10.08.2023, 3103 Zeichen
Die Semperit Gruppe hat im 1. Halbjahr 2023 mit ihren fortgeführten Geschäftsbereichen einen Umsatz von 374,2 Mio. Euro und ein EBITDA von 43,7 Mio. Euro erreicht. "Dies liegt wie erwartet unter den vergleichbaren Vorjahreswerten (-5,2 Prozent beim Umsatz und -18,9% beim EBITDA), stellt im herausfordernden Marktumfeld allerdings eine durchaus solide Performance dar", so das Unternehmen.
Im Sektor Industrie konnte trotz eines um 4,5% geringeren Umsatzes die EBITDA-Marge mit 18 Prozent nahezu stabil gehalten werden. Zu berücksichtigen sei zudem, dass im Ergebnis des 1. Halbjahres 2023 negative Einmaleffekte von rund 4,1 Mio. Euro aus dem Erwerb der Rico-Gruppe und Veränderungen im Vorstand enthalten seien, heißt es.
Das Ergebnis aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich entwickelte sich wie erwartet aufgrund des starken Absatz- und Preisrückgangs bei Handschuhen negativ. Insgesamt war das Ergebnis nach Steuern der Semperit-Gruppe für das 1. Halbjahr 2023 mit 3,9 Mio. Euro positiv, nachdem es im Vergleichszeitraum 2022 vor allem aufgrund der auslaufenden pandemiebedingten Sonderkonjunktur im Handschuhbereich noch 34,7 Mio. Euro erreicht hatte. „Der Geschäftsgang im 1. Halbjahr war wie erwartet von konjunkturellem Gegenwind gekennzeichnet. Dies führte bei unseren Kunden zu einer weiteren Reduktion der Lagerbestände sowie zu einem zurückhaltenden Auftragsverhalten. In Vorausschau dieser Entwicklung haben wir bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet, die ein striktes Kostenmanagement, eine Verschlankung der Prozesse und damit einhergehend eine Erhöhung der operativen Effizienz umfassen", erläutert Semperit-CEO Karl Haider.
Das Unternehmen will sich bekanntermaßen zu einem Industriegummi-Spezialisten transformieren. Der Verkauf des Medizingeschäfts soll Ende August 2023 geclosed werden, der Kauf der Rico ist umgesetzt.. "Mit unserer neuen schlagkräftigen Organisationsstruktur mit Fokus auf die beiden Divisionen Industrial Applications und Engineered Applications, die unterschiedliche Kundengruppen abdecken, unserer robusten Bilanzstruktur sowie den eingeleiteten und künftigen Maßnahmen für Kostensenkungen ist Semperit sowohl im aktuellen Umfeld als auch für das weitere Wachstum gut aufgestellt“, ergänzt Haider. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2023 wird bestätigt, wonach das EBITDA der fortgeführten Geschäftsbereiche am unteren Ende der Bandbreite zwischen 70 Mio. und 90 Mio. Euro liegen soll, wie es heißt.
Das Closing für den Verkauf des Medizingeschäfts, das die Übertragung der Produktion von Untersuchungshandschuhen und von Porzellantauchformen für die Herstellung von Handschuhen in Malaysia sowie der weltweiten Vertriebs- und Distributionseinheiten an den Käufer HARPS umfasst, wird aus heutiger Sicht für Ende August 2023 erwartet. Bei Eintritt aller Bedingungen kann die Auszahlung der von der Hauptversammlung beschlossenen bedingten Zusatzdividende in Höhe von 3,0 Euro je Aktie dann im Laufe des September 2023 erfolgen. Bis zum Closing der Transaktion wird das Medizingeschäft die Entwicklung des Nachsteuer-Ergebnisses der Semperit-Gruppe noch belasten, heißt es.
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