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Südamerika, nicht Grönland, wird im globalen Rohstoffpoker zum Königsmacher

Magazine aktuell


#gabb aktuell



11.02.2026, 9846 Zeichen

China oder der Westen: Über den Zugriff auf kritische Rohstoffe entscheidet nicht Grönland, sondern Südamerika: Große Ressourcen und im globalen Vergleich stabile Bedingungen lenken Kapital und Diplomatie in Richtung des Kontinents.

 

Der Metallexplorer Aftermath Silver (ISIN: CA00831V2057, WKN: A2DMFN) legte Mitte Januar einen technischen Bericht für das Silber-Kupfer-Manganprojekt Berenguela im Departamento Puno im Süden Perus vor. Die im Rahmen des Berichts vorgelegte, aktualisierte Mineralressourcenschätzung vom Dezember 2025 taxiert die gemessene und angezeigte Ressource auf 51,55 Millionen Tonnen mit einem Silbergehalt von 73,9 g pro Tonne. dies entspricht 122,5 Millionen Feinunzen des Edelmetalls. Die Ressourcenschätzung geht ferner von 2,93 Millionen Tonnen Mangan, 717 Millionen Pfund Kupfer (lb) und 372,4 Millionen Pfund (lb) Zink aus.

 

Kupfer, Mangan, Zink, Silber: Diese Metalle sind an den Märkten derzeit gefragt. Aftermath Silver plant deshalb, das Berenguela-Projekt rasch voranzutreiben. Noch 2026 soll eine vorläufige Machbarkeitsstudie abgeschlossen werden.

 

Aftermath Silver plant 2026 Vormachbarkeitsstudie

 

Der technische Bericht des an der Börse mit gut 210 Mio. EUR bewerteten Unternehmens weckt naturgemäß geringere Aufmerksamkeit als die geplatzten Fusionsgespräche zwischen Rio Tinto und Glencore oder die offen vorgetragenen Ambitionen des US-Präsidenten Donald Trump auf Rohstoffe in Grönland. Und dennoch stehen Unternehmen wie Aftermath Silver für einen der wichtigsten Trends im globalen Rohstoffsektor: Den beginnenden Bergbau-Boom in Südamerika, der im Poker um kritische Rohstoffe zum Königsmacher werden kann.

 

Sichere Lieferketten für Rohstoffe sind aus geopolitischen Gründen ein globales Thema. Besonders die USA arbeiten mit Hochdruck an internationalen Abkommen. Anfang Februar waren Delegationen aus aller Welt zum Ministertreffen des US-Außenministeriums zu kritischen Mineralien nach Washington gereist.

 

Dabei wurden elf neue bilaterale Rahmenabkommen und Absichtserklärungen unterzeichnet. Diese folgten auf zehn weitere Abkommen, die die USA in den vergangenen fünf Monaten mit anderen Ländern unterzeichnet haben. Die Verhandlungen über Abkommen mit 17 weiteren Ländern sind abgeschlossen.

 

Im Hinblick auf die Kapitalströme lässt sich ein klarer geografischer Trend ausmachen. Laut dem Future Minerals Barometer Report 2025 erreichten Fusionen und Übernahmen im Bergbausektor in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 ein Volumen von rund 30 Mrd. USD. 74 % der Transaktionssumme entfielen auf Süd- und Mittelamerika.

 

Demnach haben die Transaktionswerte in der Region seit 2021 um mehr als 200 % zugelegt. In Afrika ist dagegen ein Rückgang um 80 % zu verzeichnen. Die Autoren der Studie machen politische Stabilität als Hauptgrund für diese Ungleichverteilung aus. Bergbau ist in Südamerika nicht immer unproblematisch, jedoch im Großen und Ganzen stabilen Rahmenbedingungen unterworfen.

 

Die Geologie allein jedenfalls erklärt die Konzentration des Kapitals in Südamerika nicht. Mehr als 50 % der globalen Reserven an kritischen Mineralien befinden sich in der sogenannten Superregion, die Afrika, Westasien und Zentralasien umfasst. Dort jedoch sind auch die geringsten Explorationsausgaben zu verzeichnen.

 

USA intensivieren Anstrengungen um Südamerikas Rohstoffe

 

Die US-Regierung ist auf dem gesamten südamerikanischen Kontinent diplomatisch aktiv – was durchaus als der rohstoffbezogene Teil einer Monroe-Doktrin verstanden werden kann.

 

Anfang Februar wurde mit dem brasilianischen Seltene-Erden-Produzenten Serra Verde eine Finanzierungsvereinbarung im Wert von 565 Mio. USD getroffen. Die durch die US International Development Finance Corporation finanzierte Vereinbarung sieht die Option auf eine Minderheitsbeteiligung vor – und wurde offensichtlich gezielt vorbereitet.

