06.07.2026, 1788 Zeichen
Laut einer EY Studie liegen die Solvenzquoten der österreichischen Versicherungsunternehmen weiterhin über dem europäischen Durchschnitt. Die durchschnittliche Solvenzkapitalquote, die sogenannte SCR-Quote, erhöhte sich 2025 auf 275,5 Prozent nach 255,4 Prozent im Vorjahr. Damit verfügen die heimischen Versicherer im Schnitt über deutlich mehr Eigenmittel, als regulatorisch erforderlich wäre. Die anrechenbaren Eigenmittel wuchsen 2025 um 12,3 Prozent – 94,1 Prozent davon sind Eigenmittel höchster Qualität. Die Verrechneten Prämien stiegen 2025 um 4,9 Prozent und damit stärker als die Inflation von 3,6 Prozent. „Die österreichische Versicherungsbranche zeigt sich auch 2025 sehr robust. Die Solvenzquoten sind gestiegen und liegen weiterhin über dem europäischen Durchschnitt. Das ist ein starkes Stabilitätssignal – gerade in einem Umfeld, in dem Versicherer gleichzeitig mit höheren Schadenrisiken, Kapitalmarktveränderungen und zunehmender Regulierung umgehen müssen“, sagt Barbara Czanik, Partnerin und Leiterin des Bereichs Versicherungsprüfungen bei EY Österreich.
Neben der aktuellen Kapitalstärke rückt auch der regulatorische Ausblick in den Fokus. Der Solvency-II-Review soll Effektivität und Proportionalität verbessern, langfristige Investitionen fördern und Berichtspflichten vereinfachen. Gleichzeitig werden auch Naturkatastrophenparameter unter Berücksichtigung klimabezogener Risiken aktualisiert. „Der Solvency-II-Review ist kein rein technisches Regulierungsthema. Er beeinflusst, wie Versicherer Kapital einsetzen, Risiken bewerten, langfristig investieren und gegenüber Aufsicht und Öffentlichkeit berichten. Unternehmen sollten die Änderungen daher frühzeitig analysieren und ihre Modelle, Prozesse und Berichterstattung entsprechend vorbereiten“, sagt Czanik.
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