichba- ren Fällen) eine heftige V-förmige BIP-Erholung, sobald Konsum und Produktion wieder anspringen. Die Beispiele von SARS 2003 und Schweinegrippe 2009 (letztere weltweit mindestens 20 Tsd. Tote) legen nahe, dass die Aktienmärkte in solchen Fällen ihr „Krisentief“ bereits sehr früh erreichen (in beiden Fällen unmittelbar nahe der WHO Erklärung als „globale Krise“, so wie kürzlich passiert). Und anschließend trotz steigender Fallzahlen bereits wieder zu steigen beginnen. Zwischenzeitig schlechte China-Wirtschaftsdaten wurden bei SARS anschließend – da absehbar nur vorübergehender Natur – vom Aktienmarkt ignoriert.
Wir raten deshalb nach wie vor die Aktiengewichtung wegen der aktuellen Gesundheitskrise nicht zu reduzieren. Zwar wird die Volatilität an den Märkten hoch bleiben, da die Epidemie noch lange nicht ausgestanden ist (auch wenn erste antivirale Mittel wie Remdesivir bereits erfolgreich eingesetzt wurden), und da der wirtschaftliche Fallout – auch bei globalen Firmen mit starkem China-Bezug – jetzt erst richtig beginnt. Aber solange die Infektionszahlen nicht auch außerhalb der derzeit hauptbetroffenen Regionen beginnen exponentiell zu steigen (das ist das größte Risiko, dass es gilt die nächsten 5-10 Tage weiterhin zu monitoren) bleibt unser Basisszenario aufrecht. Das impliziert mittelfristig höhere Aktienkurse, eine Erholung bei Industrierohstoffen und Ölpreis sowie einen tieferen Goldpreis – selbst wenn die Märkte kurzfristig noch einmal in die Gegenrichtung ausschlagen sollte.
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Aktien auf dem Radar:Zumtobel, DO&CO, Polytec Group, Flughafen Wien, CPI Europe AG, Bajaj Mobility AG, EuroTeleSites AG, Frequentis, Erste Group, VIG, Mayr-Melnhof, Palfinger, Verbund, BKS Bank Stamm, Amag, Rosenbauer, Athos Immobilien, Oberbank AG Stamm, Josef Manner & Comp. AG, Austriacard Holdings AG, CA Immo, EVN, OMV, Österreichische Post, Telekom Austria, Deutsche Boerse, Commerzbank, Henkel, Fresenius Medical Care, E.ON , Deutsche Telekom.
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Jüngste Daten aus China machen Mut, dass die Eindämmung der Epidemie zu greifen beginnt (vgl. Grafiken in unseren Spezialaussendungen zu Corona). In dem Fall werden sich die Wirtschaftsdaten aus China für Q1 in den nächsten Wochen und Monaten zwar massiv verschlechtern (angesichts der deutlich größeren Produktionsstillegungen wohl mehr als bei SARS); umso mehr erwartet man aber im Folgequartal (wie auch bei allen anderen vergleichba- ren Fällen) eine heftige V-förmige BIP-Erholung, sobald Konsum und Produktion wieder anspringen. Die Beispiele von SARS 2003 und Schweinegrippe 2009 (letztere weltweit mindestens 20 Tsd. Tote) legen nahe, dass die Aktienmärkte in solchen Fällen ihr „Krisentief“ bereits sehr früh erreichen (in beiden Fällen unmittelbar nahe der WHO Erklärung als „globale Krise“, so wie kürzlich passiert). Und anschließend trotz steigender Fallzahlen bereits wieder zu steigen beginnen. Zwischenzeitig schlechte China-Wirtschaftsdaten wurden bei SARS anschließend – da absehbar nur vorübergehender Natur – vom Aktienmarkt ignoriert.
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