08.05.2025, 5787 Zeichen
Wien (OTS) - Der aktuelle "Konjunkturreport Einzelhandel" des WIFO im
Auftrag des
Handelsverbandes zeigt erste zaghafte Anzeichen einer leichten
wirtschaftlichen Erholung in Österreich. Gemäß WIFO-Schnellschätzung
hat die Wirtschaftsleistung im I. Quartal 2025 um 0,2% gegenüber dem
Vorquartal zugenommen. Damit ist die Wirtschaft erstmals seit rund
2,5 Jahren wieder geringfügig gewachsen , wobei Konsum und Handel
verhalten blieben.
Zwtl.: Moderate Umsatzzuwächse im Handel, Konsumklima rückläufig
Die Umsatzentwicklung im Einzelhandel (ohne Kfz) ist
kalenderbereinigt sowohl im Februar (real +2,0% gegenüber dem Vorjahr
) als auch im März 2025 (real +1,7%) moderat gut ausgefallen.
Unbereinigt sind die Umsätze hingegen in den beiden Monaten real
zurückgegangen.
Nachgelassen hat zuletzt auch die Stimmung bei den heimischen
Händlern, sowohl bei der Beurteilung der aktuellen Lage als auch bei
den Erwartungen für die kommenden Monate – aufgrund der absehbar
herausfordernden Auswirkungen der globalen Handelsverwerfungen (US-
Zollpolitik). Das Verbrauchervertrauen hat sich im April merklich
eingetrübt, insbesondere bezogen auf die Erwartungen für die
kommenden 12 Monate. Die angekündigten Konsolidierungsmaßnahmen der
Bundesregierung, welche auch Haushalte treffen, dürften in die
Beurteilung negativ einwirken.
„Die leichte wirtschaftliche Erholung in Österreich findet noch
abseits des österreichischen Handels statt. Positiv sehen wir die
erleichterte Besetzung von Arbeitsstellen. Wir erzielen stabile
Umsätze, aber die schwache Konsumdynamik, die anhaltend hohen Kosten
und das sinkende Verbrauchervertrauen halten uns auf Trab. Anreize
und Entbürokratisierung sind gefragt“ , analysiert Handelsverband-
Geschäftsführer Rainer Will .
Zwtl.: Einzelhandel fällt im Konjunkturklimaindex zurück
Laut WIFO sind die Geschäftserwartungen im Einzelhandel im ersten
Quartal deutlich gesunken – der Konjunkturklimaindex hat sich seit
Jahresbeginn um knapp 6 Punkte verschlechtert, so hoch wie in keiner
anderen Branche. Auch die Einschätzung zur zukünftigen
Geschäftsentwicklung fällt in der Branche aktuell pessimistisch aus.
„Sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei den Erwartungen hat
sich die Stimmung im Einzelhandel zuletzt stärker als in der
Gesamtwirtschaft eingetrübt. Auch zeigen sich die privaten Haushalte
deutlich pessimistischer aufgrund der erwartbaren finanziellen
Kürzungen im Zuge der Konsolidierungsmaßnahmen der Regierung“ ,
betont WIFO-Ökonom und Studienautor Jürgen Bierbaumer .
Zwtl.: Inflation in Österreich deutlich höher als im Euro-Raum
Die Inflation erhöhte sich im April gemäß Schnellschätzung von
Statistik Austria auf 3,1% (März 2,9%) und liegt damit deutlich über
dem Durchschnitt des Euro-Raums von 2,2% . Besonders Dienstleistungen
wie Pauschalreisen, Restaurants und Hotels wirkten hierzulande
preistreibend. Der Handel agiert hingegen weiterhin
inflationsdämpfend.
Zwtl.: Arbeitsmarkt im Einzelhandel rückläufig
Im Einzelhandel waren im März insgesamt 326.505 unselbständig
Beschäftigte tätig. Während der Bestand in der Gesamtwirtschaft im
Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil blieb, ist im Einzelhandel
seit über zwei Jahren ein Rückgang zu beobachten, welcher sich
zuletzt nochmals verstärkte.
Auch der Bestand an unbesetzten Stellen im Einzelhandel ist im
März weiter zurückgegangen (-8,4% im Vergleich zum Vorjahr), wobei
sich der Rückgang zuletzt deutlich verlangsamte. Im März waren im
Einzelhandel exakt 9.493 offene Stellen ausgeschrieben, in der
Gesamtwirtschaft waren es 81.740.
„Der Rückgang an unselbständig Beschäftigten im Handel hängt
einerseits mit der erforderlichen Kostenoptimierung zusammen, um am
Markt wettbewerbsfähig bestehen bleiben zu können, und anderseits
werden Automatisierungsmöglichkeiten vorangetrieben, da der Faktor
Arbeit in Österreich im EU-Vergleich für Betriebe immer schwerer
leistbar wird. Die 9.493 offenen Stellen sind durch normale
Fluktuation kurzfristig offen, generell kann der Handel etwaige
Stellen gut nachbesetzen. Ein Mitarbeitermangel ist in der Breite
nicht mehr vorhanden“ , so Will .
Zwtl.: Fast jede fünfte Insolvenz in Österreich entfällt auf den
Handel
Die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen blieb auch im I.
Quartal 2025 hoch. Insgesamt wurden 1.134 Insolvenzen eröffnet, das
waren um 4,1% mehr als im Jahr zuvor. Gerade im mittelständischen
Handel bleibt die Lage angespannt. Im I. Quartal wurde erneut fast
jede fünfte Insolvenz im Handel insgesamt verzeichnet (215 Fälle).
Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 7%.
„Die Analysen zeigen klar, dass der Handel zurzeit mit vielen
Herausforderungen zu kämpfen hat. Trotz einer soliden
Umsatzentwicklung sehen wir eine Erosion der wirtschaftlichen
Zuversicht – sowohl bei den Unternehmen als auch bei den
Konsumentinnen und Konsumenten“ , betont Handelssprecher Rainer Will
. „Gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft, zur Unterstützung
kleiner Handelsbetriebe und zur Schaffung eines Level Playing Fields
im Onlinehandel dürfen nicht aufgeschoben werden, um eine
nachhaltige, wirtschaftliche Erholung einzuleiten.“
Zwtl.: Blick nach vorne: Vorsichtiger Optimismus für 2026
Ausblick: Die schwache Konsumdynamik scheint sich auch im Jahr
2025 fortzusetzen, erst im nächsten Jahr ist dann wieder mit
Zuwächsen und einer höheren Ausgabenbereitschaft der privaten
Haushalte zu rechnen. Das WIFO prognostiziert für heuer erneut einen
Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3%, für 2026 wird mit einem
Wachstum von +1,2% gerechnet.
Damit wird auch die Sparquote hoch bleiben. Im Jahr 2024 belief
sie sich gemäß Statistik Austria auf 11,7% (2023: 8,7%), heuer dürfte
sie auf 12% ansteigen.
Den vollständigen Konjunkturreport Einzelhandel finden Sie hier:
https://www.handelsverband.at/presse/presseaussendungen/wifo...
konjunkturreport-q2-2025/
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