Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Eine Neiddebatte auf Kosten der Steuerzahler

Magazine aktuell


#gabb aktuell



23.05.2012, 4177 Zeichen

Im heutigen "wirtschaftsblatt" setzt AK-Präsident Tumpel die Neidkampagne seiner Organisation gegen die Manager börsenotierter Unternehmen weiter fort. Offenbar genügt es der AK nicht, dass im Rahmen des aktuellen Konsolidierungspakets neben der Solidarabgabe auch die gesetzliche Einzelveröffentlichung von Vorstandsgehältern beschlossen wurde. Offenbar sind diese Maßnahmen immer nur Zwischenstufen auf der Eskalationsskala des "Manager-Bashing", jetzt muss die gesetzliche Einkommensobergrenze her. Wie bei allen Formen des Populismus, stösst man allerdings auch hier sehr rasch an die Grenzen des Sinnvollen und Machbaren.

Zunächst wäre dieser Deckel aus fiskalischer Sicht kontraproduktiv. Kürze ich das Gehalt eines Top-Managers von € 2 Mio. p.a. auf € 1 Mio. p.a. steigt der zwar Vorsteuergewinn des Unternehmens um diesen Betrag. Damit ergibt sich beim derzeitigen KÖSt-Satz von 25% ein steuerlicher Mehrbetrag von € 250.000. Gleichzeitig verringert sich allerdings das Einkommen der natürlichen Person, das allerdings bisher mit einem ESt-Satz von 50% belegt war. Somit reduziert sich das Aufkommen der ESt um € 500.000, woraus sich eine Netto-Reduktion des Steueraufkommens um € 250.000 ergibt. Offenbar ist die Befriedigung der Neid-Gelüste dem AK-Präsidenten die Schädigung des Staatshaushaltes wert. Interessante und ungewöhnliche Position.

Neben dem fiskalischen Aspekt stehen natürlich auch die verfassungsrechtlichen  Gebote der Sachlichkeit und der Gleichbehandlung einer derartigen Regelung im Weg. Aber dem Primat der Politik ist das Primat des (Verfassungs-)Rechts in einem Rechtstaat natürlich egal, wie wir schon bisher des öfteren leidvoll zur Kenntnis nehmen mussten. Dennoch: Wodurch lässt sich ein Deckel in Höhe des 20-fachen des Medianeinkommens aller Erwerbstätigen sachlich rechtfertigen? Die AK-Studie, die den massiven Anstieg von 1:20 auf 1:48 seit dem Jahr 2000 beklagt, bereinigt die Einkommensentwicklung nicht um Teilzeitarbeit, die in diesem Zeitraum deutlich zugenommen hat. Allein dadurch wird das Ergebnis massiv verzerrt. Des weiteren ist es vollkommen unsachlich die Gehälter einer Bank, eines Industrieunternehmens oder eines Dienstleisters am allgemeinen Gehaltsniveau zu messen. Ebenso ist es unsachlich die Manager-Gehälter in einem Unternehmen mit € 10 Mrd. Umsatz dem gleichen Deckel zu unterwerfen, wie eines Unternehmen mit € 500 Mio. Umsatz.

Noch schwerer wiegt aber meines Erachtens die Beachtung des Gleichheitsgrundsatzes. Die durchaus sinnvolle Transparenz bei den Bezügen der Vorstände in börsenotierten Unternehmen hat die äußerst negative Nebenwirkung, dass ein Vergleich mit anderen Gruppen nicht möglich, da diese nicht dieser Transparenz unterliegen. Diese vollkommen einseitige Transparenz erlaubt zwar das Bashing durch die AK und andere Sozialneider, berücksichtigt aber nicht, dass es durchaus Einkommensbezieher in diesem Land gibt, die mindestens so viel verdienen wie Manager börsenotierter Unternehmen, wie etwa Top-Rechtsanwälte, Ärzte, Notare, Spitzensportler, Schlagerstars, Schauspieler, ... Deren Gehälter kennt man nicht, und somit ist auch kein Vergleich mit den Einkommen der Spitzenmanger möglich. Und somit bewahrheiten sich auch die Einwände mancher Manager gegen die Offenlegung: Es wird nur der Neid geschürt, eine Versachlichung der Diskussion findet, mangels Vergleichbarkeit mit anderen Gut-Verdienern, nicht statt. Denn vielleicht sind die Einkommen von Nicht-Managern in den letzten Jahr sogar wesentlich stärker gestiegen? Ich halte das für möglich, ja sogar für sehr wahrscheinlich. Jedenfalls würde es geboten sein, dann auch diese Gehälter zu deckeln. Das wird dann sicher eine spannende Diskussion.

Der Feldzug der AK gegen ein paar dutzend Manager in den ohnehin zu wenigen börsenotierten Unternehmen dieses Landes ist fiskalpolitisch unsinnig, unsachlich und eine Diskriminierung einer kleinen Gruppe. Aber offenbar fehlen der AK sinnvolle und allgemeine wirtschaftspolitische Konzepte, wenn sie sich so auf den Kampf gegen einen Feind, der zahlenmässig zu klein ist, um als eigene "Klasse" zu gelten, fokussieren muss. Meine Zwangsbeiträge an die AK wären sicher sinnvoller einsetzbar.



BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Wie wäre es mit einer eigenen U-Bahn-Station für die (neue) Wiener Börse?




 

Aktien auf dem Radar:UBM, Agrana, CA Immo, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Polytec Group, Frequentis, Rosgix, EVN, Uniqa, Österreichische Post, AT&S, Rosenbauer, Lenzing, Addiko Bank, Frauenthal, SBO, Verbund, BTV AG, Athos Immobilien, Oberbank AG Stamm, Amag, Flughafen Wien, CPI Europe AG, Semperit, Telekom Austria, Münchener Rück, RWE, Allianz, DAIMLER TRUCK HLD..., Fresenius Medical Care.


Random Partner

Wiener Börse
Als zentrale Infrastrukturanbieterin der Region öffnet die Wiener Börse AG Tore zu den globalen Finanzmärkten. Sie vereint die Börsenplätze Wien und Prag. Mit modernster Technik und kundenorientierten Services leistet die Wiener Börse als privatwirtschaftliches, gewinnorientiertes Unternehmen einen bedeutenden Beitrag für einen international wettbewerbsfähigen Kapitalmarkt.

>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    Smeilinho zu Kontron
    Smeilinho zu Porr
    Star der Stunde: Polytec Group 1.74%, Rutsch der Stunde: voestalpine -2.09%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 12-13: Kontron(2)
    BSN MA-Event Fresenius Medical Care
    Star der Stunde: Strabag 0.62%, Rutsch der Stunde: Lenzing -1.52%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 11-12: Kontron(2), RBI(1), VIG(1), Strabag(1), AT&S(1)
    Star der Stunde: AT&S 2.84%, Rutsch der Stunde: Verbund -0.95%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 10-11: FACC(1), AT&S(1)

    Featured Partner Video

    Wiener Börse Party #1116: ATX wieder fast Return to Sender, AT&S und das volle Dutzend, Frequentis läutet das Gewinnerfeld ein

    Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

    Books josefchladek.com

    L'électrification de la ligne Paris Le Mans (photos by Roger Schall)

    1937
    Editions Perceval

    Daido Moriyama
    Japan, A Photo Theater (English Version
    2018
    Getsuyosha, bookshop M

    Alessandra Calò
    Ctonio
    2024
    Studiofaganel

    Otto Wagner
    Moderne Architektur
    1902
    Anton Schroll

    Stephen Shore
    Uncommon Places
    1982
    Aperture

    Eine Neiddebatte auf Kosten der Steuerzahler


    23.05.2012, 4177 Zeichen

    Im heutigen "wirtschaftsblatt" setzt AK-Präsident Tumpel die Neidkampagne seiner Organisation gegen die Manager börsenotierter Unternehmen weiter fort. Offenbar genügt es der AK nicht, dass im Rahmen des aktuellen Konsolidierungspakets neben der Solidarabgabe auch die gesetzliche Einzelveröffentlichung von Vorstandsgehältern beschlossen wurde. Offenbar sind diese Maßnahmen immer nur Zwischenstufen auf der Eskalationsskala des "Manager-Bashing", jetzt muss die gesetzliche Einkommensobergrenze her. Wie bei allen Formen des Populismus, stösst man allerdings auch hier sehr rasch an die Grenzen des Sinnvollen und Machbaren.

    Zunächst wäre dieser Deckel aus fiskalischer Sicht kontraproduktiv. Kürze ich das Gehalt eines Top-Managers von € 2 Mio. p.a. auf € 1 Mio. p.a. steigt der zwar Vorsteuergewinn des Unternehmens um diesen Betrag. Damit ergibt sich beim derzeitigen KÖSt-Satz von 25% ein steuerlicher Mehrbetrag von € 250.000. Gleichzeitig verringert sich allerdings das Einkommen der natürlichen Person, das allerdings bisher mit einem ESt-Satz von 50% belegt war. Somit reduziert sich das Aufkommen der ESt um € 500.000, woraus sich eine Netto-Reduktion des Steueraufkommens um € 250.000 ergibt. Offenbar ist die Befriedigung der Neid-Gelüste dem AK-Präsidenten die Schädigung des Staatshaushaltes wert. Interessante und ungewöhnliche Position.

    Neben dem fiskalischen Aspekt stehen natürlich auch die verfassungsrechtlichen  Gebote der Sachlichkeit und der Gleichbehandlung einer derartigen Regelung im Weg. Aber dem Primat der Politik ist das Primat des (Verfassungs-)Rechts in einem Rechtstaat natürlich egal, wie wir schon bisher des öfteren leidvoll zur Kenntnis nehmen mussten. Dennoch: Wodurch lässt sich ein Deckel in Höhe des 20-fachen des Medianeinkommens aller Erwerbstätigen sachlich rechtfertigen? Die AK-Studie, die den massiven Anstieg von 1:20 auf 1:48 seit dem Jahr 2000 beklagt, bereinigt die Einkommensentwicklung nicht um Teilzeitarbeit, die in diesem Zeitraum deutlich zugenommen hat. Allein dadurch wird das Ergebnis massiv verzerrt. Des weiteren ist es vollkommen unsachlich die Gehälter einer Bank, eines Industrieunternehmens oder eines Dienstleisters am allgemeinen Gehaltsniveau zu messen. Ebenso ist es unsachlich die Manager-Gehälter in einem Unternehmen mit € 10 Mrd. Umsatz dem gleichen Deckel zu unterwerfen, wie eines Unternehmen mit € 500 Mio. Umsatz.

