05.05.2022, 1461 Zeichen
Aussagen von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) schicken die heimischen Versorger-Aktien Verbund und EVN auf Talfahrt. Im Interview mit der Tiroler Tageszeitung kündigt er an, Vorschläge für eine neue Reglementierung bei Firmen mit Staatsbeteiligung, die überproportional von der Krise profitieren, ausarbeiten zu lassen. "Ziel muss sein, darauf zu achten, dass, wenn Unternehmen mit staatlicher Beteiligung große Gewinne erwirtschaften, die Eigentümer profitieren - und das sind am Ende die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Ihnen gehört dieses Unternehmen. ... Zufallsgewinne bei Unternehmen mit staatlicher Beteiligung gehören dem Volk und nicht den Unternehmen alleine. Da braucht es ein neues Reglement". Gemeint ist etwa Verbund, der von hohen Energiepreisen profitiert, obwohl die Stromproduktion aus Wasserkraft nicht teurer wird. Verbund liegt gegen Mittag mehr als 11 Prozent im Minus, EVN, die an Verbund beteiligt ist, gibt mehr als fünt Prozent nach.
Staatliches Krisenmanagement sei "durch die Privatisierung von Infrastrukturunternehmen deutlich schwieriger geworden", so Nehammer gegenüber der Zeitung. Denn auch wenn der Staat an einem börsennotierten Unternehmen beteiligt sei, selbst mehrheitlich wie beim Verbund, gelte Aktienrecht vor staatlichen Zielen. "Wenn keine Krise ist, werfen diese Unternehmen Dividenden ab. In der Krise behindert uns diese Struktur aber. Wir müssen daher nachdenken, wie wir zu einem neuen Weg kommen", so Nehammer.
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