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(Von: Wolfgang Matejka) Krieg der Welten

Ich weiß, dramaturgische Verzerrung liebe ich und das Spiel mit abstrakten Vergleichen ebenso, aber das, was uns gerade blüht, bzw. sich vor unseren teils verbundenen Augen und verstopften Ohren abspielt, hat schon etwas von Hollywoods besten Endzeitschinken. Unser „Schicksal“ und unsere „Finanzordnung“ stehen gerade vor einer ihrer härtesten Proben.

Es geht um die Frage, ob Sachwerte wie Aktien beispielsweise in unseren Tagen überhaupt noch Sinn haben. Ja gar darum, ob sie nicht ob ihres wertschaffenden Charakters zerstörend wirken oder als solches gebrandmarkt werden. Und dies ist kein wildes Dahergeschreibsel, dies ist die tägliche Realität in den Zimmern unserer Banken und Versicherer gegenüber jenen der Staatsrepräsentanten. Es geht darum, wer unsere Schulden in Zukunft tragen wird. Es geht darum, dass wir einen enormen Haufen an Zinsen und Zinseszinsen vor uns herschieben. Es geht darum, ob man sich traut, die Verarbeitung dieser Schuld dem Markt zu überlassen und diesen dafür zu fördern und zu unterstützen, oder in die komplette Gegenrichtung zu steuern indem man die Inflation „steuert“ und die Bedienung der Staatsschuld quasi zur Pflichtaufgabe jeder Geldsammelstelle macht, wie es Versicherungen beispielsweise eben sind. Entmündigung und Gängelung als Bedingung für die Existenz.

Dieser Konflikt hat das Potential, unser Wirtschaftsgefüge für die nächsten Jahrzehnte komplett zu wandeln. Uns in eine rückwärts laufende Spirale der Ökonomie zu drängen an deren Ende der Sozialscheck steht.

Es ist nicht unlogisch und von der Hand zu weisen, dass eine kontrollierende Staatshand Gutes und Steuerndes und somit Sicherheit bewirkt. Chinas Wirtschaftswunder wäre ohne die harte Hand des Zentralbüros in Peking nicht möglich gewesen. Aber es bedingt eines gewaltigen Willens zum freien Kapital, um dieses dann auch wachsen zu lassen. Wir sehen gerade in Europa Tendenzen hin zum Gegenteil. Übermäßige Staatskontrolle, überbordende und erstickende Regularien, Kontrollanforderungen die jegliches freie Denken reduzieren, keine Zeit übrig lassen für die Pflichtaufgaben, die Leistungsfähigkeit massiv belasten.

Europa, mit seinem Mario Draghi, hat es geschafft, sich aus den Fesseln von Hedgefonds und allzu guten „Freunden“ aus USA kurzfristig zu befreien. Die Versprechen, mit Wachstumsinitiativen dem Kontinent auf die Sprünge zu helfen verhallen dagegen seit Monaten im Off. Da tun die USA mit dem direkten Kauf von Pfandbriefen weit mehr für ihre Wirtschaft und haben wieder einen Investitionsstein ins Rollen gebracht der nachhaltig wirkt ohne allzu viel zu kosten. Europa kämpft dagegen noch mit sich, ob und wie man über den eigenen Schatten springen soll, oder ob es nicht besser wäre wie gehabt über Griechenland oder Spanien abzulenken und die Strukturinvestitionen anderen zu überlassen.

Wir sollten uns dessen bewusst werden, dass es jetzt um die Selbständigkeit von Versicherungen, Pensionskassen und auch Banken geht, deren Funktion als Financier und Beschützer von Industrie und Vermögen erneuert wird und unsere Wirtschaft wieder auf eigenen Beinen (nicht nur auf einem Bein, jenem der Realwirtschaft) zu gehen beginnt. Der Finanzmarkt gehört zur Wirtschaft dazu!

Ich glaube nämlich nicht, dass ein Versicherungsvorstand gerne die Frage beantworten möchte, warum er Anleihen mit negativen Zinsen kauft anstatt gleich seinen Kunden weniger Prämien ab zu verlangen. Weil er vielleicht gar nicht anders DARF … ?!?



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Die Agrana Beteiligungs-AG ist ein Nahrungsmittel-Konzern mit Sitz in Wien. Agrana erzeugt Zucker, Stärke, sogenannte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate sowie Bioethanol. Das Unternehmen veredelt landwirtschaftliche Rohstoffe zu vielseitigen industriellen Produkten und beliefert sowohl lokale Produzenten als auch internationale Konzerne, speziell die Nahrungsmittelindustrie.

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