    Noch schwerer wiegt aber meines Erachtens die Beachtung des Gleichheitsgrundsatzes. Die durchaus sinnvolle Transparenz bei den Bezügen der Vorstände in börsenotierten Unternehmen hat die äußerst negative Nebenwirkung, dass ein Vergleich mit anderen Gruppen nicht möglich, da diese nicht dieser Transparenz unterliegen. Diese vollkommen einseitige Transparenz erlaubt zwar das Bashing durch die AK und andere Sozialneider, berücksichtigt aber nicht, dass es durchaus Einkommensbezieher in diesem Land gibt, die mindestens so viel verdienen wie Manager börsenotierter Unternehmen, wie etwa Top-Rechtsanwälte, Ärzte, Notare, Spitzensportler, Schlagerstars, Schauspieler, ... Deren Gehälter kennt man nicht, und somit ist auch kein Vergleich mit den Einkommen der Spitzenmanger möglich. Und somit bewahrheiten sich auch die Einwände mancher Manager gegen die Offenlegung: Es wird nur der Neid geschürt, eine Versachlichung der Diskussion findet, mangels Vergleichbarkeit mit anderen Gut-Verdienern, nicht statt. Denn vielleicht sind die Einkommen von Nicht-Managern in den letzten Jahr sogar wesentlich stärker gestiegen? Ich halte das für möglich, ja sogar für sehr wahrscheinlich. Jedenfalls würde es geboten sein, dann auch diese Gehälter zu deckeln. Das wird dann sicher eine spannende Diskussion.

    Der Feldzug der AK gegen ein paar dutzend Manager in den ohnehin zu wenigen börsenotierten Unternehmen dieses Landes ist fiskalpolitisch unsinnig, unsachlich und eine Diskriminierung einer kleinen Gruppe. Aber offenbar fehlen der AK sinnvolle und allgemeine wirtschaftspolitische Konzepte, wenn sie sich so auf den Kampf gegen einen Feind, der zahlenmässig zu klein ist, um als eigene "Klasse" zu gelten, fokussieren muss. Meine Zwangsbeiträge an die AK wären sicher sinnvoller einsetzbar.



    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Wie wäre es mit einer eigenen U-Bahn-Station für die (neue) Wiener Börse?




     

    Aktien auf dem Radar:UBM, Agrana, CA Immo, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Polytec Group, Frequentis, Rosgix, EVN, Uniqa, Österreichische Post, AT&S, Rosenbauer, Lenzing, Addiko Bank, Frauenthal, SBO, Verbund, BTV AG, Athos Immobilien, Oberbank AG Stamm, Amag, Flughafen Wien, CPI Europe AG, Semperit, Telekom Austria, Münchener Rück, RWE, Allianz, DAIMLER TRUCK HLD..., Fresenius Medical Care.


    Random Partner

    Wiener Börse
    Als zentrale Infrastrukturanbieterin der Region öffnet die Wiener Börse AG Tore zu den globalen Finanzmärkten. Sie vereint die Börsenplätze Wien und Prag. Mit modernster Technik und kundenorientierten Services leistet die Wiener Börse als privatwirtschaftliches, gewinnorientiertes Unternehmen einen bedeutenden Beitrag für einen international wettbewerbsfähigen Kapitalmarkt.

    >> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      Smeilinho zu Kontron
      Smeilinho zu Porr
      Star der Stunde: Polytec Group 1.74%, Rutsch der Stunde: voestalpine -2.09%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 12-13: Kontron(2)
      BSN MA-Event Fresenius Medical Care
      Star der Stunde: Strabag 0.62%, Rutsch der Stunde: Lenzing -1.52%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 11-12: Kontron(2), RBI(1), VIG(1), Strabag(1), AT&S(1)
      Star der Stunde: AT&S 2.84%, Rutsch der Stunde: Verbund -0.95%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 10-11: FACC(1), AT&S(1)

      Featured Partner Video

      Wiener Börse Party #1116: ATX wieder fast Return to Sender, AT&S und das volle Dutzend, Frequentis läutet das Gewinnerfeld ein

      Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

      Books josefchladek.com

      Raymond Thompson Jr
      It’s hard to stop rebels that time travel
      2025
      Void

      Stephen Gill
      The Pillar
      2019
      Nobody

      Richard Avedon
      Nothing Personal
      1964
      Atheneum Publishers

      Jacques Fivel
      CHINON DCM-206
      2025
      Le Plac’Art Photo

      Jerker Andersson
      ABC Diary
      2025
      Self published