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Aktienmarktausblick: An Impulsen mangelt es nicht

Magazine aktuell


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13.02.2022, 4639 Zeichen

Aus dem Wöchentlichen Marktkommentar von Raiffeisen Research: "Die Aktienmärkte entpuppten sich zuletzt immer mehr als Spielball der Geo- und Geldpolitik. Vor allem Letztere sorgte durch die restriktivere Haltung der Notenbanken für gehörige Rotationen. So sind es vor allem die Wachstumstitel, deren KGVs und andere Multiples im wahrsten Sinne des Wortes einer Neubewertung unterzogen wurden. Dies ist auch relativ einfach fundamental begründbar. Der Renditeanstieg am Anleihemarkt führt in den Aktienbewertungsmodellen zu einem höheren Diskontierungsfaktor. Und der Anstieg war nicht gerade gering. Schließlich stieg die Rendite 10-jähriger US-Treasuries zuletzt auf fast 2 %. Zum Vergleich: Im Dezember letzten Jahres lag diese noch unter 1,5 %. Nun ist wichtig zu wissen, dass Unternehmen aus dem Growth-Segment einen Großteil ihrer Gewinne erst in entfernterer Zukunft erwirtschaften. Durch den höheren Diskontierungsfaktor reagieren ebendiese daher besonders zinssensibel. Die fairen Werte zahlreicher Aktien aus dem Tech-Bereich wurden dementsprechend nach unten angepasst, was auch in einer negativen Jahresperformance des NASDAQ-100 von -10 % zum Ausdruck kommt.

Des einen Freud, des anderen Leid. Denn während zahlreiche Growth-Aktien unter der Normalisierung der Geldpolitik ächzten, blühte mit dem Bankensektor eine in der Vergangenheit oft geschmähte Aktienkategorie wieder auf. Dies überrascht nicht, sollte die restriktivere Haltung von Fed & Co. den Finanzinstituten mittelfristig doch zugutekommen. Während Bankaktien im Aggregat als einer der wenigen Sektoren seit Jahresbeginn überhaupt eine positive Performance vorweisen können (+5,4 %), wird dies lediglich vom Energiesektor übertroffen, der zuletzt im Einklang mit den Renditen und dem Ölpreis ebenso kräftig zulegen konnte (+20,1 %). Kein Wunder also, dass der mit Finanz- und Energietiteln hoch gewichtete heimische ATX auch im heurigen Jahr eine äußerst gute Figur macht. Wobei dies eine Entwicklung ist, welche wir auch bereits im letzten Jahr beobachten konnten. Wie in unserem Chart der Woche ersichtlich, konnte der mit klassischen "Old Economy"-Industrien gespickte ATX schon im letzten Jahr den technologielastigen NASDAQ-100 relativ deutlich übertrumpfen – wobei das Ausmaß der Outperformance Hand in Hand mit dem Renditeanstieg am US-Anleihemarkt ging.

Die heterogene Entwicklung zwischen dem Value- und dem Growth-Segment ist für uns ein klares Indiz dafür, dass die Geldpolitik derzeit den größten treibenden Faktor an den Märkten darstellt. Und auch, wenn Inflation, Leitzinsen und Notenbankbilanzen zuletzt tonangebend waren, hängt mit dem Ukraine-Konflikt ein weiteres Damoklesschwert über den Aktienmärkten. Wir halten nach wie vor an unserem Szenario fest, dass großflächige Spannungen vermieden werden können. Sollte es dennoch zu einer Eskalation kommen, würde dies auch dementsprechende Konsequenzen für die Aktienmärkte mit sich bringen. So wäre beispielsweise ein ATX aufgrund seiner Abhängigkeit zum osteuropäischen Markt deutlich stärker betroffen, als ein US-Aktienmarkt, was anhand der Underperformance heimischer Aktien gegenüber dem NASDAQ-100 in Zuge der Annexion der Krim im Jahr 2014 beobachtet werden konnte.

Vor dem Hintergrund der jüngst veröffentlichten US-Inflation, welche mit 7,5 % den höchsten Wert seit fast 40 Jahren erreichte, macht sich am Aktienmarkt nun wieder die Sorge breit, dass die Fed früher und noch restriktiver durchgreifen könnte. Dies, in Kombination mit der aktuellen geopolitischen Verspannungen, wird auch in den kommenden Wochen für erhöhte Volatilität sorgen.

Die Berichtssaison konnte bislang nur zum Teil beruhigend beitragen, obwohl sie deutlich besser verläuft, als man dies auf den ersten Blick vermuten würde. Tatsächlich gab es einige namhafte Ausreißer nach unten, im Aggregat aber konnten die US-Werte deutlich besser als erwartet abschneiden. Bisweilen haben 67 % der S&P 500-Unternehmen ihr Zahlenwerk vorgelegt, wovon 80 % die in sie gestellten Gewinnerwartungen übertreffen konnten. Das aggregierte Gewinnwachstum fällt aktuell mit 29,5 % deutlich höher aus als vom Konsens angenommen. Zur Erinnerung: mit Jahresbeginn lagen die Analystenschätzungen für das EPS-Wachstum im Q4 21 bei rund 19 %.

Auch in der kommenden Woche stehen einige Schwergewichte in den Startlöchern, sodass es neben einem gut gefüllten Makrokalender nicht an Impulsen mangeln wird. Auch, wenn die Geo- und Geldpolitik die Nachrichtenlage dominieren werden, bleiben wir unterm Strich aufgrund der von uns sehr solide erwarteten Konjunktur- und Gewinnwachstumsaussichtenfür den weiteren Aktienmarkt-Jahresverlauf optimistisch."

 



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Autor
Christine Petzwinkler
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