08.03.2021, 1722 Zeichen
Zwischen den beiden Hygiene Austria-Eigentümern Lenzing und Palmers dürfte es schwere Zerwürfnisse geben. In jeweiligen Aussendungen gibt es Formulierungen, die vermuten lassen, dass man sich nicht ganz einig bei der Aufklärung der China-FFP2 Masken-Affäre ist.
Seitens Lenzing heißt es etwa, dass man "keinen vollständigen Zugang zu wichtigen Unterlagen sowie verlässlicher Dokumentation erhalten habe", man sehe sich "außer Stand, die operative Geschäftsführung im Interesse der Kunden der Hygiene Austria auszuüben und die beabsichtigte forensische Arbeit zur Aufarbeitung der Vorgänge umfassend und in der erforderlichen Qualität umzusetzen". Die dafür notwendigen Unterlagen würden sich zum größten Teil in den Räumen von Palmers befinden, zu denen Lenzing weder Zutritt noch Zugriff bekommen habe, so Lenzin.
Palmers wiederum meint, dass man zu keiner Zeit die Aufklärung der Untersuchung behindert oder Unterlagen zurückgehalten habe. Der Mehrheitseigentümer Lenzing AG würde seit der Gründung des Joint-Ventures für die Beschaffung, die Zertifizierung und das Qualitätsmanagement der Ware sowie für die Produktion und Produktinnovation verantwortlich zeichnen. Da immer nur beide Geschäftsführer wirksam für Hygiene Austria LP GmbH zeichnen konnten, seien immer alle Unterlagen auch beiden Geschäftsführern vorgelegen.
Ebenso sei am vergangenen Wochenende Verhandlungen zur Übernahme der Anteile der Lenzing AG durch die Palmers Textil AG geführt worden, die derzeit noch nicht abgeschlossen seien.
Wie berichtet, wurde bei der Hygiene Austria vergangene Woche eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Der Verdacht: Das Unternehmen soll in China hergestellte FFP2 Masken umetikettiert und als "made in Austria" verkauft haben.
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