 

Serra Verde hatte die Vertragslaufzeiten mit chinesischen Kunden so stark verkürzt, dass diese noch in diesem Jahr auslaufen, und dadurch die Möglichkeit besteht, westliche Kunden zu beliefern. Die Mine von Serra Verde ist reich an schweren Seltenen Erden wie Dysprosium und Terbium, die dort in ionischem Ton gebunden sind. Brasilien baut seine Kapazitäten bei Seltenen Erden massiv aus und verfügt über die bedeutendsten Vorkommen an Niobium, das zum Beispiel für Spezialstähle benötigt wird.

 

Die USA haben mit einer Reihe von südamerikanischen Ländern Mineralienabkommen verschiedenen Umfangs unterzeichnet, darunter Argentinien, Ecuador, Paraguay und Peru. Argentinien wurde im Kontext der Parlamentswahlen im Herbst finanzielle Unterstützung zugesagt, was als klares Zeichen auch in Richtung Peking hinsichtlich der angestrebten regionalen Führungsrolle interpretiert wurde.

 

In Peru hat  die Trump-Regierung den Ausbau des Hafens in der Stadt Callao im Visier. Zu diesem Zweck genehmigten die USA kürzlich den Verkauf von Ausrüstung und Dienstleistungen im Wert von 1,5 Mrd. USD an Peru, die die Verlegung des wichtigsten Marinestützpunkts in Callao unterstützen sollen. Dieser befindet sich – wie das Hafengebiet – weniger als 80 km vom Megahafen Chancay entfernt, dessen Finanzierung auf China zurückgeht.

 

Nicht nur die USA haben Lateinamerika als wohl zuverlässigsten Lieferanten für künftigen Rohstoffbedarf identifiziert. Auch die Europäische Union versucht, den Einfluss Chinas in der Region einzudämmen. Über das Global Gateway Programm sollen in den nächsten Jahren bis zu 4,6 Mrd. EUR mobilisiert werden. Die Mittel sollen unter anderem dazu dienen, die Weiterverarbeitung von Rohstoffen in der Region zu fördern.

 

Die Kapitalströme in Richtung Südamerika sind ein Spiegelbild der Aktivitäten der großen Bergbauunternehmen. BHP investiert bis 2030 rund 10 bis 14 Mrd. USD in Chile, um die Kupferproduktion zu steigern und die Anlagen zu modernisieren, insbesondere durch Projekte in der Mine Escondida. Das zusammen mit Lundin Mining betriebene Joint Venture Vicuna hat im Dezember einen Antrag auf RIGI-Förderung in Argentinien gestellt. Vicuna vereint die Kupferlagerstätten Josemaría und Filo del Sol. Rio Tinto plant derweil Investitionen in sein Lithiumprojekt Rincón in der Provinz Salta.

 

Auch Aftermath Silver treibt Berenguela mit dem Ziel voran, künftig einen Markt mit großer Nachfrage zu bedienen. Neben dem Projekt im Süden Perus gibt es noch zwei weitere Projekte im Portfolio: Das Silber-Gold-Projekt Challacolo und das Silberprojekt Cachinal, die beide im Norden Chiles liegen.

 

Berenguela genießt Priorität: „Das Unternehmen leitet nun fortgeschrittene Ingenieurarbeiten an dem Projekt ein, die sich auf die Kommerzialisierung der Fließschemata für die Silber-, Kupfer- und Zinkgewinnung sowie der potenziellen Manganprodukte, einschließlich Mangansulfat (MnSO4) in Batteriequalität, konzentrieren“, teilte das Unternehmen mit.

 

Südamerikas Rohstoffe sind zugänglich – ein Vorteil gegenüber anderen Regionen

 

Südamerika kann im geopolitischen Rohstoffpoker zum Königsmacher werden. Der Kontinent verfügt nicht nur über große Vorkommen. Der Status quo von Infrastruktur und Bergbautradition gestattet auch die Erschließung dieser Vorkommen noch in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts – für die Kapitalströme im Bergbau ein Gewicht, das weder die Superregion noch Grönland in die Waagschale werfen können.

 

Kapital dürfte deshalb auch weiterhin in den südamerikanischen Bergbau fließen. Die anhaltende Expansion könnte Explorer wie Aftermath Metals bei Erreichen entscheidender Katalysatoren wie der für 2026 geplanten Vormachbarkeitsstudie einer grundlegenden Neubewertung unterziehen.

 

Weitere Informationen zu Aftermath Silver finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:

https://www.miningscout.de/minenaktien/aftermath-silver-ltd/

 

Aftermath Silver Ltd.

TSX-Venture: AAG

ISIN: CA00831V2057

WKN: A2DMFN

Webseite: www.aftermathsilver.com

 

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