27.04.2020, 5253 Zeichen
Die Bawag Group hat im 1. Quartal 2020 einen Nettogewinn in Höhe von 61 Mio. Euro ( Q1 2019: 97 Mio.) erzielt und einen Return on Tangible Common Equity (RoTCE) von 9,1%. Unter Berücksichtigung der vorgezogenen regulatorischen Aufwendungen lag der Nettogewinn bei 81 Mio. Euro bei einem RoTCE von 11,9%. Das operative Geschäft blieb im ersten Quartal stark mit einem Ergebnis vor Risikokosten von 171 Mio. Euro und einer Cost/Income-Ratio von 42,3%. Um sowohl das sich verschlechternde makroökonomische Umfeld als auch vorsorglich Stundungen von Kundenzahlungen aufgrund von COVID-19 zu adressieren, wurde im ersten Quartal eine zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von 25 Mio. Euro gebildet, wie die Bank mitteilt. Dies führte zu Gesamtrisikokosten in Höhe von 55 Mio. Euro. Die Kapitalausstattung der Bank blieb anhaltend stark mit einer CET1-Ratio (unter Vollanwendung der CRR) von 12,7%. Die Bank zieht weiterhin die Dividende für das Jahr 2019 als auch für das erste Quartal 2020 vom Kapital ab und wartet auf weitere - später im Jahr folgende - formale Leitlinien der Regulatoren im Hinblick auf Kapitalausschüttungen.
Die operativen Kernerträge erhöhten sich um 5 Mio. Euro, oder 2%, auf 292 Mio. Euro. Der Nettozinsertrag stieg um 3% auf 220 Mio. Euro. Dies spiegelt das Wachstum in unseren Kernprodukten im Retail-Bereich als auch unsere Akquisitionen, die im Laufe des Jahres 2019 getätigt wurden, wieder. Der Provisionsüberschuss blieb weitgehend stabil bei 72 Mio. Euro. Die Cost/Income Ratio blieb stabil bei 42,3%. Dies resultierte in einem Ergebnis vor Risikokosten in Höhe von 171 Mio. EUR. Dieses blieb gegenüber dem Vorjahr stabil und reflektiert das starke zugrundeliegende Geschäft.
Das erste Quartal 2020 enthielt regulatorische Aufwendungen in Höhe von 36 Mio. EUR. Dies entspricht 85% der Aufwendungen für das Gesamtjahr, die wir im ersten Quartal buchen müssen.
Die Risikokosten beliefen sich im ersten Quartal 2020 auf 55 Mio. EUR, ein Anstieg von 43 Mio. EUR oder 362% im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Um das sich verschlechternde makroökonomische Umfeld sowie die Stundungen von Kundenzahlungen aufgrund von COVID-19 zu adressieren, wurden zusätzliche Risikovorsorgen in Höhe von 25 Mio. EUR im Retail & SME-Geschäft gebildet. Zusätzlich verbuchten wir eine Einzelwertberichtigung in Höhe von 10 Mio. EUR für ein Exposure im Öl & Gas-Sektor in unserem Corporate-Geschäft.
Die CET1 Quote (unter Vollanwendung der CRR) lag zum Ende des ersten Quartals bei 12,7% (Dezember 2019: 13,3%). Dies berücksichtigt die vorgesehene Dividende für 2019 in Höhe von rund 230 Mio. EUR als auch die Dividendenabgrenzung für das erste Quartal 2020 in Höhe von rund 30 Mio. EUR. In Übereinstimmung mit der Empfehlung der EZB Kapitalausschüttungen zu verschieben, bis weitere Leitlinien bis zum 1. Oktober 2020 gegeben werden, haben wir unsere Hauptversammlung in das vierte Quartal 2020 verschoben. Diese Verschiebung wird uns in die Lage versetzen, mehr Klarheit über die Auswirkungen des Coronavirus zu erlangen und jegliche weitere formale Leitlinie oder Empfehlung der EZB oder staatlicher Behörden entsprechend zu beurteilen.
Die Kredite und Forderungen an Kunden stiegen gegenüber Dezember 2019 um 2%. Das gesamte Kundenkreditvolumen stammt weiterhin zu rund 70% aus der DACH-Region und zu rund 30% aus dem übrigen Westeuropa und den USA. Wir fokussieren uns auf entwickelte Märkte, da wir in diesen Ländern von stabilen Rechtssystemen, soliden makroökonomischen Grundlagen und soliden Finanzen überzeugt sind. Wir werden unseren konservativen Risikoappetit beibehalten und uns weiterhin auf unsere Kernmärkte konzentrieren.
Die NPL Ratio lag bei 1,6% (exkl. dem Rechtsfall mit der Stadt Linz bei 1,1%). Dies stellt ein historisch niedriges Niveau an NPL-Volumina vor COVID-19 dar. Mehr als zwei Drittel unserer Bilanz sind durch Kundeneinlagen finanziert. Es gibt in 2020 kein Finanzierungserfordernis, sollten die Kapitalmärkte volatil bleiben. Des Weiteren verfügt die Bank über einen kurzfristigen Liquiditätspuffer in Höhe von 7,3 Mrd. Euro per Ende März 2020. Werden die sonstigen marktfähigen Wertpapiere hinzugerechnet, erhöht sich dieser Puffer auf 9,6 Mrd. Euro.
Der Vorstand der Bawag Group hat beschlossen, die zuvor kommunizierten Ziele für 2020 zurückzunehmen. In Anbetracht der Marktunsicherheiten und der Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds seien konkrete Ziele für dieses Jahr nicht verlässlich. Aufgrund des strategischen Fokus, der Stärke der Bank und der über die letzten Jahre stattgefundenen Transformation, setzt sich das Management zum Ziel, mittelfristig einen Return on Tangible Common Equity von >15% und eine Cost/Income-Ratio von <40% in einem normalisierten Umfeld zu erreichen.
Im Hinblick auf die Empfehlung der EZB wurde beschlossen, die derzeit geplante Hauptversammlung, die ursprünglich für den 4. Mai 2020 angesetzt war, in das vierte Quartal 2020 zu verschieben. Diese Verschiebung soll die Bank in die Lage versetzen, mehr Klarheit über die Auswirkungen des Coronavirus zu erlangen und jegliche weitere formale Leitlinie oder Empfehlung der EZB oder staatlicher Behörden entsprechend zu beurteilen, wie es heißt. Des Weiteren wurde der Capital Markets Day in das erste Halbjahr 2021 verschoben.
Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
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