02.10.2020, 2139 Zeichen
An der Wiener Börse stieg der Aktienumsatz von Jänner bis September 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,46 Prozent auf 52,0 Mrd. Euro und liegt damit "im Mittelfeld der EU-Börsen", wie die Wiener Börse mitteilt. „Corona lehrt den Anlegern an den Börsen Geduld. Langfristig zählen Aktien trotz Krisen zu den lukrativsten Anlageformen und bieten viele Chancen. Ernten kann später nur, wer stetig sät“, sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse und spricht sich erneut für die KESt-Befreiung bei einer Behaltefrist von über einem Jahr aus. „Investieren muss erleichtert werden, um privates Kapital zu aktivieren und für Gesellschaft und Wirtschaft nutzbar zu machen. Langfristige Anleger sollten ihr bereits versteuertes Arbeitseinkommen steuerfrei einsetzen können.“
Der durchschnittliche Monatsumsatz liegt bei 5,77 Mrd. Euro. Die stärksten Handelstage 2020 waren die zwei Quartalsverfallstage 19. Juni (915 Mio. Euro) und 20. März (777 Mio. Euro) gefolgt vom 9. März (745 Mio. Euro). Die umsatzstärksten österreichischen Aktien im Jahresverlauf sind Erste Group Bank AG mit 9,10 Mrd. Euro, vor OMV AG mit 7,10 Mrd. Euro und Raiffeisen Bank International AG mit 4,29 Mrd. Euro. Auf Platz vier und fünf folgten voestalpine AG (4,14 Mrd. Euro) und Verbund AG (3,34 Mrd. Euro). Die Marktkapitalisierung aller heimischen, an der Wiener Börse notierten Unternehmen lag per 30. September 2020 bei 86,75 Mrd. Euro.
Im zweitgrößten Segment, dem 2017 gegründeten global market, wurde im Jahresverlauf ein Umsatz von 2,63 Mrd. Euro generiert. Das ist ein Plus von 73,53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell bietet der global market eine Auswahl an 718 Wertpapieren aus 26 Ländern. Auch die Handelsmöglichkeit an österreichischen Feiertagen wird gut genutzt. 2020 wurde bisher an drei österreichischen Feiertagen gehandelt und damit zusätzlicher Umsatz von 649 Mio. Euro beigetragen.
Bei den Anleihen steuert die Wiener Börse auf ein Rekordjahr zu. Per Ende September listet die Wiener Börse bereits mehr als 1.900 Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 112 Mrd. Euro. 78 Prozent der Anleihen wurden von ausländischen Emittenten begeben.
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