24.09.2021, 2642 Zeichen
Die Analysten der Baader Bank teilen einige Eindrücke zu heimischen Immo-Firmen von der Investment-Konferenz. Zu S Immo etwa meinen sie: Das 2,7 Mrd. Euro schwere Immobilienportfolio sei über Assetklassen und Regionen gut diversifiziert. Trotz eines Anteils von nur 8 Prozent habe das Hotelsegment die Profitabilität belastet, erreichte jedoch per 1H21 wieder ein leicht positives Ergebnis. Die Kosten seien stark gesenkt worden, im Juli und August sei eine steigende Auslastung der Hotels erreicht worden. Eine Rückkehr zum vor-pandemischen Gewinn des Geschäfts wird jedoch erst für 2024 erwartet. Der neue CEO fokussiere sich auf eine höhere Profitabilität des Unternehmens. Weiterhine sei eine Entkonsolidierung der Beteiligungen an anderen Unternehmen angestrebt. Der CA Immo-Anteil wurde bekanntermaßen bereits mit einem Gewinn von 100 Mio. Euro und einem Barerlös von 230 Mio. Euro verkauft. Klares Ziel sei weiterhin eine Veräußerung des Immofinanz-Anteils. Die Analysten gehen davon aus, dass dies aus verschiedenen Gründen (Besteuerung, umgekehrte Veräußerung der Beteiligung an der S Immo durch Immofinanz, Dividende) erst Anfang des kommenden Jahres erfolgen wird. Ein Ziel der S Immo sei es, ein Kreditrating zu erhalten, und in dieser Hinsicht könnte eine stärkere Fokussierung und eine schlankere Investitionsstruktur hilfreich sein, so die Analysten. Insgesamt sehen sie S Immo mit einer starken finanziellen Flexibilität gut aufgestellt, um die Profitabilität auch in Zukunft voranzutreiben. Allerdings müssten weitere Cashflow-generierende Investitionen kommen.
Und zur UBM meinen die Baader Analysten: Die UBM habe mit der Veröffentlichung starker 1H21-Ergebnisse vor wenigen Wochen die erste EBT-Prognose seit Beginn der Pandemie geliefert. Die Spanne im GJ21 von 55-60 Mio. Euro liege rund 30 Prozent über dem vorherigen Konsens und würde zeigen, dass UBM schneller als erwartet auf den Kurs vor der Pandemie zurückgekehrt sei, so die Analysten. Bei höheren Baukosten würde sich das Unternehmen laut Baader-Analysten entspannt zeigen, denn ca. 80-90 Prozent der Kosten würden vertraglich vereinbart. Die Nachfrage nach neuen, modernen und grünen Gebäuden sei nach wie vor hoch und UBM dürfte als reiner Entwickler davon profitieren. Akquisitionen seien nach wie vor anspruchsvoll, aber für dieses Jahr nicht ausgeschlossen. Mit mehr als 400 Mio. Euro an liquiden Mitteln ist das Unternehmen für die Finanzierung aller Chancen bestens gerüstet, so die Analysten. Ein aktuell zu beobachtender Trend sei eine höhere Nachfrage von Investoren nach Wohnimmobilien in Tschechien und Polen, wo sich einige Projekte der UBM befinden.
Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
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