05.05.2025, 5533 Zeichen
Wien/Linz (OTS) - „Schuldenberatung hat einen vorteilhaften Einfluss
auf die Psyche,
erwirkt ein besseres finanzielles Verständnis und hat positive
Auswirkungen auf das Familienleben sowie das Arbeitsleben.“ , sagt
Clemens Mitterlehner, Geschäftsführer der ASB Schuldnerberatungen
GmbH (asb), der Dachorganisation der staatlich anerkannten
Schuldenberatungen in Österreich.
Zwtl.: Positive Auswirkungen von Schuldenberatung
Nach der Abschlussberatung erhielten Klient*innen einen
Fragebogen, das Ausfüllen erfolgte anonym und online. Hier einige
Ergebnisse daraus in Zahlen: 98 % sehen nun einen Ausweg für ihre
Schuldenprobleme. 90 % können besser schlafen. 85 % sagen, dass sich
die Situation in der Familie oder der Beziehung verbessert hat. 98 %
sagen, dass sie keine neuen Schulden machen. 97 % wissen nach der
Beratung, was zu tun ist, wenn neue finanzielle Probleme auftreten.
Weitere 97 % können die vereinbarte monatliche Rate zahlen oder
ansparen. 74 % der Personen, die auf Arbeitssuche sind, geben an,
dass sie nun bessere Chancen am Arbeitsmarkt erwarten. 81 % der
Personen, die in einem Arbeitsverhältnis sind, sagen, dass die
Stimmung am Arbeitsplatz nun besser ist.
Zwtl.: Rechts- und sozialpolitische Forderungen
„Diese Ergebnisse machen einmal mehr die Notwendigkeit einer
verbesserten und flächendeckenden Finanzierung der staatlich
anerkannten Schuldenberatungen deutlich.“ , so Clemens Mitterlehner.
Das ist eine der Forderungen, die die Schuldenberatungen in der
aktuell erschienenen Broschüre „Wege aus der Schuldenfalle - Rechts-
und sozialpolitische Forderungen der Schuldenberatungen“ vorbringen.
Schuldenberatung muss langfristig mit ausreichend Ressourcen
ausgestattet sein, eine Finanzierung auf Bundesebene wird angeregt.
Da die Kreditwirtschaft wesentlich an problematischen
Schuldensituationen beteiligt ist, schlagen die Schuldenberatungen
einer Abgabe von 0,1 % jeder neu vergebenen Kreditsumme vor, um sich
damit an der Finanzierung der staatlich anerkannten
Schuldenberatungen zu beteiligen.
Mit der Publikation „Wege aus der Schuldenfalle – Rechts- und
sozialpolitische Forderungen der Schuldenberatungen“ formulieren die
Schuldenberatungen aktuelle Vorschläge an Politik und Gesellschaft.
„Ziel ist es, die Lage überschuldeter Menschen zu verbessern,
Überschuldung zu vermeiden und somit der Mission ‘Ein gutes Leben für
alle’ näher zu kommen.“ , so Clemens Mitterlehner.
Zwtl.: Königsberger-Ludwig: Wir bekämpfen Schulden mit Bildung und
sozialer Sicherheit
„Schulden sind ein Gesundheitsrisiko“ , betont Ulrike
Königsberger-Ludwig, Staatssekretärin für Gesundheit und Konsument*
innenschutz, im Rahmen der heutigen Pressekonferenz. „Sie führen zu
enormem psychischem Druck – zu Angst, Schlaflosigkeit und sozialem
Rückzug. Gerade in Krisenzeiten wie Pandemie oder Teuerung geraten
viele durch nicht beeinflussbare Faktoren in die Schuldenfalle.“
Besonders betroffen seien Menschen ohne Erwerbsarbeit. „Fast 40
Prozent der unter 30-Jährigen in der Schuldenberatung sind
arbeitslos. Das zeigt: Wer keine Arbeit hat, verliert nicht nur
Einkommen, sondern oft auch gesundheitliche Stabilität.“ Programme
wie die Aktion 55plus oder die Weiterbildungszeit setzen daher
gezielt bei jenen an, die besonders gefährdet sind.
Ein zentraler Schlüssel zur Prävention liegt aus Sicht der
Staatssekretärin in der Finanzbildung. „Frauen tragen häufig die
Verantwortung fürs Haushaltsbudget, sind aber durch Teilzeit oder
unbezahlte Care-Arbeit strukturell benachteiligt. Deshalb ist
Finanzbildung für mich auch eine klare frauen- und
gesundheitspolitische Aufgabe.“
2026 wird die Bundesregierung eine neue Finanzbildungsstrategie
vorlegen. Schon jetzt zeigen zwei Projekte, wie moderne Prävention
gelingen kann: Big Sister Advice, ein gemeinsames Social-Media-
Projekt mit die_chefredaktion, vermittelt jungen Frauen auf Instagram
und TikTok alltagstaugliches Wissen rund ums Geld. Ergänzend bieten
die Schuldenberatungen altersgerechte Unterrichtsmaterialien für
Schulen und Kindergärten sowie Workshops für Pädagog*innen an.
„Wir gehen in die Schulen – aber auch dorthin, wo Jugendliche
ungefiltert Informationen beziehen: in die sozialen Netzwerke.
Projekten wie Big Sister Advice zeigen wie das geht.“, so
Königsberger-Ludwig.
Trotz des herausfordernden Umfelds gibt es auch positive
Entwicklungen: Der Anteil junger Menschen in der Schuldenberatung ist
rückläufig – von 24,7 % im Jahr 2020 auf 21,6 % im Jahr 2024.
„Es freut uns, dass der Anteil junger Menschen in der
Schuldenberatung zurückgeht – aber wir dürfen uns darauf nicht
ausruhen. Finanzbildung muss früh ansetzen und dauerhaft verfügbar
sein, damit sie nachhaltig wirkt.“
Neben Prävention braucht es auch strukturelle Entlastung. „Wohnen
darf kein Armutsrisiko sein. Der Mietpreis-Stopp sorgt für Sicherheit
und verhindert, dass neue Schulden entstehen.“ Mehr als eine halbe
Million Haushalte profitieren im Jahr 2025 vom Einfrieren der Mieten.
In den Folgejahren sind Erhöhungen auf 1 bzw. 2 % gedeckelt – ein
wichtiger Schritt, um das Leben wieder leistbar zu machen.
Hintergrundmaterial:
Details, weitere Forderungen sowie bisher erreichte Forderungen
der Schuldenberatungen finden sich in der Publikation „Wege aus der
Schuldenfalle“. Diese sowie der „Schuldenreport 2025“ steht zum
Download unter www.schuldenberatung.at/service-downloads#
publikationen
www.schuldenberatung.at
www.finanzbildungsportal.at
www.budgetberatung.at
www.referenzbudgets.at
BlueSky: https://bsky.app/profile/schuldenberatung.at
Instagram: https://www.instagram.com/geld.fit
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