12.09.2022, 2226 Zeichen
Die EU und die österreichische Bundesregierung haben in den letzten Tagen Maßnahmen zur Bewältigung der aktuellen Energiepreiseskalation diskutiert. In einer Kurzmitteilung meinen die Analysten von Raiffeisen Research: "Für die betroffenen Stromerzeuger bedeutet der Preisdeckel zwar, dass sie nicht mehr zu den derzeitigen Marktpreisen von rund EUR 500 je MWh für 2023 oder über EUR 240 je MWh für 2024 verkaufen können. Allerdings decken EUR 200 je MWh derzeit selbst die Gestehungskosten von Kohlestrom ab und bedeuten immer noch äußerst attraktive Preise für CO2-arme Stromproduktion, wie etwa mittels erneuerbarer Energien. Zudem winkt Entspannung bei der Umlauffinanzierung und das Glätten des Spitzenverbrauchs könnte die Lastkosten senken. Zudem wurden keine Zufallsgewinnsteuern in Verbindung mit Stromerzeugern erwähnt.
Die Solidarabgabe, die für Öl- und Gasfirmen angedacht wird, ist jedoch mit einer Zufallsgewinnsteuer gleichzusetzen. Die Höhe und die Berechnungsbasis sind jedoch noch unklar und müssen erst herausgearbeitet werden.
Der Preisdeckel für Gas hat für alle Unternehmen insofern eine Bedeutung, als es um die Verfügbarkeit von Gas selbst geht. Die Preisentwicklung ist klarerweise ebenfalls davon abhängig.
Die österreichische Bundesregierung hat zudem letzten Mittwoch einen Strompreisdeckel für Haushaltskunden beschlossen. Große Teile der Stromkosten werden auf der Rechnung abgezogen und vom Staat ersetzt, was auch die Kosten der Versorger deckt, die über Absicherungsgeschäfte im letzten Jahr schon angefallen sind. Wir gehen deshalb abgesehen von den Ausgaben für die Abrechnungssysteme von keinen zusätzlichen Belastungen für die Versorger aus. Da über 2,9 MWh Jahresbedarf weiterhin Marktanzreize bestehen, könnte es sogar zu Mengeneinsparungen kommen. Für Gewerbe und Industrie soll es ebenfalls Entlastungen geben, die jedoch später erst bekannt gegeben werden.
Insgesamt sehen wir die Versorger auf europäischer und nationaler Ebene gut unterstützt. Es werden zwar die Preisspitzen gekappt, aber diese wurden in den Aktienkursen auch vorher schon nicht wiedergespiegelt. EVN handelt zudem zu 85 % des Marktwerts ihrer Beteiligung an Verbund, was fundamental nicht gerechtfertigt werden kann."
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